GYMNASIASTEN VERUNSICHERT

Das sagt die Leitung des Pasewalker Gymnasiums zu den Sorgen der Zwölftklässler

Während Politiker und Gewerkschaften diskutieren, auf welchem Weg die Zwölftklässler 2021 ein vollwertiges Abitur erlangen sollten, grummelt es an der Basis.
Rund 420 Schülerinnen und Schüler besuchen das Oskar-Picht-Gymnasium in Pasewalk. 59 Gymnasiasten der 12. Klasse ber
Rund 420 Schülerinnen und Schüler besuchen das Oskar-Picht-Gymnasium in Pasewalk. 59 Gymnasiasten der 12. Klasse bereiten sich aktuell auf die Reifeprüfungen in wenigen Wochen vor. Ein Teil der Schüler der 12. Klasse hat sich für den Präsenz-, ein anderer für den Distanzunterricht entschieden. Das stellt auch für die Pädagogen eine besondere Herausforderung dar. Rainer Marten
Pasewalk ·

In einem Schreiben an die Nordkurier-Redaktion formulieren die Zwölfklässler des Pasewalker Gymnasiums ihre große Sorge: Die trotz Corona-Pandemie hohen Anforderungen der Lehrer gefährden ihren erfolgreichen Abschluss der Reifeprüfungen. Ist das so? Reporter Rainer Marten fragte bei der Schulleitung nach.

Sei dem 11. Januar können die Gymnasiasten der 12. Klasse des Oskar-Picht-Gymnasiums wieder am Präsenzunterricht teilnehmen. Wie viele Schülerinnen und Schüler befinden sich im Abiturjahrgang, wie viele nehmen vor Ort am Unterricht teil? Und wie ist ihr Eindruck vom Unterrichtsablauf insgesamt vor Ort?

Im Jahrgang befinden sich 59 Schülerinnen und Schüler, zwei Drittel davon haben sich für den Präsenzunterricht entschieden, der im Gymnasium im bekannten Kurssystem erfolgt. Unser Eindruck von den anwesenden Schülern und Schülerinnen ist, dass sie sehr interessiert und motiviert am Unterricht teilnehmen und sich über das Präsenzangebot freuen. Die Anregungen der Schülerinnen und Schüler werden mit in die Planung einbezogen. Wir ermöglichen jedem, der das möchte, sein gesamtes individuelles Stundenpensum im Präsenzunterricht – genauso, wie wir jedem ermöglichen, sein gesamtes individuelles Stundenpensum im Distanzunterricht zu absolvieren. Mischformen kann jede Schülerin und jeder Schüler selbst festlegen. Die Entscheidung über den Präsenz- oder Distanzunterricht liegt also in den Familien, bei den Eltern und Schülerinnen und Schüler. Eine Anwesenheit im Gymnasium wird in den Kursbüchern vermerkt. So können wir bei Auftreten eines positiven Testergebnisses den Verlauf nachverfolgen. Eine Abmeldung vom Präsenzunterricht gibt uns die Möglichkeit zu unterscheiden, ob ein Schüler erkrankt ist und daher die Aufgaben im Distanzunterricht nicht bearbeiten konnte.

 

Es gibt Stimmen, dass der Unterricht vor Ort angesichts der Hygieneauflagen schwierig ist. Ist das so? Kennt jeder die Auflagen?

Ein Hygienekonzept der Schule, welches immer wieder aktualisiert wird, liegt seit dem 13. August 2020 vor und wurde auf der Homepage der Schule veröffentlicht. Es wurde vom Schulamt genehmigt. Wesentliche Auszüge des Briefes der Landesschulrätin vom 8. Januar 2021, der zum Beispiel das dauernde Tragen eines Mundschutzes anweist, wurden auf unserer Homepage veröffentlicht. Neuerungen werden den Lehrkräften ausführlich kommuniziert und den Schülerinnen und Schülern zusätzlich durch die Lehrkräfte mitgeteilt. Sicher erschwert das alles den Unterricht – aber nicht so, dass die Schüler deshalb das Unterrichtsziel nicht erreichen können.

 

Unter den Zwölftklässern werden die verpflichtenden Klausuren und schriftlichen Lernerfolgskontrollen thematisiert. Uns erreichte die Kritik, das Gymnasium gehe sehr rigide vor und fordere weit mehr, als das Bildungsministerium empfiehlt.

Die Aussagen des Bildungsministeriums sind auch für uns verbindlich und werden im vollen Umfang umgesetzt. Ergebnisse von Tests werden im Einvernehmen mit den Schülerinnen und Schüler zur Notenfindung herangezogen. Die Art der Leistungserbringung, ob im Präsenz- oder Distanzunterricht, stimmen wir dabei mit den Schülerinnen und Schülern ab. Notfalls genügt eine Zensur für die Bildung einer Semesternote. Sicher steht dann auch die Frage im Raum, ob diese eine Zensur ein reelles Leistungsbild widerspiegelt.

 

Im Unterricht soll der Fokus, so eine Empfehlung des Bildungsministeriums, auf die relevanten Kern- und Prüfungsfächer gelegt werden, der Stundenplan sollte dazu entzerrt werden. Kommt das Gymnasium dem nach?

Der Stundenplan ist ohnehin ein Angebot. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden, welche Präsenzstunden sie besuchen. Dies wurde ihnen auch am 8. Januar, vor Beginn des Präsenzunterrichtes, mitgeteilt. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler ist auch in den Fächern Musikensemble und Sport (Theorie) daran interessiert, durch Präsenzunterricht eine Semesternote zu erzielen. Deshalb bieten wir diesen Unterricht an. Alle anderen Fächer wurden von den Schülerinnen und Schüler als Prüfungsfächer gewählt.

 

Bis zum Notenschluss der 12. Klasse bleiben nicht einmal mehr 40 Tage. Sind Sie optimistisch, dass am Ende des Schuljahres die Schulabgänger eine vollwertige Reifeprüfung ablegen und ein vollwertiges Reifezeugnis in der Hand halten werden? Ein Abschluss ohne Makel?

Wir sind mit den Schülerinnen und Schülern der 12. Klasse in intensivem Austausch über die Lernsituation. Das Stundenangebot passen wir fortlaufend an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schülern an, um einen bestmöglichen Abschluss des vierten Kurshalbjahres und eine bestmögliche Vorbereitung auf das Abitur zu gewährleisten. Wir stehen auch in engem Kontakt mit den Elternvertretern und bekommen zahlreiche positive Rückmeldungen über unsere Vorgehensweise. Was bis dahin noch alles politisch entschieden wird, können wir heute natürlich noch nicht sagen.

Die Antworten wurden vom Leitungsteam des Gymnasiums erarbeitet.

JETZT NEU: CORONA-UPDATE PER MAIL

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

zur Homepage