ÜBERNAHME

Deutschländer will Pasewalker Wurstfabrik kaufen

Die Familie Deutschländer hat ihr Interesse am Kauf der Pommerschen Fleisch- und Wurstwaren-Manufaktur bekundet. Der Insolvenzverwalter dämpft aber deren Erwartungen.
Rainer Marten Rainer Marten
Deutschländer hat Interesse an der Traditionsmanufaktur „Pommersche Fleisch und Wurstwaren“ bekundet (Archivbild).
Deutschländer hat Interesse an der Traditionsmanufaktur „Pommersche Fleisch und Wurstwaren“ bekundet (Archivbild). NK-Archiv
Pasewalk.

Zwei Jahre lang war Funkstille. Nun hat sich die Familie Deutschländer über ihren Sohn Frank zurückgemeldet: „Nach familieninterner Rücksprache möchte ich unser Interesse an der insolventen Vertriebsgesellschaft der Pommerschen Fleisch und Wurstwaren bekunden.“ Mit dieser Aussage wandte sich der Junior an Rechtsanwalt Stefan Ludwig, den Insolvenzverwalter des Pasewalker Unternehmens.

Mitarbeiter halten

Frank Deutschländer äußert in dem Schreiben sein besonderes unternehmerisches Interesse an der Pasewalker „Vertriebsgesellschaft mit ihrem Portfolio, dem Kundenstamm und den Mitarbeitern“. Diese Bereiche wollen Deutschländers „übernehmen oder käuflich erwerben“.

Mit der Übernahme solle die Präsenz auf dem deutschen Markt ausgebaut werden. Es gehe darum, die Traditionsmarke „Pommersche Fleisch und Wurstwaren“ und die damit verbundenen Mitarbeiter zu halten. Bis Mitte September möchte die Familie wissen, wie hoch der Kaufpreis ist und zu welchem Termin die Übernahme erfolgen kann.

Versammlung muss entscheiden

Kurz darauf teilte Stefan Ludwig mit: „Kaufanfragen werden grundsätzlich von mir daraufhin geprüft, ob sie umsetzbar sind und ob bei der Umsetzung eines solchen Kaufvertrages die bestmögliche Befriedigung der Insolvenzgläubiger gewährleistet ist. Diese Entscheidung wird im hiesigen Fall voraussichtlich bis Anfang/Mitte Oktober getroffen sein.“

Bis zum 15. September sind die Gläubiger des Pasewalker Unternehmens aufgefordert, ihre Forderungen, den Grund und den Betrag beim Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden. Anschließend wird es eine Gläubigerversammlung geben, die feststellt, ob ein Gläubigerausschuss eingesetzt wird. Dieser Ausschuss entscheidet, ob das Unternehmen stillgelegt oder fortgeführt wird.

Detlef Deutschländer war bereits von Oktober 2012 bis Ende Mai 2015 Eigentümer des Pasewalker Unternehmens. Im Zuge eines Insolvenzverfahrens schied er aus der Firma aus. Nachfolger war ab September 2015 Christian Vogl, der seit 1990 als fünfter Besitzer den Schlachtverarbeitungsbetrieb in der Pasewalker Friedensstraße dauerhaft erhalten wollte – und scheiterte.

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