TÖDLICHE MESSER-ATTACKE

Das lange Schweigen nach einer blutigen Nacht

Am Ende lag Ronny S. tot auf der Wiese vor Block Nummer 13. Noch immer ist wenig bekannt darüber, was genau in dieser Nacht in der Pasewalker Oststadt geschah. Dafür sind die Spekulationen um so größer.
Der mutmaßliche Täter wurde am Freitag dem Haftrichter in Pasewalk vorgeführt. Er wurde durch einen Nebeneinga
Der mutmaßliche Täter wurde am Freitag dem Haftrichter in Pasewalk vorgeführt. Er wurde durch einen Nebeneingang in das Gebäude gebracht. Holger Schacht
Am Freitag hatten bereits viele Menschen Blumen und Kerzen auf der Wiese vor dem Wohnblock abgelegt.
Am Freitag hatten bereits viele Menschen Blumen und Kerzen auf der Wiese vor dem Wohnblock abgelegt. Christopher Niemann
Pasewalk.

Gerüchte, Spekulationen, Informationssperre. Am Donnerstag nach der Gewalttat in Pasewalks Oststadt war noch alles rätselhaft. Anwohner hatten nichts gesehen, in sozialen Netzwerken überschlugen sich Nutzer mit Spekulationen, Polizei und Staatsanwaltschaft hielten sich bedeckt. Noch war unklar, was genau sich am Mittwochabend in der Robert-Koch-Straße zugetragen hat. Fest stand nur, ein Mann wurde niedergestochen. Er verblutete am Tatort.

Zwei Tage nach der Bluttat gibt Oberstaatsanwalt Andreas Lins, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Auskunft darüber, was sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Robert-Koch-Straße abgespielt hat. Lesen Sie hier dazu mehr.

Er gibt an, dass mehrere Menschen an diesem Abend zusammen waren. Man habe sich gekannt. Gegen 23 Uhr habe es einen Streit zwischen Täter und Opfer gegeben, so Lins. „Im Rahmen dieses Streits hat der Verdächtige das Opfer niedergestochen”, sagt der Oberstaatsanwalt. Dazu, woher der Mann das Messer hatte, will Lins keine Angaben machen. Die Polizei sei von Zeugen alarmiert worden.

Rettungskräfte konnte nichts mehr für ihn tun

Bei dem Opfer soll es sich, nach Nordkurier-Informationen, um Ronny S. handeln. Einen 47-jährigen Deutschen, der in der Plattenbausiedlung in der Oststadt lebte. Block Nummer 15. Er starb nur ein Haus entfernt von seiner Wohnung, auf der Grünfläche vor Haus Nummer 13. „Der Mann ist an mehreren Stichverletzungen gestorben. Die gerufenen Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun”, bestätigt auch Andreas Lins.

Im Block herrscht Schweigen. Niemand will etwas zu der Tragödie sagen. S. soll als Handwerker tätig gewesen sein. Die Tür zu seiner Wohnung ist demoliert. Sie sieht aus, als wurde sie schon mal eingetreten.

Durch Zeugenbefragungen hätten sich die Hinweise auf den Täter verdichtet, sagt der Oberstaatsanwalt. Nach Nordkurier-Informationen könnte es sich dabei um Sebastian B. handeln, er sei von der Polizei mitgenommen worden.

War es geplant?

Fest steht, der Täter wurde wenige Stunden nach der Tat in seiner Wohnung festgenommen. Es handelte sich dabei um einen 30-jährigen Deutschen. Er wurde noch am Freitag einem Haftrichter in Pasewalk vorgeführt. Die Entscheidung, ob der Beschuldigte in die JVA muss, soll der Haftrichter am Freitag fällen.

Ob die Bluttat von Alkohol oder Drogen beeinflusst wurde, werde derzeit noch geprüft, so Lins. „Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Tat davon begünstigt wurde”, sagt er. Auch dazu, ob der tötliche Angriff aus der Situation heraus stattfand oder geplant war, will sich Oberstaatsanwalt Andreas Lins nicht äußern.

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Kommentare (1)

Das ist die alltägliche Gewalt in Deutschland!