WINDKRAFT-GEGNER VERBÜNDEN SICH

Bürgerinitiativen kritisieren Landespolitik

Elf Bürgerinitiativen des Landes wollen ihre Kräfte gegen den massiven Ausbau der Windenergie bündeln. Das ist das Ergebnis eines Treffens in Bismark am Mittwochabend. Aus der Sicht der Initiativen werden im Landkreis Vorpommern-Greifswald überproportional viele Windkraftanlagen geplant und errichtet.
Rainer Marten Rainer Marten
Nach dem Abschluss des Treffens der Bürgerinitiativen in Bismark diskutierten Vertreter der Region, welche Aktionen durch
Nach dem Abschluss des Treffens der Bürgerinitiativen in Bismark diskutierten Vertreter der Region, welche Aktionen durchgeführt werden sollen. Gastgeber des Treffens war die Bismarker Initiative. ZVG
Vorpommern.

Die Politiker auf Landes- und Bundesebene müssen künftig mit mehr Gegenwind aus Vorpommern rechnen, wenn es um den Ausbau der Windenergie geht. In Bismark trafen sich am Mittwochabend Vertreter aus elf Initiativen Vorpommerns und aus Brandenburg, um ihre Arbeit zu koordinieren. Anstoß für das Treffen gab offenbar eine von der Bürgerinitiative Bismark angeschobene Petition an den Petitionsausschuss des Landtages, die Konzentration von Windkraftanlagen im südlichen Vorpommern zu stoppen. Mit Schreiben vom 12. Dezember wurden alle Petenten informiert, dass das Verfahren abschließend behandelt wurde. Die Petition wurde praktisch abgeschmettert. Großen Ärger löste die Ausführung im Schreiben an die Petenten aus, das Land werde weiterhin am Ziel des Ausbaus der erneuerbaren Energien festhalten.

"Übermäßige Konzentration von Windkraftanlagen”

In einer Pressemitteilung machten sich am Mittwoch die Vertreter der Bürgerinitiativen Luft. „Wir konstatieren mit Empörung und Entsetzen, dass Regierung und Landtag Mecklenburg-Vorpommerns am massiven Windkraftausbau festhalten und der Planungsverband Vorpommern beabsichtigt, die bereits übermäßige Konzentration von Windkraftanlagen in Vorpommern-Greifswald zu verstärken und diesen Landkreis als Lebensraum für Menschen und Wildtiere sowie Erholungs- und Tourismusgebiet zu vernichten“, heißt es dort. Die Regierungsparteien, die Grünen und die Linke sowie ein Großteil der Einwohner der Städte hätten sich „von der im ländlichen Raum lebenden Bevölkerung entsolidarisiert“ und seien bereit, Gesundheit und Lebensqualität der Landbevölkerung in „einer unwirksamen Klimarettung und einer unzuverlässigen und ineffektiven Energieversorgung zu opfern“.

Land soll seine Energiepolitik ändern

Die Vertreter der Initiativen empfinden es als zynisch, wenn Ministerpräsidentin Manuela Schwesig meint, Geldzahlungen an Betroffene wären eine angemessene Maßnahme zur Herstellung von Akzeptanz. Der laut NABU durch Windkraft verursachte Rückgang des Rotmilan-Bestands im Nordosten zeige, dass der Erhalt bedrohter Arten für Landesregierung und Landtag Mecklenburg-Vorpommerns kein wichtiges Anliegen bilde, heißt es. Landesregierung und Landtag werden aufgefordert, die Energie- und Wirtschaftspolitik des Landes grundlegend zu ändern und die verfehlte Energiepolitik und unwirksame Klimapolitik der Berliner Koalition nicht weiter mitzutragen. Es gebe in der Landbevölkerung, sehe man von wenigen Profiteuren ab, keine Akzeptanz für diese Energiewende mehr, heißt es weiter.

Getragen wird die gemeinsame Erklärung von den Bürgerinitiativen des Landkreises Vorpommern-Greifswald Behrenhoff, Bismark, Es reicht Demmin!, Freie Friedländer Wiese e. V., Freier Wind Kletzin, Stoppt Windpark Lüssow-Schmatzin! und Penkun, Bürger aus Jatznick. An dem Treffen in Bismark nahmen Bürger aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und aus Brandenburg sowie Vertreter des Freien Horizonts und der Bundesinitiative Vernunftkraft teil. Sie planten dort gemeinsame Aktionen gegen den weiteren Windkraftausbau in Vorpommern-Greifswald.

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