Mysteröse Explosionen in Jatznick

Das ungelöste Rätsel

An zwei Tagen im Januar 2017 rumste es in Jatznick mächtig gewaltig. Drei Explosionen ließen vor allem den Anwohnern im Pappelweg und in der Straße An der Bullermühle den Schreck in die Glieder fahren. Ein Jahr danach gibt es zumindest eine Klarheit: Das Rätsel wird wohl nie gelöst!
Fred Lucius Fred Lucius
Die Frau von Bernhard Nitzlader aus Jatznick hatte einen Tag nach der ersten Explosion hinter dem Wohnblock im Pappelweg einen Granatsplitter gefunden. 
Die Frau von Bernhard Nitzlader aus Jatznick hatte einen Tag nach der ersten Explosion hinter dem Wohnblock im Pappelweg einen Granatsplitter gefunden. Fred Lucius
Vermutet wurde, dass das gefundene Teil von einem Raketensprengkopf stammt. Es ist halb so groß wie ein Handy. 
Vermutet wurde, dass das gefundene Teil von einem Raketensprengkopf stammt. Es ist halb so groß wie ein Handy. Fred Lucius
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Jatznick.

Es wird wohl ein Rätsel bleiben, wer im Januar vor einem Jahr in Jatznick für drei ohrenbetäubende Explosionen sorgte. Und es wird wohl auch nicht in Erfahrung zu bringen sein, was dort damals in die Luft flog und vor allem die Einwohner im Pappelweg und im Wohngebiet An der Bullermühle in Angst versetzte.

Das Verfahren zu den drei Explosionen ist eingestellt worden, sagt der Neubrandenburger Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Nach seinen Angaben sind zwar Spuren von verschiedenen Explosionskörpern gefunden worden. Doch es habe sich nicht ermitteln lassen, ob es sich um kommerzielle oder selbst gebaute Sprengkörper handelte. Die Herkunft sei nicht nachzuweisen.

Keine Spuren, die zu einem Täter führen

Zeisler zufolge sind auch die Ermittlungen gegen einen jungen Mann eingestellt worden, bei dem es damals in Zusammenhang mit diesen Vorfällen eine Hausdurchsuchung gegeben habe. Es gebe keine Hinweise, dass er mit den Explosionen in Verbindung gestanden hätte.

In die Ermittlungen war nicht nur die Kriminalkommissariat-Außenstelle Pasewalk eingebunden, sondern auch das Bundes- und Landeskriminalamt sowie der Munitionszerlegungsbetrieb Mellenthiner Heide. „Es gibt keine Ansätze oder Spuren, die zu einem Täter führen könnten. Die Ermittlungen sind ausgeschöpft“, sagte Zeisler.

Die erste Explosion hatte die Jatznicker am Abend des 15. Januar erschreckt, zwei weitere in der Nacht zum 23. Januar 2017. Bei Anwohnern im Pappelweg wie auch in der Straße An der Bullermühle hatten Scheiben und Gläser im Schrank gewackelt.

War es eine Militärübung?

Am Tag nach dem ersten Vorfall fand die Frau von Bernhard Nitzlader Granat- oder Raketensplitter unweit der Wohnblöcke im Pappelweg. Sie stieß bei ihrem morgendlichen Spaziergang nicht nur auf Splitter, sondern beobachtete auch noch Männer in Schutzanzügen, die in einen Transporter stiegen. Die Bewohner schlossen damals aus, dass es sich um Jägerschüsse oder Polen-Böller gehandelt hat. Dafür waren die Detonationen zu laut. Außerdem hatte es einen Feuerball gegeben.

Ausgeschlossen wurde hingegen nicht, dass die Vorfälle mit einer Militärübung zusammenhingen, die offiziell am 16. Januar in der Region begann und an der auch niederländische Streitkräfte teilnahmen. Ein Sprecher vom Landeskommando MV der Bundeswehr in Schwerin hatte dies ebenso verneint wie eine Aktion der Bundeswehr. Dies hätten Nachfragen bei verschiedenen Bundeswehreinheiten vor Ort ergeben, hieß es damals.

Dass die Explosionen mit einer Militärübung zusammenhingen, vermutet Bernhard Nitzlader heute nicht mehr. Er glaubt vielmehr, dass eine Privatperson einen Sprengsatz hergestellt und gezündet hat. Von der Hausdurchsuchung hat er auch gehört. „Vielmehr ist uns auch nicht bekannt geworden. Es ist unbefriedigend, dass es nach den ganzen Ermittlungen kein Ergebnis gibt“, sagt der Jatznicker.

Kommentare (1)

wie oft will man diesen Beitrag noch bringen? Mein Gott, die ganze Sache ist jetzt ein Jahr her und hier wird gegrübelt und gerätselt und am Ende sind alle so schlau wie vorher. Ich empfehle diesen Beitrag noch mindestens 20 mal zu bringen damit auch wirklich der allerletzte weiß, was da geheimnissvolles und "sagenumwobendes" in Jatznick abgeht. Um auf Nummer sicher zu gehen würde ich auch noch das ZDF und Akte XY ungelöst einschalten. Vielleicht hilft ja auch ein CSI Team aus New York oder L.A.