In seiner Vereinsgaststätte am Sportplatz will der Vorstand des Penkuner SV am Donnerstagabend jene Maßnahmen vorst
In seiner Vereinsgaststätte am Sportplatz will der Vorstand des Penkuner SV am Donnerstagabend jene Maßnahmen vorstellen, die nach dem Gerichtsurteil des Landesfußballverbandes getroffen wurden. Dennis Bacher
Fußball-Manipulation

Betrug mit Spielerpässen – Penkuner SV zieht Konsequenzen

Am Donnerstagabend lädt der Penkuner SV seine Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung ein. Dann soll es um die Aufarbeitung des jüngsten Betrugsskandals gehen.
Penkun

Inzwischen sind fast zwei Monate seit Bekanntwerden des Betrugsskandals beim ehemaligen Fußball-Landesligisten Penkuner SV Rot-Weiß vergangen. Doch noch immer besteht in der kleinsten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns reichlich Klärungsbedarf: Hätten dem Verein die betrügerischen Handlungen seines ehemaligen Trainers auffallen müssen? Wie soll ein solcher Vorfall in Zukunft verhindert werden? Und wer kommt nun für die Geldstrafe auf?

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Diese und weitere Fragen will der Vorstand des Sportvereins heute Abend bei einer außerordentlichen Versammlung beantworten und lädt seine Mitglieder daher ab 19.30 Uhr in die Gaststätte „Sole mio“ am Sportplatz ein. „Die Vorstandsmitglieder haben lange diskutiert, wie ein solcher oder ähnlicher Fall in Zukunft verhindert werden kann“, sagte eine Vereinssprecherin dem Nordkurier im Vorfeld. Man sehe sich selbst diesbezüglich sehr kritisch: „Mehreren Mitgliedern hätte der betrügerische Vorgang auffallen können, wenn diese das Geschehen kritisch hinterfragt hätten“, hieß es weiter. Das Vertrauen, das nun mal die Basis eines ehrenamtlich geführten Vereins bilde, sei in diesem Fall ausgenutzt worden. „An dieser Stelle kann nur immer wieder an einen fairen und vertrauensvollen Umgang sowie an das Verantwortungsbewusstsein unserer Mitglieder und Amtsträger appelliert werden.“

Keine Anzeige gegen den Trainer

Als Konsequenz aus diesem „eigenmächtigen und unsportlichen Verhalten“ des Ex-Trainers sei die interne Rechtestruktur im „DFBnet“ geändert worden, wie die Sprecherin erklärte. Fortan seien nur noch zwei Personen dazu berechtigt, An- und Abmeldungen auf diesem Portal zu tätigen. Zudem wolle der Vorstand seinen Mitgliedern den Vorschlag unterbreiten, künftig eine Person als unabhängigen Revisor einzusetzen, um solche Vorgänge in Zukunft entsprechend kontrollieren zu können.

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Zuletzt war noch die Fragen offen, ob der Penkuner Sportverein, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum begeht, Anzeige wegen Urkundenfälschung gegen seinen ehemaligen Trainer erstatten wird. Davon wird der PSV allerdings absehen, wie die Sprecherin dem Nordkurier sagte. Der ehemalige Übungsleiter sei nach Eingang des Urteils auf unbestimmte Zeit von seinen Ämtern als Trainer sowie als Schiedsrichter suspendiert worden und trage für sein Handeln die vollen Konsequenzen sowie auch die finanzielle Strafe.

Spieler fünf Mal unter falschem Namen eingesetzt

Der Penkuner SV Rot-Weiß war Mitte Juni vom Sportgericht des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern zu einer Geldstrafe in Höhe von 3400 Euro verurteilt worden. Das Gericht war zu der Überzeugung gekommen, dass der Sportverein in der Landesliga-Spielzeit 2021/2022 einen Kicker in nachgewiesenen fünf Fällen unter falschem Pass und Namen eingesetzt und offizielle Dokumente entsprechend manipuliert hat.

Neben der Geldstrafe war auch der damalige Trainer der Landesliga-Mannschaft mit einem einjährigen Ausübungsverbot seiner Funktion belegt worden. Er wird vom Sportgericht für die Manipulation des digitalen Spielerpasses im Portal „DFBnet“ verantwortlich gemacht.

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