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Blankensee träumt von Geldmühlen

Von Rainer Marten Die Gemeindevertretung Blankensee hat keinen Teilaustritt aus dem Naturpark „Am Stettiner Haff” beschlossen, korrigiert Blankensees ...

[KT_BU]Blankensees Gemeindevertreter öffnen das Tor, damit in der Gemarkung Windräder aufgestellt werden können. Ob nun direkt am Dorf oder an einer anderen Stelle - das entscheiden die Raumplaner, die Investoren und die Grundeigentümer. [KT_CREDIT] FOTO: [KT_BU][KT_CREDIT]R. Marten[/KT_CREDIT][/KT_BU]/Montage: S. Tews

Von Rainer Marten

Die Gemeindevertretung Blankensee hat keinen Teilaustritt aus dem Naturpark „Am Stettiner Haff” beschlossen, korrigiert Blankensees Bürgermeister Alfons Heimer einen Bericht. Aber: Die Gemeinde nahm im Februar nur einen Antrag auf Einbringung weiterer Teile des Gemeindegebietes in den Naturpark zurück.

Blankensee. Bis jetzt ist der Vorgang einmalig: Ein per Gemeindebeschluss für den Naturpark „Am Stettiner Haff” vorgesehener Bereich wird nicht mehr zum Naturpark gehören. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Gemeindevertretung in Blankensee bereits im Februar die seit etwa zwei Jahren geplante Gebietserweiterung zurückgenommen. Blankensees Bürgermeister Alfons Heimer legte in einer Mitteilung an den Nordkurier wert darauf, dass die Gemeinde damit keinen Teilaustritt aus dem Naturpark „Am Stettiner Haff“ beschlossen hat (Nordkurier vom 17. Mai). „Richtig ist vielmehr, dass ein Antrag auf Einbringung weiterer Teile des Gemeindegebietes in den Naturpark zurückgenommen wurde. Dieser Antrag lag über zwei Jahre ohne Entscheidung beim Landesumweltministerium.“

Die Altgemeinden Plöwen, Blankensee und Pampow gehörten beziehungsweise gehören mit ihren Flächen nur teilweise dem Naturpark an. Begründet ist das in der Festlegung, dass über 50 Prozent der Schutzfläche eines Naturparks ein Landschaftsschutzgebiet oder ein Naturschutzgebiet sein muss. Das war bis etwa 2011 in diesen Gemeinden so nicht gegeben. Deshalb traten die Gemeinden nur mit Teilflächen diesem Naturpark bei. Die Naturparkverwaltung wiederum bemühte sich bis März 2011 darum, weitere Flächen in diesem Gebiet mit einem entsprechenden Schutzstatus zu versehen, sodass am Ende die geforderte Prozentmarke erreicht wurde. „Im März 2011 entstand so das Landschaftsschutzgebiet Am Randowbruch, das rund 4200 Hektar groß ist und sich über die Gemarkungen der Orte Rothenklempenow bis Pampow erstreckt”, informierte auf Nachfrage Naturpark-Ranger Torsten Dinse. Die Naturparkverwaltung wurde vor der Beschlussfassung, auf eine Gebietserweiterung zu verzichten, weder angehört noch informiert. Sie erhielt am Ende nur eine schriftliche Information, dass der Erweiterungsverzicht vorliegt.

Bürgermeister Heimer bestritt gegenüber dem Nordkurier, dass alles geheim abgelaufen sei: „In der Gemeindevertreterversammlung wurde mit den anwesenden Bürgern ausgiebig über die Angelegenheit diskutiert und eine einstimmige Entscheidung im öffentlichen Teil der Gemeindevertretersitzung getroffen“, teilte er der Redaktion ebenfalls schriftlich mit. Hintergrund der Beschlussrücknahme ist, dass möglicherweise das Raumordnungsprogramm geändert wird. Im Gemeindegebiet von Blankensee könnten dann möglicherweise Windräder aufgestellt werden. Die Gemeinde, so Heimer, habe derzeit zwar noch einen ausgeglichenen Haushalt. Dass könne schon in zwei bis drei Jahren anders sein. Er verspreche sich dann zusätzliche Einnahmen, die entweder über ein eigenes Gemeindewindrad oder über Steuern der Gemeinde zufließen.