DDR-MOPEDS

▶ Die Schwalbe war seine erste große Liebe

Schon als kleiner Junge fuhr Dirk Rechtalski auf der Schwalbe seiner Tante. Mit 16 kaufte er sich sein erstes Moped – eine Habicht. Seine Leidenschaft für die DDR-Zweiräder hat bis heute nicht nachgelassen.
Ein bisschen tüfteln hier, etwas polieren da: Mit seiner Leidenschaft für DDR-Mopeds ist Dirk Rechtalski aus Friedbe
Ein bisschen tüfteln hier, etwas polieren da: Mit seiner Leidenschaft für DDR-Mopeds ist Dirk Rechtalski aus Friedberg nicht allein. Zwei Mal im Jahr trifft er sich mit einer Gruppe von Liebhabern von Simson, Schwalbe und Co. für eine Ausfahrt durch die Region. Johanna Horak
Pasewalk.

Mopeds haben im Leben von Dirk Rechtalski schon immer eine große Rolle gespielt. „Ich konnte eher Moped fahren als schwimmen“, erzählt der 58-Jährige. Schon mit neun sei er das erste Mal mit dem Moped seiner Tante gefahren, einer Schwalbe. „Ich bin damit gegen die Scheune gefahren“, erinnert sich Rechtalski lachend. Das scheint der Beginn einer bis heute anhaltenden Leidenschaft für DDR-Mopeds gewesen zu sein.

Geboren wurde der heute 58-Jährige in Löcknitz, aufgewachsen ist er in Boock. Vor allem als Jugendlicher sei er viel Moped gefahren. Das erste eigene, das weiß er noch ganz genau, war eine Habicht aus der Vogelserie von Simson. „Ich war damals 16, und ich habe lange darauf gespart.“ Von seinen Freunden habe früher jeder ein Moped gehabt. Manchmal seien sie auch zu zweit auf einem Fahrzeug gefahren. Das geht heute aber nicht mehr. „Zwei erwachsene Männer, das ist zu schwer“, erklärt der Ost-Moped-Fan. Nur zusammen mit seiner Frau dreht er manchmal im Sommer ein Ründchen auf seiner S50.

Seine S50 ist bestimmt um die 2000 Euro wert

Schon seit 1998 ist das grüne Moped, Baujahr 1984, an seiner Seite. 350 Mark hat es damals gekostet. Mittlerweile, so schätzt Rechtalski, sei sein Maschinchen über 2000 Euro wert. „Vor drei Jahren habe ich es umgebaut und lackiert“, erzählt er. Viel sei verschlissen gewesen, unter anderem die Stoßdämpfer. Mittlerweile, so schätzt der 58-Jährige, habe er gut und gerne 1000 Euro an Material in seine S50 investiert.

Im Internet gibt es viele Angebote für Ersatzteile, und auch eine Firma produziert welche, weiß der Friedberger. Doch der Hobbytüftler setzt bei seiner Maschine auf originale Ersatzteile. „Die haben eine bessere Qualität.“ Original an seinem Moped seien unter anderem die Lampe und der Tank, ein sogenannter Büffeltank.

„Heute sind DDR-Mopeds für die meisten Leute nur noch ein Hobby, sagt Rechtalski. „Früher aber sind damit viele zur Arbeit gefahren“, erinnert er sich. „Die Gemeindeschwester zum Beispiel kam immer mit der Schwalbe.“ Und auch er selbst fuhr zu DDR-Zeiten mit seiner S51 immer zur Arbeit. „Nach der Wende ist es Hobby geworden, davor ging es gar nicht ohne.“

Vier Mopeds hat Dirk Rechtalski schon besessen. Eine Habicht, eine S51 und zwei S50. Wie viele Kilometer er mit seiner letzten „Simmi“ schon zurückgelegt hat, das weiß der 58-Jährige nicht. Aber an seine weiteste Fahrt kann er sich erinnern. „Das waren rund 150 Kilometer, da sind wir in die Mecklenburgischen Seenplatte gefahren.“ 

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Das Moped wird nicht verkauft!

Schlimme Unfälle hat es in seiner aktiven Mopedfahrerzeit nicht zu beklagen gegeben. Nur einmal, es sei ein Freitag, der 13. gewesen, sei ihm zunächst während der Fahrt eine Wespe ins Hemd geflogen und habe zugestochen. „Ich bin wirklich nicht abergläubisch, aber danach bin ich auf einer Ölspur ausgerutscht und gestürzt“, erinnert er sich. Glück im Unglück: Ihm ist nichts passiert, aber das Moped, das war Schrott.

Mittlerweile fährt er nur noch selten. „Das sind eher Spaßfahrten in den Sommermonaten.“ Auch sonst nehme sein Hobby nicht allzu viel Zeit in Anspruch: „Ich sitze nicht alle zwei Wochen in der Garage, so verliebt bin ich dann doch nicht.“ Aber, verrät er, für die Ausfahrt der DDR-Moped-Fans im September, da habe er seine Maschine schon hübsch gemacht und stundenlang poliert.

Sollte er irgendwann nicht mehr selbst fahren können, weiß Dirk Rechtalski jetzt schon: Seine S50 wird nicht verkauft! Er will sie an seine Enkel weitergeben. Denn der älteste Enkelsohn ist 13. und bereits von ihm mit der Leidenschaft für die DDR-Mopeds infiziert worden.

 

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