KÄLBER GERISSEN

Der Wolf darf nun doch am Leben bleiben

Mehrere Kälber wurden bei Storkow an der polnischen Grenze gerissen. Der Landwirt ist überzeugt, dass es ein Wolf war und fordert die „Entnahme” des geschützten Tiers. Doch daraus wird nichts.
Totes Kalb bei Krackow: Der betroffene Landwirt ist sich sicher: Seine Kälber hat ein Wolf auf dem Gewissen – unabh
Totes Kalb bei Krackow: Der betroffene Landwirt ist sich sicher: Seine Kälber hat ein Wolf auf dem Gewissen – unabhängig von DNA-Spuren an Kadavern. Rainer Marten
Doch Beweise, dass der Wolf die Jungtiere getötet hat, gibt es nach Auskunft von Vorpommern-Greifswalds Sprecher, Achim F
Doch Beweise, dass der Wolf die Jungtiere getötet hat, gibt es nach Auskunft von Vorpommern-Greifswalds Sprecher, Achim Froitzheim, nicht. Ein DNA-Test habe Spuren von Hund und Fuchs nachgewiesen, nicht aber vom Wolf. Alexander Heinl (Symbolfoto)
Storckow ·

Kein Wolf wird abgeschossen, jedenfalls nicht mit behördlicher Genehmigung. Das teilte Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, in dieser Woche mit. Im östlichsten Teil des Landes war in den vergangenen Monaten kontrovers über den Abschuss eines Wolfes diskutiert worden. Die Storkower Agrar AG hatte die „Entnahme“ beantragt, weil ein Wolf Kälber gerissen haben sollte. Doch Beweise, dass der Wolf die Jungtiere getötet hat, gibt es nach Auskunft von Achim Froitzheim nicht. Ein DNA-Test habe Spuren von Hund und Fuchs nachgewiesen, nicht aber vom Wolf.

Nur genetische Spuren eines Hundes und Fuchses gefunden

Laut Achim Froitzheim gibt es zwar Augenzeugenberichte über Aktivitäten eines Wolfes auf den Flächen des Agrarbetriebes an der polnischen Grenze, jedoch bislang keinen Nachweis dafür, dass der Wolf ein Kalb gerissen hat. Es gebe nicht einmal einen Beweis dafür, dass überhaupt ein Kalb gerissen wurde. Lediglich Fälle von sogenannter Nachnutzung bereits toter Kälber habe es gegeben.

Mehrere Tiere hätten an den Kadavern genagt. Dabei könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch ein Wolf sich ein Stück vom Braten holte. Doch eine Genprobe, die das belegt, existiere nicht. Die Untersuchung der jüngsten Probe im Senckenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt am Main habe nur genetische Spuren eines Hundes – Canis familiaris – und eines Fuchses – Vulpes vulpes – ergeben.

Mehr lesen: Kreistag fordert Abschuss von Problemwölfen

Hungriger Wolf und wütender Landwirt

Ein Wolfspräventionsberater habe dem betroffenen Agrarbetrieb verschiedene Schutzmaßnahmen vorgeschlagen. „Diese wurden von dem Landwirt als nicht durchführbar bewertet“, so Achim Froitzheim. Weitere Gespräche seien notwendig.

Der Storkower Herdenmanager Martin Krause ist wütend. Er bleibt bei seiner Meinung, ein Wolf habe die Kälber getötet. Fünf Tiere seien in diesem Jahr gerissen worden. Er selbst habe zwar noch keinen Wolf in der Nähe seiner Herden gesehen, doch sein Kollege habe einen gefilmt. Ein Jäger habe ihm überdies berichtet, ein Wolf dabei beobachtet zu haben, wie er ein totes Kalb in ein Gebüsch zog.

