INFEKTIONSLAGE IM KREIS

Corona-Zahlen in Vorpommern-Greifswald bleiben hoch

Nach Feiertagen und Jahreswechsel sind die Infektionszahlen mit dem Coronavirus weiter hoch. Landrat Michel Sack appelliert nun an die Bevölkerung und mahnt zur Vorsicht.
Eine Pflegekraft betreut im besonders geschützten Teil der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald eine
Eine Pflegekraft betreut im besonders geschützten Teil der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald einen Corona-Patienten. Aktuell liegt die Zahl der Infektionen in Vorpommern-Greifswald auf ähnlichem Niveau wie vor Weihnachten. Jens Büttner/NK-Archiiv
Greifswald ·

„Die Infektion hat auch an den Feiertagen nicht Halt gemacht.“ Mit deutlichen Worten will Landrat Michael Sack (CDU) die Bevölkerung in Vorpommern-Greifswald auf den Ernst der Lage aufmerksam machen und belegt diese mit Zahlen: Allein in den zehn Tagen zwischen Heiligabend und dem 3. Januar wurden in Vorpommern-Greifswald 433 Corona-Infektionen nachgewiesen.

In diesem Zusammenhang seien über 3.300 Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne versetzt worden, so der Landrat. Die Zahlen sind gerade deswegen hoch, da das Robert-Koch-Institut besonders über die Feiertage und zu den Tagen bis Neujahr davon ausging, dass sich weniger Menschen als üblich testen lassen.

„Achten Sie auf sich Ihre Lieben”

„Die Infektion ist bei uns im Landkreis und greift nach wie vor um sich!“, betonte Sack – und richtete einen deutlichen Appell an die Vorpommern: „Meine Bitte ist, achten Sie auf sich und Ihre Lieben. Seien Sie vorsichtig. Wir haben ganz viele Kontakte und Ansteckungen gerade im privaten Umfeld, unter Freunden, innerhalb der Familie.“

Bislang ist der befürchtete massive Anstieg von Infektionen nach den Feiertagen und Ferien ausgeblieben. Die 7-Tages-Inzidenz – die Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen – lag am 6. Januar mit 115,7 ähnlich hoch wie drei Tage vor Heiligabend am 21. Dezember 2020. Auch damals lang der Inzidenz-Wert des Kreises bei 115.

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Strasburg: Corona-Hotspot in Vorpommern zu Weihnachten

In Strasburg, das vor und um die Weihnachtstage besonders betroffen war und sich zu einem Hotspot im Kreis entwickelt hatte, beruhigt sich die Situation langsam. Mit Zahlen vom 6. Januar gab der Kreis im dortigen Amtsbereich eine 7-Tages-Inzidenz von 86 an. Zuvor wurde bekannt, dass in dem besonders betroffenen Strasburger Pflegeheimes zehn Bewohner an oder mit dem Coronavirus gestorben sind.

Die Betroffenen waren im Alter zwischen 72 und 96 Jahren und hatten meist schwere Vorerkrankungen. Das teilte Geschäftsführer der Diakoniewerk Kloster Dobbertin Gesellschaft, Hans Hopkes, am Montag mit. Die Ursache für die Infektionen im Amt Strasburg habe jedoch nicht im Heim selbst gelegen, teilte Hopkes mit. In der Woche vor dem 24. Dezember war die Inzidenz in Strasburg teilweise auf 1.500 Infizierte pro 100.000 Einwohnern gestiegen. Zahlreiche Kitas und Schulen waren betroffen.

Kreisverwaltung bitte um Kontakt per Telefon oder E-Mail

Um weitere Infektionen innerhalb der Verwaltung des Kreises bereits im Vorfeld zu unterbinden, hatte Landrat Sack einen besonderen Lockdown über seine gut 1.100 Kollegen an den verschiedenen Standorten verhängt. Deswegen sollen so viele Mitarbeiter wie möglich per Homeoffice von daheim arbeiten.

Um direkten Kontakt in den Gebäuden der Kreisverwaltung zu vermeiden, ist die Bevölkerung angehalten, alle Anliegen telefonisch und via E-Mail zu klären. Nur die Zulassungs- und Führerscheinstellen sind von den Maßnahmen ausgenommen. Die Anweisung gilt zunächst bis zum 15. Januar.

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Trotz verschärftem Lockdown, Verwaltungs-Quarantäne und hohen Infektionszahlen sind die mobilen Impfteams weiter unterwegs. Die erste Charge von 1.000 Impfdosen wurde bereits verimpft. Seit Montag werden 1000 weitere Dosen verteilt. Die Pressestelle des Landkreises zählt auf: „In dieser Woche wurde vom Impfzentrum Pasewalk aus bislang vier Einrichtungen versorgt und vom Impfzentrum Greifswald ebenfalls vier. In der vergangenen Woche waren es vom Stützpunkt Pasewalk aus sechs Einrichtungen und von Greifswald aus neun.“

Entgegen der ursprünglichen Planung, dass Krankenhäuser ihr Personal selbstständig impfen, sollen die Häuser künftig auch durch die Impfzentren versorgt werden.

Link: Webseite des Landkreis Vorpommern-Greifswald (www.kreis-vg.de)

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