Eine Woche im Mai rollte das Schadstoffmobil durch den Landkreis, dann stellte es seine Touren wieder ein. Grund ist der hohe
Eine Woche im Mai rollte das Schadstoffmobil durch den Landkreis, dann stellte es seine Touren wieder ein. Grund ist der hohe Krankenstand in der Ver- und Entsorgungsgesellschaft. Foto: NK-Archiv
Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU)
Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU) Anke Radlof
Landkreis Vorpommern-Greifswald

Das soll die Probleme bei der Schadstoff-Entsorgung beheben

Das Corona-Virus legt erneut einen Teil der Abfallwirtschaft des Landkreises lahm. Wegen des hohen Krankenstandes ist das Schadstoffmobil über Wochen ausgefallen. Nun soll es Sondertouren geben.
Vorpommern

Das Hin und Her um das Schadstoffmobil des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat für Ärger bei vielen Bürgern gesorgt. Immer wieder standen sie pünktlich zum Termin an der Sammelstelle, doch das Schadstoffmobil kam nicht. Gerade mal eine Woche im Mai rollte es, da hieß es erneut: Die mobilen Sammlungen fallen aus. „Ich weiß, das ist ein echtes Problem, es tut mir leid, aber der Krankenstand in der Ver- und Entsorgungsgesellschaft ist extrem hoch“, räumt Jörg Hasselmann (CDU) ein, der als Vize-Landrat auch für die Abfallwirtschaft verantwortlich ist. Sei drei Jahren liegt diese Aufgabe in der Hand des Landkreises. 17 Wertstoffhöfe bewirtschaftet der Landkreis Vorpommern-Greifswald, außerdem ist ein Fahrzeug für die Schadstoffentsorgung über Land unterwegs.

Lesen Sie auch: Höhere Müllgebühren in Vorpommern-Greifswald absehbar

Der hohe Krankenstand ist nach Auskunft von Jörg Hasselmann auf das Coronavirus zurückzuführen. „Es ist eben noch nicht vorbei“, sagt der Vize-Landrat. Zurzeit ist in der kreiseigenen Entsorgungsgesellschaft jeder dritte Mitarbeiter krank. Vor allem Fahrer seien betroffen.

Corona-Krisenplan wird jetzt umgesetzt

Weil die Abfallentsorgung generell ein sensibles Thema ist, gab es für den gesamten Wirtschaftsbereich von Anfang an einen Corona-Krisenplan. „Den setzen wir jetzt um“, sagt Hasselmann. Dieser Krisenplan legt fest, dass bei personellen Problemen zuerst das Schadstoffmobil ausfällt. Die Annahme von Schadstoffen ist aber weiterhin auf den Wertstoffhöfen in Anklam und Greifswald gesichert. „Es gibt auch die Forderung, auf allen Wertstoffhöfen Schadstoffcontainer aufzustellen, aber das lässt sich wegen der Spezifik dieser Abfälle nicht umsetzen“, erklärte der Vizelandrat. Dafür wären weiteres qualifiziertes Personal und aufwendige Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Auch die kostenlose Schadstoffentsorgung wird über die allgemeinen Müllgebühren finanziert, eine Ausweitung der Schadstoffentsorgung würde die Müllgebühren in die Höhe treiben. „Wir haben jetzt aber festgelegt, dass im Juni sechs Sondertouren des Schadstoffmobils die Situation entschärfen“, kündigte Hasselmann an.

In Pasewalk wird ein neuer Wertstoffhof gebaut

Ab 2023 sollen zudem die Öffnungszeiten des Anklamer Wertstoffhofes erweitert werden. Ein neuer Wertstoffhof wird in Pasewalk gebaut. Der jetzige Standort sei zu klein, der Landkreis habe bereits eine Fläche von der Stadt Pasewalk erworben und wird einen neuen, größeren Wertstoffhof im Gewerbegebiet Torgelower Straße eröffnen.

Als Schadstoffe beziehungsweise Problemabfälle bezeichnet man gefährliche Stoffe, die aus Haushalten stammen und aufgrund ihrer umweltbelastenden Eigenschaften nicht mit dem „normalen“ Restmüll entsorgt werden dürfen. Dazu gehören Autopflegemittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel, Klebstoffe und Desinfektionsmittel, Holzschutz-, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Säuren und Laugen, Haushaltsreiniger, Kosmetika und Haushaltschemikalien, Leuchtstofflampen, Thermometer und sonstiger Quecksilberbruch, Gifte und Chemikalien, ölverunreinigte Abfälle (Putzlappen), Spraydosen mit schädlichen Resten.

Wand- und Deckenfarben sind keine Schadstoffe

Reste von Schadstoffen sollten immer unvermischt, in ihrer Originalverpackung oder im unzerbrechlichen, geschlossenen Behälter aufbewahrt werden. Leere Farb- und Spraydosen, die mit dem Grünen Punkt versehen sind, gehören in den gelben Sack. Schadstoffe oder Problemabfälle dürfen nicht unbeaufsichtigt an den Stellplätzen des Schadstoffmobils abgestellt werden.

Dispersionsfarben, also wasserlösliche Farben wie Wand- und Deckenfarben, gehören nicht zur Kategorie der Schadstoffe! Nach dem vollständigen Austrocknen der Farbe kann diese bedenkenlos in den Restmülltonnen entsorgt werden. Der aus Plastik bestehende Eimer kommt anschließend entleert in die gelbe Tonne oder den gelben Sack.

Das sind die Sondertermine

Aufgrund des mehrfachen Ausfalls der Schadstoffsammlung im Landkreis werden in Abstimmung mit Entsorgungsunternehmen folgende Ersatztermine angeboten:

14. Juni, 9 bis 11 Uhr: Torgelow, Wertstoffhof

15. Juni, 9 bis 11 Uhr: Pasewalk, An der Kürassierkaserne 9

16. Juni, 9 bis 11 Uhr: Lassan, am Grünschnittcontainer

21. Juni, 9 bis 11 Uhr: Ueckermünde, Freiwillige Feuerwehr

22. Juni, 9 bis 11 Uhr: Strasburg, Wertstoffhof

23. Juni, 9 bis 11 Uhr: Neppermin, Wertstoffhof

Mehr lesen: Mobile Schadstoffsammlung schon wieder ausgesetzt

 

zur Homepage