WINDKRAFT

Der Countdown für Penkuns Windanlagen läuft

Für oder gegen Windkraftanlagen? Penkun und sein Umland haben noch eine Woche Zeit, sich zu entscheiden. Bis dahin werden wohl noch einige Geschütze aufgefahren.
Sieht es so wie in dieser Bildmontage bald aus? Zwei Investoren wollen im Stadtgebiet von Penkun Windenergieanlagen aufstellen
Sieht es so wie in dieser Bildmontage bald aus? Zwei Investoren wollen im Stadtgebiet von Penkun Windenergieanlagen aufstellen. Die Penkuner Stadtvertretung hat am 5. Februar ihr Einvernehmen zu dem Projekt versagt. Montage: Bartel
Penkun.

Windkraftgegner und -befürworter in Penkun haben eine Woche vor Einspruchsfrist (26. März) zu den zwei großen Windparkprojekten mit zusammen 17 Anlagen noch einmal aufgerüstet. Die Bürgerinitiative Penkun (BIP) unter Vorsitz des Mediziners Heinz Timm versendete einen Aufruf mit der Bitte, dass sich die Bürger in ihren Stellungnahmen gegen die beiden Wind-Projekte in den Gemarkungen Büssow und Penkun aussprechen sollen. Ihr Hauptargument: Der Anlagenlärm werde die Wohnqualität im Penkuner Raum erheblich beeinträchtigen. Die Region werde auf Jahrzehnte hinaus industrialisiert.

Penkun werde als „belastet” gelten

Nach dem Bau der Anlagen gelte der Raum Penkun als „belastet“, sodass über spätere Anträge rund um Penkun die Windfelder fast ungebremst wachsen können. Die geplanten Investitionen seien erst der Anfang, mutmaßt Heinz Timm. Auch wer die Hoffnung hege, dass nach der Standzeit der Anlagen von rund 20 Jahren der Spuk vorbei sei, werde enttäuscht: In bereits genehmigten Gebieten sei es einfacher, das Anlagen-Repowering durchzusetzen.

Aber auch die Windkraft-Befürworter machen Druck. Steffen Opitz, Enertrag-Projektentwicklung Deutschland, versendete eine Reihe von Briefen an die Penkuner und wirbt massiv für die von Enertrag geplanten zwölf der 17 Anlagen. Wie die Bürgerinitiative auch verfasste er ein Musterschreiben, das die Befürworter des Projektes an das StALU Mecklenburgische Seenplatte versenden sollten.

„Offenbar hat der Investor große Angst, dass das Windfeld in Penkun gefährdet ist“, kommentiert Heinz Timm das Schreiben. „Verständlich, denn es wurde nicht nur der Mindestabstand von 2,5 Kilometern zu den Windenergieanlagen in Schönfeld nicht berücksichtigt, sondern Penkun und Büssow wird auch der Status eines Wohngebietes abgesprochen“, so Timm.

„Genug Gründe gegen die Investion”

Steffen Opitz führt dagegen aus, dass es aktuell keine Regelungen oder Möglichkeiten gebe, den Gemeinden und Bürgern, die in Nachbarschaft zu Windparks leben, akzeptable Angebote zu unterbreiten. „Daher haben wir uns dazu entschieden, auf freiwilliger Basis einen ersten Schritt in diese Richtung zu tun und in Kooperation mit den Stadtwerken Torgelow den Windkraftbonus in Penkun anzubieten“, so Opitz. Man wolle auch gern mit der Stadt zum Windkraftbonus und zum Beteiligungsgesetz ins Gespräch kommen.

Allerdings dürfte es dafür bereits zu spät sein. Penkuns Stadtvertreter haben sich am 5. Februar zu den Projekten positioniert. Sie haben eine negative Stellungnahme innerhalb des Genehmigungsverfahrens abgegeben. Aus der Sicht von Stadtvertreter Götz Grünberg reicht das nicht aus, um die Anlagen vor den Stadttoren zu verhindern. Versagtes Einvernehmen der Kommunen würde oft durch übergeordnete Behörden ersetzt. „Ich für mich bin zusätzlich aktiv geworden und habe mein Nein zu dem Windfeld 54/2015 formuliert. 650 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung ist zu dicht, der Abstand zum benachbarten Windfeld wird nicht eingehalten, Lärm, Schattenwurf, Wertverluste der Grundstücke und mögliche Gesundheitsrisiken, subventionierte Bereicherung, unzulässige Einflussnahme – für mich sind das Gründe genug, um gegen diese Investition im Stadtgebiet zu sein. Noch können wir handeln. Aber in einer Woche ist es zu spät“, sagte er.

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