In Löcknitz und mehreren Gemeinden aus der Umgebung wird seit Freitag das Trinkwasser gechlort.
In Löcknitz und mehreren Gemeinden aus der Umgebung wird seit Freitag das Trinkwasser gechlort. Patrick Pleul
Wasserversorgung

Darum ist Chemie im Trinkwasser in Löcknitz und Umgebung

Erst vor etwa zwei Monaten sorgten Schnecken für verschmutztes Trinkwasser in Ladenthin. Nun wird in Löcknitz und den umliegenden Gemeinden das Trinkwasser mit Chlor versetzt. Warum?
Löcknitz

Das Trinkwasser wird gechlort, und keiner weiß es! Davon jedenfalls ging die Leserin aus, die sich jetzt beim Nordkurier meldete. Sie sei am Freitag in Löcknitz beim Friseur gewesen, und da habe sie erfahren, dass in Löcknitz und in ihrem Wohnort Boock das Trinkwasser gechlort werde. Ihre Kritik: „Warum werden die Leute, die es betrifft, nicht über ein solches Vorgehen informiert?“

Auf Nordkurier-Nachfrage beim Trink- und Abwasserzweckverband Uecker-Randow bestätigte der technische Geschäftsführer des Zweckverbandes, Uwe Mentz, dass das Trinkwasser in Löcknitz und Boock seit Freitag gechlort wird. „Der davon betroffene Bereich ist sogar noch größer“, so Mentz weiter. Auch in Blankensee, Freienstein, Glashütte, Grünhof, Mewegen, Pampow und Rothenklempenow werde dem Wasser seit Freitag Chlor hinzugefügt.

„Chlor ist reine Vorsichtsmaßnahme”

Der Grund dafür ist simpel, wie der technische Geschäftsführer erklärte. „Es werden derzeit Bauarbeiten im Wasserwerk Löcknitz durchgeführt.“ Seit Freitag werde das sogenannte Filterbild erneuert. Das Chloren erfolge in Absprache mit dem Gesundheitsamt, um einer etwaigen Verschmutzung des Trinkwassers durch die Arbeiten vorzubeugen. Das Chlor ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme, versicherte Mentz. Demzufolge müsse das Wasser vor der Verwendung oder dem Verzehr auch nicht abgekocht werden.

Der Zustand wird noch bis Mitte Dezember anhalten

Mentz schätzte, dass die Arbeiten noch bis etwa Mitte Dezember andauern werden. Nach Beendigung der Chlorung werde man die betroffenen Anwohner darüber informieren, sagte er.

Den Vorwurf, dass die von der Maßnahme betroffenen Bürger nicht informiert worden seien, wies er zurück. „Alle betroffenen Bürger haben einen Einwurf in ihrem Briefkasten erhalten, und auch auf unserer Homepage haben wir die Bauarbeiten angekündigt.“ Möglicherweise sei der Zettel bei der Leserin aus Boock in der übrigen Post untergegangen, vermutete Uwe Mentz.

Generell gelte, dass der Trink- und Abwasserzweckverband die Bürger bei Maßnahmen dieser Art vorab informieren müsse. „Manche Leute reagieren beispielsweise allergisch auf Chlor, es ist wichtig, dass sie Bescheid wissen“, sagte Uwe Mentz.

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