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Däumchen drehen im Alter? Nichts für die Bufdi-Bohms!

Daniel Grimm, Einrichtungsleiter im Pasewalker Cura Seniroencentrum, bedankt sich bei Eva-Maria und Peter Bohm für 18 Monte Bundesfreiwilligendienst.  Foto: R. Nitsch

VonRita NitschFür 18 Monate haben die Vorruheständler Peter und Eva-Maria Bohm ganz neue Erfahrungen gesammelt. Sie absolvierten den ...

VonRita Nitsch

Für 18 Monate haben die Vorruheständler Peter und Eva-Maria Bohm ganz neue Erfahrungen gesammelt. Sie absolvierten den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) im Pasewalker Cura-Seniorencentrum.

Pasewalk.Sich im Ruhestand zurücklehnen. Zeit für gemeinsame Ausflüge. Davon träumt so manches Ehepaar, das sein Leben lang gearbeitet hat. Doch für Eva-Maria kam das mit 62 Jahren und Peter Bohm mit damals 66 Jahren nicht in Frage. 2009 zogen sie von Baden Württemberg nach Groß Spiegelberg. „Wir haben es beide gut im Leben getroffen und wollten im Ruhestand nicht einfach die Hände in den Schoß legen. Da haben wir uns aufgemacht und in den Heimen gefragt, wo Hilfe benötigt wird. So sind wir Bufdis geworden“, erzählt die einstige Verwaltungswirtin Eva-Maria Bohm. Außerdem habe es gut gepasst, dass beide so eine Tätigkeit in einem Haus aufnehmen konnten. Das sparte Benzinkosten und brachte trotzdem noch genügend an gemeinsamer Freizeit. Zwei bis drei Tage in der Woche arbeiten, je nach Bedarf war auch ein voller Arbeitstag angesagt. Eva-Marie stieg mit in die soziale Betreuung der Heimbewohner ein. Für Peter Bohm, gelernter Mechanikermeister, blieb genügend Arbeit im Hausmeisterbereich. „Wie viele Bilder ich in den vergangenen Monaten in der Einrichtung aufgehängt habe, kann ich gar nicht mehr sagen“, erzählt er. Besonders alte Fotos oder Bilder aus den aufgegebenen Wohnungen der Senioren hat er an die Wände gebracht. Die Flure hat er alle neu gemalert, gegen Laub und Schneemassen gekämpft sowie Senioren zu den Ärzten gefahren.
Zeitungsschauen, Essen auftragen, Feste vorbereiten helfen, spazieren gehen, Gedächtnistraining, da war Eva-Maria Bohm in ihrem Element. „Erst mit der Zeit wurde mir so richtig bewusst, was es heißt, in so einer Einrichtung zu arbeiten“, denkt sie zurück. Die Pflegekräfte hätten alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit der Pflege, sondern auch mit einer Menge Bürokratie und Dokumentationspflichten.
Jetzt, nach 18 Monaten, zieht das Ehepaar Bilanz: „Wir sind für die Erfahrung, die wir als Bufdis machen durften, dankbar.“ Man habe eine Menge dazu gelernt und sei im Mitarbeiter-Team sehr gut aufgenommen worden. Und eines wissen die Bohms schon heute: Es wird nicht der letzte Besuch im Heim gewesen sein. So haben sie ihre Hilfe für das Parkfest am 24. August zugesagt.
Und offenbar ist auch die Heimleitung begeistert von der Sache mit den Bufdis. Denn sie sucht jetzt neue Leute, die Interesse am Bundesfreiwilligendienst haben. Sind ab August zwei Stellen zu vergeben, so sind es ab September noch einmal drei. „Bevor jemand bei uns anfängt, kann er jederzeit auch zu einem Schnupperarbeiten kommen“, lädt Einrichtungsleiter Daniel Grimm ein.