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Das Haus gibt’s noch nicht, ist aber schon jetzt voll ausgebucht

Unter den Augen von Erwin Stöhlmacher (rechts) und Thomas Kuhrt versenkt Peter von Loeper die gut gefüllte Kassette.  FOTOs: A. Stegemann

VonAngela StegemannPasewalks Baustraßemacht ihrem Namen alles Ehre: Es wird gebaut.Vor allem Senioren warten sehnsüchtig darauf,dass das Haus fertig wird. ...

VonAngela Stegemann

Pasewalks Baustraße
macht ihrem Namen alles Ehre: Es wird gebaut.
Vor allem Senioren warten sehnsüchtig darauf,
dass das Haus fertig wird. Für die 15 altersgerechten Wohnungen und die 12 Plätze für Demenzkranke gibt es bereits 60 Anträge.

Pasewalk.Mädchen und Jungen aus der Kita „Am Pulverturm“ schauen neugierig durch den Bauzaun. Jüngster ist der einjährige Edgar. Nur wenige Meter entfernt sitzt die 99-Jährige Johanna Schaefer im Rollstuhl. In ein paar Tagen wird sie 100. Was die Generationen eint: Sie erleben, wie der Grundstein für ein Haus gelegt wird. Das passiert nicht alle Tage. Johanna Schaefer ist im Altenheim St. Spiritus gut aufgehoben. Dieses Glück haben aber nicht alle älteren Menschen, die nicht mehr so fit sind. Sie warten auf einen Platz im betreuten Wohnen oder im Heim. Da gibt es lange Wartelisten in der Region. Deshalb entschloss die Geistliche Stiftung Sankt Georg und Sankt Spiritus sich, neu zu bauen. Vergessen sind alle Sorgen von der Suche nach geeignetem Bauland und ungeklärten Eigentumsverhältnissen. Nun geht es los. Damit auch Edgar und die Generationen nach ihm einmal wissen, wie alles begann, gaben sich die Bauherren viel Mühe beim Füllen der Kassette. Nicht nur Zeitungen, Bauunterlagen und Münzen kommen hinein. Ein Plakat zeigt das St. Spiritus-Teammit dem sanierten Haus. Das Gebäude ist auf einer Silbermünze abgebildet. Damit niemand schon vorher an die guten Stücke kommt, gab sich Peter von Loeper, Datenschutzbeauftragter der Nordkirche, alle Mühe, die Kassette unter dem ersten Stein zu versenken.
Gebaut werden 15 altersgerechte Wohnungen, jeweils 50 Quadratmeter groß. Für an Demenz Erkrankte entsteht außerdem eine Wohnanlage mit zwölf Plätzen. 2,7 Millionen Euro kostet das Ganze. Kuratoriumsvorsitzender Thomas Kuhrt und Vorstand Erwin Stöhlmacher wirken erleichtert, dass es jetzt endlich losgehen kann. Allerdings kann der ursprüngliche Termin, das Haus Weihnachten zu eröffnen, wegen des vergangenen langen Winters nicht gehalten werden. „Ostern können die Senioren einziehen“, sagt Stöhlmacher.
Die Bauleute legen gerade los – und er hat schon 60 Anmeldungen. Das Wichtigste kommt aber noch, blickt Propst Andreas Haerter voraus. Er las einmal an einem alten Fachwerkhaus „Stein und Mörtel bauen ein Haus. Geist und Liebe schmücken es aus.“ Aber bis dahin ist noch Zeit.