VOLKSTRAUERTAG

Bundeswehr-Veteranen distanzieren sich von Extremisten

Im Sommer wurde auf dem Löcknitzer Friedhof eine Gedenkstätte für gefallene Soldaten, Kriegsversehrte und Veteranen der Bundeswehr eingeweiht. Zum Volkstrauertag wollen die Initiatoren einen Kranz niederlegen. Im Vorfeld müssen sie aber eines noch einmal klarstellen.
Ronny Splettstößer (links) aus Krackow und René Lesener aus Blankensee gehören zu einer Bruderschaft, d
Ronny Splettstößer (links) aus Krackow und René Lesener aus Blankensee gehören zu einer Bruderschaft, die sich um Angehörige von Bundeswehr-Soldaten und um Veteranen kümmert. Auf dem Löcknitzer Friedhof gibt es seit August eine Gedenkstätte. Fred Lucius
Löcknitz ·

Dass der ein oder andere ihrer Bruderschaft mit Skepsis begegnet, sind Ronny Splettstößer aus Krackow und René Lesener aus Blankensee gewohnt. Schließlich sind die Bundeswehr oder deren Auslandseinsätze nicht jedermanns Sache. Doch gerade um Angehörige von gefallenen, getöteten, verunfallten Soldaten, um Kriegsversehrte und Veteranen der Bundeswehr kümmert sich die „Green Warriors Deutschland military Brotherhood“, die bundesweit tätige Bruderschaft aus Aktiven oder Veteranen der Luftlandetruppe sowie anderer Truppengattungen, der die beiden Männer angehören. Im Sommer haben sie mit Gleichgesinnten eine Gedenkstätte auf dem Löcknitzer Friedhof eröffnet.

Gegen Extremismus - egal ob links oder rechts

Zum Volkstrauertag am 15. November wollen sie – unter Einhaltung aller Corona-Vorschriften – einen Kranz niederlegen. Im Vorfeld dieser Aktion ist Ronny Splettstößer und René Lesener vor allem eines wichtig: Sie wollen klarstellen, dass sie gegen jede Art von Extremismus, egal, ob von links oder rechts, sind. Demnach hätten sie auch nichts mit der rechten oder linken Szene am Hut. „Politik hat bei uns nichts zu suchen. Von Parteien grenzen wir uns ab. Wer da irgendwo Mitglied ist, hat bei uns keinen Platz. Für uns gelten die Regeln der Bundeswehr“, meint Ronny Splettsößer. Dies habe man schon mehrfach kundgetan. Doch offenbar sei das an einigen Stellen noch nicht angekommen, fügt der Krackower hinzu. Vor der angekündigten Volkstrauertag-Aktion nämlich habe es überraschende Kontakte gegeben. „Bei mir waren Kripo-Beamte, denen ich etliche Fragen beantworten sollte. Etwa, womit wir uns beschäftigen. Oder, ob wir Mitglieder in Parteien sind“, berichtet René Lesener. Dass man mit der rechten Szene in Löcknitz nichts zu tun habe, habe er den Kripo-Beamten erklärt.

Schreiben vom Ordnungsamt erhalten

Ronny Splettstößer indes hat ein Schreiben vom kreislichem Ordnungsamt erhalten. In diesem wird er darauf hingewiesen, dass öffentliche Versammlungen und Aufmärsche unter freiem Himmel am Volkstrauertag untersagt sind. Und dass Auftritte, die der Veranstaltung ein militärisches Gepräge wie aus der Zeit des Nationalsozialismus verleihen, das Einschreiten der Versammlungsbehörde beziehungsweise der Polizei zur Folge haben. „Das fand ich schon ganz schön krass“, meint der Krackower. Wie jeder andere hätten sich auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes informieren können, für was die Green Warriors stehen.Die beiden vermuten, dass die Vorkommnisse mit der rechten Szene in den vergangenen Jahren zum Volkstrauertag die Kripo und das Ordnungsamt auf den Plan gerufen haben.

Rechte waren mit Fackeln, Fahnen und Trommeln durch den Ort gelaufen. Aber auch die jüngsten Berichte über Waffenfunde bei Soldaten oder Spezialeinsatzkräften sowie rechte Strukturen in der Polizei könnten der Auslöser sein. „Deshalb reden wir mit den Leuten und machen ihnen klar, dass wir damit nichts zu tun haben“, sagt Ronny Splettstößer, der daran erinnert, dass zur Einweihung der Löcknitzer Gedenkstätte ein katholischer Militär-Dekan aus Neubrandenburg diese geweiht habe.

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