Wer in die Praxis der Pasewalker Hautärztin Marga Hoppe möchte, muss einen negativen Coronatest haben. Das gefä
Wer in die Praxis der Pasewalker Hautärztin Marga Hoppe möchte, muss einen negativen Coronatest haben. Das gefällt nicht jedem. NK-Montage, Fotos: Kira Hofmann/dpa, Susanne Böhm
Schutz vor Infektion

Corona-Ärger in der Hautarztpraxis – Behandlung nur mit Test

Zu Marga Hoppe in Pasewalk kommt derzeit nur, wer einen aktuellen Coronatest vorlegen kann. Die Regel dient dem Schutz ihrer Mitarbeiterinnen. Nicht jeder hat dafür Verständnis.
Pasewalk

In der Hautarztpraxis von Marga Hoppe in Pasewalk gelten strenge Hygieneregeln. Rein darf nur, wer einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorweisen kann und eine Maske trägt. Schilder an der Praxistür am Neuen Markt weisen darauf hin. Auch auf ihrem Anrufbeantworter werden Patienten darüber informiert. Wer einen Termin hat, wurde außerdem telefonisch über die neue Regelung in Kenntnis gesetzt.

„Ich mache von meinem Hausrecht Gebrauch“, sagte die Dermatologin auf Nordkurier-Nachfrage. Die Anordnung diene dem Schutz zweier Mitarbeiterinnen, die sich wegen Schwangerschaft und Krankheit momentan nicht boostern lassen können. „Ich möchte die Mädchen nicht in Gefahr bringen, und ich möchte, dass sie ohne Angst arbeiten können.“

Das Testergebnis müsse zertifiziert sein. Ein Selbsttest von zu Hause genüge nicht. Für ihre Patienten sei das nur ein kleines bisschen mehr Aufwand. Auf ihre Mitarbeiterinnen könne sie nicht verzichten. „Ich kann den Laden nicht alleine schmeißen. In jeder Stadt gibt es Teststellen. In Pasewalk testen zum Beispiel die Kreis-Apotheke und die Storchen-Apotheke. Die Neubrandenburger kommen auch mit Test zu mir. Die schaffen das auch. Jeder kann nach einem kleinen Umweg zur Teststelle bei mir Hilfe bekommen.“

Patientin sieht die Regelung nicht ein

Verständnis hat nicht jeder. „Ich habe heute einen Anruf aus der Praxis erhalten. Ich hätte am Dienstag einen Termin gehabt. Ich und jeder andere, ob geimpft, genesen oder geboostert, darf die Praxis nur noch mit aktuellem Tagestest betreten. Was soll das?“, fragte Petra Heine aus Battinsthal. „Warum haben die Menschen sich impfen und boostern lassen, wenn sie dennoch weiter wie Aussätzige behandelt werden. Ist das überhaupt rechtens?“

Da ist man sich bei der Ärztekammer MV nicht so sicher. „Eine Behandlung darf aus unserer Sicht nicht von einem Test abhängig gemacht werden. Eine Beurteilung, was speziell das Verhalten der Pasewalker Hautärztin betrifft, können wir aber aus der Ferne nicht machen. Dazu müsste sich die betroffene Patientin persönlich an uns wenden, sodass wir den Fall überprüfen können“, erklärte Sprecherin Katarina Sass. Nur vom Impf-Status dürfe die Behandlung eines gesetzlich Versicherten ebenfalls nicht abhängig gemacht werden. Die Praxisinhaber seien aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen, damit die Gesundheit der Anwesenden geschützt bleibt. Bisher würden der Ärztekammer zwei Beschwerden vorliegen, in denen es „um eine unsachgemäße Kommunikation zwischen Arzt und Patient geht“. Diese befänden sich noch in der Überprüfung. Aus diesem Grund könnte die Kammer keine Details nennen.

Patienten dürfen nicht ohne Grund abgewiesen werden

Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KV) darf ein Arzt die Behandlung eines Patienten in begründeten Fällen durchaus ablehnen. Ob ein begründeter Fall vorliegt, sei bei jedem Einzelfall zu prüfen. „Dabei wird neben dem Beschwerdeführer auch die Arztpraxis zu dem Sachverhalt angehört, bevor eine Bewertung erfolgt und über das weitere Vorgehen entschieden wird“, erklärte KV-Sprecherin Kerstin Alwardt. Derzeit würden der KV keine derartigen Fälle vorliegen.

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Hautärztin Marga Hoppe setzt auf das Verständnis ihrer Patienten und weist darauf hin, dass der Zustand nicht von Dauer ist. Die meisten hätten kein Problem damit. Sobald sich ihre Sprechstundenhelferinnen boostern lassen können, werde die Testpflicht aufgehoben. Bis dahin lassen sie und ihre Mitarbeiterinnen sich auch täglich testen. Im Übrigen suche sie ab sofort zwei Medizinische Fachangestellte, die bis August 2023 die Schwangerschaftsvertretung übernehmen möchten.

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