Löst der aus oder nicht? So ganz genau weiß das nur die Kreisverwaltung. Und die gibt sich geheimnisvoll.
Löst der aus oder nicht? So ganz genau weiß das nur die Kreisverwaltung. Und die gibt sich geheimnisvoll. Susanne Böhm
Attrappe?

▶ Blitzer an der B104 sorgt weiter für Spekulationen

Die Radarfalle vor Löcknitz ist weiter im Gespräch – wohl auch wegen der Geheimniskrämerei der Kreisverwaltung. Ein trauriges Gerücht dementierte die Behörde.
Löcknitz

Funktioniert der Blitzer an der Bundesstraße 104 vor Löcknitz oder nicht? Ganz genau weiß das nur die Kreisverwaltung, und die gibt sich weiter geheimnisvoll. Das seltsam aussehende Gerät, das lange niemanden mehr geblitzt haben dürfte, bietet derweil weiter Anlass zu Spekulationen – wohl auch wegen der Geheimniskrämerei der Behörde.

Ein Autofahrer hat eine traurige Geschichte über eine junge Frau gehört, die dermaßen über den Blitz erschrocken gewesen sein soll, dass sie mit ihrem Wagen von der Straße abgekommen und tödlich verunglückt sein soll. „Seither soll der Blitzer nur noch als Mahnmal stehen“, berichtet Oliver Makus und fragt, ob da was dran ist. Nein, teilt Landkreis-Sprecher Achim Froitzheim mit. „Das Gerücht ist dem Straßenverkehrsamt nicht bekannt. Von einem tödlichen Unfall aufgrund der Messanlage haben wir keine Kenntnis.“

Auch die Frage, wie lange genau der Blitzer dort schon steht, wird diskutiert. Manche sagen 20 Jahre, andere meinen zehn, Oliver Makus tippt auf 18. Damit liegt er ganz nah dran, sagt Froitzheim. „Die Geschwindigkeitsmessanlage wurde am 14. April 2004 installiert.“

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Geahndet wird ab 9 km/h zu viel

Gleich mehrere Leser sind sich sicher, dass man mehr als zehn Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs sein muss, damit der Blitzer auslöst. Peter Weirauch aus dem Verkehrsamt weiß es genau: „Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 10 km/h sind ordnungswidrig. Bis zu einer Überschreitung von 6 km/h erfolgt keine Ahndung“, erklärt er. Das sei die sogenannte Opportunitätstoleranz. „Von der gemessenen Geschwindigkeit sind 3 km/h bis zu einer gemessenen Geschwindigkeit von 100 km/h abzuziehen.“ Bei mehr als 100 km/h seien nicht 3 km/h, sondern 3 Prozent abzuziehen. „Die Ahndung erfolgt somit ab einer Überschreitung von 9 km/h.“ Ob der Tacho immer die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigt oder oft etwas zu viel – dazu äußert sich Peter Weirauch nicht.

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Blitzt er nun oder nicht?

Wie bei der Frage, ob der Blitzer überhaupt jemals blitzt, und wenn nein, warum nicht. „Dazu möchten wir keine Angaben machen“, richtet Anke Radlof aus der Behörde aus. Auch die Frage, wie oft der Apparat in diesem Jahr schon ausgelöst hat, bleibt weiter unbeantwortet. Das Gerät sei damals aufgestellt worden, weil auf der geraden Strecke, die auf eine Bergkuppe mit anschließender Kurve zuläuft, viele Unfälle passierten. Das habe sich seither deutlich gebessert.

Der Nordkurier war daraufhin probeweise mit 110 km/h bei erlaubten 100 an dem Kasten vorbeigefahren. Das Gerät hatte nicht reagiert.

Zwölf stationäre Blitzer hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald aufgestellt. Der bekannteste dürfte der in Groß Ernsthof bei Wolgast sein. Der blitzt nach Auskunft der Kreisverwaltung am häufigsten –15 265-mal im Jahr 2019 und 8166-mal im Jahr darauf.

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