Glaubt man einem Gerücht, sollen in diesem Kaufland-Markt in Pasewalk 25 Corona-Infizierte gleichzeitig gewesen sein.
Glaubt man einem Gerücht, sollen in diesem Kaufland-Markt in Pasewalk 25 Corona-Infizierte gleichzeitig gewesen sein. Susanne Böhm
Fake-News

Corona-Gerücht um Kaufland und Real erreicht MV

In einem Supermarkt sollen 25 Corona-Infizierte gleichzeitig gewesen sein. Die Geschichte macht unter anderem in Pasewalk, Prenzlau, Neubrandenburg und Neustrelitz die Runde.
Pasewalk

Impfung verursacht Erektionsstörungen, Impfung macht unfruchtbar, Impfung führt zum Tod: Immer wieder machen solche und andere Fake News im Zusammenhang mit Corona die Runde. Zurzeit geistert eine Geschichte durch den Nordosten, die wohl ebenfalls erfunden ist.

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Die Mitarbeiterin eines Testzentrums soll in einem Supermarkt gewesen sein und dort einen Mann erkannt haben, den sie zuvor mit Corona in Quarantäne geschickt hatte. Umgehend habe sie am Informations-Tresen des Marktes verlangt, der Mann möge ausgerufen und nach Hause geschickt werden, andernfalls rufe sie die Polizei. Die Supermarkt-Mitarbeiterin am Info-Stand habe per Mikrofon in die Kaufhalle gerufen, derjenige, der mit Corona infiziert ist, möge sich umgehend bei ihr einfinden. Daraufhin seien 25 Leute bei ihr erschienen.

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Die Schauplätze der Geschichte wechseln. Mal hat sich der Vorfall bei Kaufland in Pasewalk oder Prenzlau, dann wieder bei Real in Neubrandenburg zugetragen. Von der erfundenen Begebenheit wird in Anklam beim Frisör erzählt und auch in Waren in der Apotheke.

Eine sagenhafte Geschichte

Real-Sprecher Markus Jablonski kam die Erzählung zum ersten Mal vor 18 Monaten zu Ohren und seither immer wieder aus allen Teilen Deutschlands. „Wenn das stimmen würde, wüsste ich es”, versicherte er am Sonnabend. Ihn erinnere das Ganze an die Legende von der Spinne in der Yuccapalme – „eine sagenhafte Geschichte, die immer weiter gedreht wird”.

Auch bei Kaufland ist der angebliche Vorfall bekannt und genauso wenig wahr, teilte das Unternehmen auf Nordkurier-Nachfrage mit. „Es handelt sich um ein Gerücht, das seit April durch ganz Deutschland geistert. Grundlage soll ein Sketch des Komikers Sebastian Pufpaff sein”, hieß es von Kaufland.

Jürgen Kolletzki vom Polizeipräsidium Neubrandenburg weiß nichts von einem Corona-Einsatz in einem Supermarkt. "Das wird ein Gerücht sein, so ähnlich wie das von der angeblichen Impftoten in Neustrelitz, die sich bei der Zeitung gemeldet hat".

Lebensmittelmärkte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind trotz verschärfter Corona-Bestimmungen für jedermann offen. Ob der Einkauf dadurch zum Superspreader-Event wird, ist unklar. Hinweise darauf gibt es nach Auskunft der Behörden nicht. Es werden in den Märkten aber auch keine Daten für die Kontaktverfolgung erhoben.

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