SOMMER-HITZE

Darum hatten die Löcknitzer tagelang kein Trinkwasser

Tropische Temperaturen und kein Tropfen Wasser: Eine Verkettung mehrerer Pannen führte dazu, dass das vorpommersche Löcknitz, zum Teil auch die Nachbardörfer, in größter Hitze ohne Leitungswasser dastanden. Kein Wunder, dass manche Bürger da richtig sauer wurden.
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Ein Elektronikschaden, später zwei ausgefallene Rohwasserpumpen waren die Ursache für den Trinkwasserausfall und für die Einschränkungen am Wochenende in Löcknitz und in einigen benachbarten Dörfern. Am Sonntag waren die Schäden behoben, am Montag wurde nachkontrolliert. Rainer Marten
Löcknitz.

„Das war schon eine Katastrophe!“ Viviane Jüstel holt tief Luft. Als die Löcknitzerin am Donnerstagabend noch einmal Trinkwasser zapfen wollte und den Hahn betätige, fiel kein Tropfen ins Becken. „Kein Wasser! Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ Nachbarn, Bekannte, alle saßen auf dem Trocknen. Irgendwann floss dann wieder Wasser, um später zeitweise ganz zu versiegen. In den sozialen Medien regte sich der Unmut, viele griffen zum Telefon, um den Bereitschaftsdienst des Trink- und Abwasserzweckverbandes Uecker-Randow Süd-Ost anzurufen.

Versorgungsengpass spürten auch die Boocker

Uwe Menz, Technischer Geschäftsführer des Verbandes, kann den Ärger der Bürger verstehen. In dieser Hitze will niemand ohne Wasser sitzen, weiß er. Der Technische Geschäftsführer spricht von einer Pannenserie, die Donnerstagabend begann und sich bis Sonntag hinzog. „Los ging es am Donnerstagabend mit einem Schaden an der Elektronik. Der Fehler musste erst gesucht und behoben werden. Das führte zu einem ersten Versorgungsengpass – nicht nur in Löcknitz, sondern bis nach Boock.“ Der Schaden konnte schließlich behoben werden. „Am Freitag fielen dann im Löcknitzer Wasserwerk zwei von fünf Rohwasserpumpen aus. „Zwei auf einmal – das ist schon ungewöhnlich“, sagt er. Derartige Pumpen hat der Verband auf Lager, aber sie mussten erst installiert werden. In diesem Zeitraum fiel das 500 Kubikmeter Trinkwasser fassende Speicherbecken am Wasserwerk leer, weil angesichts der Hitze der Wasserverbrauch exorbitant angestiegen war. Seine Mitarbeiter hätten nachts bis 23 Uhr gearbeitet, um die Schäden zu beheben, sagt Menz.

Die erste technische Störung seit 20 Jahren

Wasser wurde immer wieder einmal bereitgestellt, eine durchgehende Vollversorgung konnte jedoch erst am Sonntag gegen 21 Uhr erreicht werden. Betroffen von den Versorgungseinschränkungen war nicht nur Löcknitz mit seinen 3200 Einwohnern, sondern auch Boock, wo sich ein 200 Kubikmeter Wasser fassender Behälter befindet, Rothenklempenow, Glashütte, Blankensee und Freienstein. Die Einschränkungen waren unterschiedlich stark spürbar.

Nicht in jedem Fall hätten die Anrufer sachlich reagiert, sagt Uwe Menz. Er hält es für wichtig, einen Fakt richtigzustellen: „Das Löcknitzer Wasserwerk wurde vor etwa 20 Jahren saniert. Bis zum Wochenende gab es, anders als Anrufer behaupteten oder in den sozialen Medien dargestellt wurde, keine technischen Störungen. Es lief einwandfrei. Wenn es Versorgungsunterbrechungen gab, dann waren das in den Medien oder in unserem Internetauftritt angekündigte Wartungs- oder Instandsetzungsunterbrechungen.“

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Kommentare (1)

Vielen Dank an die die Techniker.
Haste Scheisse am Schuh, haste Scheisse am Schuh.
Wer mit technischen Anlagen zu tun hat, weiß wie es manchmal ist. Da kommt alles auf einmal.
Ich glaube den Darstellungen des Herrn Menz und hab volles Verständnis.
In diesem Sinne: Wasser marsch...