Kreistag Vorpommern-Greifswald

CDU will Sandra Nachtweih als Präsidentin

Die CDU-Fraktion will Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih als Kreistagspräsidentin. Der Vorschlag muss jedoch eine fraktionsübergreifende Mehrheit finden.
Rainer Marten Rainer Marten
Als stärkster Fraktion steht der CDU das Vorschlagsrecht für das Präsidentenamt im Kreistag zu. Sie schlägt Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih für das Amt vor. Nun muss der Kreistag abstimmen.
Als stärkster Fraktion steht der CDU das Vorschlagsrecht für das Präsidentenamt im Kreistag zu. Sie schlägt Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih für das Amt vor. Nun muss der Kreistag abstimmen. Jörg Foetzke
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Pasewalk.

Die CDU im Kreistag Vorpommern-Greifswald meldet als stärkste Fraktion ihren Anspruch auf das Amt des Kreistagspräsidenten an. In der konstituierenden Sitzung der Fraktion am Montag wurde nicht nur Jeanette von Busse als neue Fraktionsvorsitzende und Falko Haack, Axel Hochschild und Beate Schlupp zu ihren Stellvertretern gewählt, in der Zusammenkunft erhielt Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih mehrheitlich das Vertrauen der Fraktion als Kandidatin für das Amt als Kreistagspräsidentin.

Stimmen weitere Fraktionen dem Vorschlag zu?

Nachtweihs Wahl ist von der Zustimmung weiterer Fraktionen abhängig. Denn die CDU verfügt über lediglich 20 von 69 Sitzen. Als stärkste Fraktion hat sie das erste Vorschlagsrecht für dieses Amt.

Der CDU-Vorschlag überrascht die anderen Parteien oder Gruppierungen zum Teil im Findungsprozess als Fraktion. Die zweitstärkste Fraktion im Kreistag, die AfD (12 Mitglieder), hat die konstituierende Sitzung bereits hinter sich. Fraktionsvorsitzender wurde Stephan Reuken, Greifswald, sein erster Stellvertreter wurde Axel Gerold, Altwarp.

AfD: „Man muss mit uns sprechen”

Gerold brachte den CDU-Kandidatenvorschlag so auf den Punkt: „Es wird garantiert nicht so sein, dass die CDU einen Vorschlag unterbreitet und sich dem alle anderen anschließen. Im Boot sitzen hier weitere Fraktionen. Es geht um ein Gesamtkonzept, wie die Stellen besetzt werden. Dafür muss man mit uns sprechen.“

Bereits konstituiert haben sich die Linken (neun Mitglieder), jedoch ohne ihre Personalfragen zu klären. „Die Wahl unseres Fraktionsvorstandes erfolgt am 13. Juni“, so Kreistagsmitglied Jeannine Rösler aus Tutow. „So viel kann ich aber sagen: Wenn die CDU Sandra Nachtweih für dieses Amt ins Spiel bringt, so stehen wir dem durchaus positiv gegenüber.“

SPD ist noch im Findungsprozess

Noch im Findungsprozess ist die SPD. Die Fraktion (sieben Mitglieder) konstituiert sich am 11. Juni, sagte Kreistagsmitglied Norbert Raulin. Einen Standpunkt der Fraktion könne er zu der Personalie nicht geben. „Persönlich halte ich es für gut, dass Bürgermeister auch Kreistagsmitglieder sind, denn sie repräsentieren dort ihre Gebietskörperschaft. Der stärksten Fraktion steht das Vorschlagsrecht zu. Sollte sich eine Mehrheit für Nachtweih aussprechen, so würde das auch der Uecker-Randow-Region gut zu Gesicht stehen.“

Nachtweih: „Ich fühle mich geehrt”

Sandra Nachtweih (44) wurde noch als Parteilose auf der Liste der CDU für den Kreistag aufgestellt. Inzwischen gehört sie der Partei an. „Ich fühle mich geehrt, dass meine Fraktion mir das zutraut, denn auf Kreisebene bin ich ein politischer Neuling. Und es geht hier wirklich um ein sehr anspruchsvolles Amt. Anspruchsvoll auch angesichts der Konstellationen im Kreistag“, sagte sie.

In den eigenen Reihen findet der Vorschlag große Zustimmung. Löcknitz Bürgermeister Detlef Ebert, ebenfalls Mitglied im Kreistag, sagte: „Ich finde diesen Vorschlag wirklich gut, weil damit unsere südliche Kreishälfte im Kreistag deutlich stärker repräsentiert wird.“ Freude auch bei Pasewalks CDU-Ortsvorsitzenden Ralf Schwarz, der ebenfalls dem Kreistag angehört: „Als stärkste Fraktion steht uns traditionell dieses Vorschlagsrecht zu. Ich halte sie für die Richtige in diesem Amt. Natürlich muss dieser Vorschlag auch eine demokratische Mehrheit finden.“