GESUNDHEIT

Bewahrheitet sich der befürchtete Corona-Ansturm auf Kinderärzte?

Schon vor einigen Monaten warnten Experten im Zuge der Corona-Pandemie vor einem Ansturm auf Kinderarztpraxen im Herbst. Wie ist die Situation in Pasewalk?
Bereits im Sommer warnten Experten vor einem Ansturm auf Kinderarztpraxen im Herbst. Bislang ist es aber noch zu früh, um
Bereits im Sommer warnten Experten vor einem Ansturm auf Kinderarztpraxen im Herbst. Bislang ist es aber noch zu früh, um darüber Aussagen treffen zu können Patrick Pleul
Pasewalk ·

Mit dem Beginn des Herbstes hält auch die Erkältungszeit Einzug in der Region. Doch wegen der Corona-Pandemie ist dieses Jahr alles ein bisschen anders. Symptome wie Schnupfen oder Halskratzen können schnell für Verunsicherung sorgen. Handelt es sich bloß um eine Grippe, oder ist es doch das Corona-Virus? Bereits im Sommer warnten Experten deshalb vor einem Ansturm auf Kinderarztpraxen im Herbst. Hat sich ihre Prognose bereits bestätigt?

Noch sei es zu früh, um darüber Aussagen treffen zu können, sagt Antje Vogler, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Asklepios-Klinik Pasewalk. Aktuell sei kein deutlicher Anstieg an Erkrankungen zu vermerken. „Allerdings sehen wir insbesondere in der Kinderarztpraxis einen größeren Bedarf an Behandlung, beispielsweise von Kindergartenkindern, welche eine Einschätzung zum derzeitigen Gesundheitszustand des Kindes und/oder eine Gesundschreibung benötigen“, sagt die Chefärztin.

Grippeschutz-Impfung oder nicht?

Auf einen Ansturm bereite man sich derzeit nicht vor, „dies erfordert die aktuelle Infektionslage in unserer geografischen Lage nicht.“ Grundsätzlich würden aber speziell vorbereitete Infektionszimmer, persönliche Schutzmaterialien und abgestimmte Hygienepläne bereitstehen. Zudem bestehe diesbezüglich eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald.

Was die Grippeschutzimpfung für Kinder angeht, verweist Antje Vogler auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und die der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung derzeit nicht standardmäßig für Kinder. Das Thema wird bei der Ständigen Impfkommission am RKI zumindest als ‚prioritär‘ angesehen“, sagt die Chefärztin.

Bei einer generellen Influenzaimpf-Empfehlung für Kinder gehe es auch darum, so Antje Vogler, ältere Personen indirekt zu schützen. „Im Endeffekt ist dies aber eine ganz individuelle Entscheidung der Familien.“ Eine Beratung beim niedergelassenen Kinderarzt hält sie für sinnvoll.

Für Kinder ab einem Alter von sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens werde die Impfung gegen Influenza mit einem saiso-nalen Vierfach-Impfstoff von der Impfkommission empfohlen.

„Eltern sollten auf ihr Bauchgefühl hören”

Bezüglich der Unterscheidung zwischen Corona und Grippe rät die Chefärztin Eltern, die allgemeine Infektionslage im Land und der Region sowie das eigene Risikoverhalten, also eventuellen Kontakt zu Verdachtsfällen oder Aufenthalt in Risikogebieten, zu beachten. „Ebenso sind die Symptome für Covid-19 heranzuziehen, wobei nur Schnupfen keinen begründeten Verdacht ausmacht“, sagt sie. „Eltern sollten auf ihr Bauchgefühl hören und ebenso wie auch vor einem Jahr die Erkrankung einschätzen.“ Bei Unsicherheiten oder mehreren Symptomen wie Husten, Halsschmerzen und Geruchs-/Geschmacksverlust, eventuell zusätzlich erhöhter Temperatur, rät sie, den kassenärztlichen Notdienst telefonisch zu konsultieren. Temperaturen über 38,5 Grad Celsius sollte durch den Kinder- oder Hausarzt abgeklärt werden.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

zur Homepage