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Braucht Vorpommern-Greifswald eine eigene Flagge?

Aus einem Prüfauftrag an die Verwaltung entsprang eine emotionale Debatte im Kreistag. Dabei ging es nicht mehr nur um die eigene Beflaggung.
Sascha Ott (CDU) verteidigte den Wunsch nach einer Vorpommern-Flagge.
Sascha Ott (CDU) verteidigte den Wunsch nach einer Vorpommern-Flagge. Schulz, Philipp
Vorpommern ·

Die Frage, ob der Kreis Vorpommern-Greifswald eine eigene Flagge braucht und wann diese hängen könnte, hat im Kreistag eine hitzige Debatte mit kontroversen Aussagen ausgelöst. Die CDU forderte in einem Antrag, dass der Kreis eine eigene Flagge haben müsse. Immerhin haben auch Rostock und die Mecklenburgische Seenplatte eine.

Diese kann jedoch nicht einfach gekauft werden. Gesetze geben klar vor, was eine offizielle Flagge darf. Unter anderem ist ein Heraldiker zu konsultieren und das Innenministerium muss die Flagge freigeben. Mit diesen Aufgaben hat der Kreistag den Landrat beauftragt.

Michael Sack (CDU) soll nicht nur eine Beschlussvorlage zum Führen einer Flagge vorlegen, sondern herausfinden, welche Kosten durch Beschaffung und ständige Beflaggung entstünden. 31 Kreistagsmitglieder sprachen sich für den Antrag aus und folgten damit den Ausführungen von Sascha Ott (CDU), der erklärte, das Flaggen identitätsstiftend seien. „Heimat ist für uns ein Lebensgefühl. Daher gilt es, die Identifikation mit unserer Heimat zu stärken”, so Ott weiter.

Kommentar: Flaggen sind so mikroskopisch wichtig.

Antrag für Regenbogenfahne

Neben dem Antrag der CDU-Fraktion brachten auch die Grünen Ideen ein, welche Flaggen vor den öffentlichen Gebäuden hängen könnten. Zum jährlich stattfindenden Christopher-Street-Day sei „die Regenbogenfahne als Zeichen für Toleranz, Akzeptanz und Solidarität vor öffentlichen Gebäuden des Landkreises zu hissen.”

Der Änderungsantrag wurde knapp abgelehnt, sorgte jedoch für eine hitzige Debatte. CDU-Mitglied Sascha Ott zeigte kein Verständnis für den Vorstoß der Grünen. Er bezeichnete homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen, für deren Gemeinschaft die Regenbogenflagge steht, als mikroskopische Randgruppe und fragte vom Podium an Grünenmitglied Ulrike Berger gewandt, ob sie überhaupt noch ernsthaft bei der Sache ist oder das hier nur noch ein Kinderspiel sei?

Auch andere Fraktionen brachten sich in die Debatte ein. Erik von Malottki (SPD) sprang den Grünen zur Seite und erklärte, dass sich in Polen mittlerweile 70 Gemeinden für schwulen- und lesbenfeindlich erklärt hätten und er es für ein schönes Zeichen hielte, sich hier weltoffen zu positionieren.

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