Der Landwirt fordert: Wenn der Wolf nicht erschossen werden darf, dann muss er vertrieben werden – „durch Schüsse knapp hinterm Schwanz oder vor der Nase“. Wenn sein Hund sich den Hühnern nähere, reagiere er schließlich auch nicht zimperlich. Der Mensch dürfe sich von den Tieren nichts gefallen lassen. „Das sind nicht unsere Freunde. Für den Wolf sprechen immer nur die Menschen, die in der zweiten Etage oder höher wohnen. Wer hier auf dem Land lebt, sieht das anders.“

 

 

 

Kreistag Vorpommern-Greifswald stimmt für möglichen Abschuss von „Problemwölfen”

Doch das stimmt nicht ganz. Martin Krause hat auch in der Stadt mehr Menschen auf seiner Seite, als er vermutet. Mit großer Mehrheit hatte Vorpommern-Greifswalds Kreistag im Juni beschlossen, dass es möglich sein soll, Problemwölfe abzuschießen. Ob ein streng geschütztes Tier im Ausnahmefall erlegt werden darf oder nicht, entscheidet zwar die Kreisverwaltung, doch die Kommunalpolitiker wollten mit ihrem Beschluss in Greifswald ein Zeichen setzen. Die CDU-Fraktion hatte den entsprechenden Antrag vorgelegt. Dagegen hatten nur die Grünen und die Tierschutzpartei gestimmt.

Video aus Ueckermünder Region: "Plötzlich stand der Wolf im Garten"

„Das Thema polarisiert in Vorpommern“, sagte Achim Froitzheim. Aus Strasburg, wo im Mai nachweislich ein Wolf eine ganze Schafherde vernichtet hat, sei kein Antrag auf Abschuss eingegangen. Der Antrag aus Storkow sei der erste, der im Landkreis gestellt wurde.

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Kommentare (5)

Mit welcher Arroganz kann der Mensch bestimmen, freilebende Tiere zu töten?
"Der Mensch dürfe sich von Tieren nicht alles gefallen lassen" Aber Tier und Natur müssen sich vom Menschen alles gefallen lassen oder was?!?
Der Wolf ist nicht des Landwirts Freund, sein Hund anscheinend auch nicht!
Man sollte lieber überprüfen, ob dieser Herr überhaupt in der Lage ist, Tiere zu halten!

Ein paar gute Herdenschutzhunde auf die Weide und der Wolf nimmt Abstand.
Da kann man sich sehr gut beraten lassen, damit das nicht nach hinten los geht wäre das angebracht. Ich stelle mir ja auch nicht Bienen hin und erwarte das der Honig von selbst fließt.
Alle Möglichkeiten sind da noch nicht ausgeschöpft.

wenden Sie sich das nächste Mal an mehrere, unabhängige Labore. Ich gebe Ihnen schon Recht, ein Hund frisst ganz anders und wie groß sollen die Füchse sein welche sich ein Kalb reinziehen und sei es nur wenige Stunden alt. Das Kalb auf dem Foto ist von einem starkem Beutegreifer sauber gemacht worden - ein Hund oder Fuchs wird es sich in einem Wolfsrevier wohl überlegen sich diese Zeit zu lassen - nehmen Sie sich diesen Problems persönlich es gibt genügend lautlose Lösungen

Wenn Sie Herrn Kruse auf lautlose Ideen "hinweisen", meinen Sie doch das illegale Ausbringen von Gift oder Fallen.
Eine weitere Sauerei von Ihnen.
Hier wurde zu Recht gegen den Abschuss entschieden. Es gibt keinen Beweis.
Jährlich werden in Deutschland ca. 80000 Nutztiere durch Hunde gerissen. Da muss sich der Wolf aber lange hinten anstellen, bis er das geschafft hat.
Sollten wir jetzt alle Hunde im Kreis abschießen?

Der Wolf ist da und bleibt! Und das ist gut so.
Merken Sie sich das!

wenn Dummheit satt machen würde - bräuchten Sie nicht mehr zu essen