Wahlen

Die Sitze im Pasewalker Parlament sind sehr begehrt

Niemand hat mehr Lust, bei den Kommunalwahlen zu kandidieren? Wer bisher so dachte, der wird in Pasewalk eines Besseren belehrt.  Immerhin 67 Frauen und Männer wollen Stadtvertreter werden. Darunter sind viele neue Gesichter.
Dürfen alle Bewerber für die Pasewalker Stadtvertretung antreten? Dazu hat der Gemeindewahlausschuss beraten.
Dürfen alle Bewerber für die Pasewalker Stadtvertretung antreten? Dazu hat der Gemeindewahlausschuss beraten. Angela Stegemann
Pasewalk

Wie bekommt man so viele Leute nur auf einen Wahlzettel? Oder wird der dann so lang, dass dann niemand mehr durchsieht? Pasewalks Wahlleiter Erhard Wodäge machte sich angesichts der Kandidaten-Flut so seine Gedanken. Deshalb beschloss der zuständige Gemeindewahlausschuss, dass die Angaben zu den Kandidaten auf dem Stimmzettel knapper als sonst ausfallen. Da heißt es also für die 9411 Wahlberechtigten in Pasewalk, sich nicht erst anhand des Stimmzettels zu informieren.

Die große Bereitschaft, für das Stadtparlament zu kandidieren, überrascht. Stadtpräsident Norbert Haack (CDU) war vor Wochen noch im Zweifel, ob er erneut antritt. Jetzt ist er wieder dabei. Mit 25 Kandidaten stellen die Christdemokraten die meisten Bewerber. Und alle bisherigen CDU-Stadtvertreter bewerben sich erneut. Ob sie es alle schaffen, ist unklar. Denn auch die CDU-Liste birgt viele Überraschungen. Da taucht zum Beispiel der Name Michael Busch wieder auf. 2010 legte der Anwalt sein Mandat nieder. „Ich habe damals meine Kanzlei in Schwedt aufgebaut und hatte viel Arbeit. Die läuft jetzt gut und Stadtpolitik habe ich immer gern gemacht“, begründet Busch seine Kandidatur. Auf der CDU-Liste steht auch die Landtagsabgeordnete Beate Schlupp. Sie zog von Jatznick nach Pasewalk und will jetzt in der Stadtpolitik mitmischen.

Überraschung bei der Linken

Einen Paukenschlag setzen die Linken. Nachdem die Fraktion durch Querelen in den vergangenen Jahren auseinander fiel, wagt sie jetzt einen Neuanfang. Von den alten Stadtvertretern bewirbt sich nur Reinhard Voigt. Aber es gibt bekannte Namen unter den Bewerbern: „Ich will wieder mitmachen“, meint Anne-Regina Gerhardt. Die einst sehr engagierte Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses war 2010 von ihren eigenen Leuten um das Amt gebracht worden. Auf der Liste der Linken taucht auch Uwe Joachim auf. Er hatte sich als parteiloser Bürgermeisterkandidat beworben, zog seine Kandidatur aber zurück, da seine Lebensgefährtin gestorben war. Heidrun Petruschke, erste Linken-Fraktionschefin nach der jüngsten Kommunalwahl, tritt indes nicht bei den Genossen, sondern jetzt als Einzelbewerberin an.

Auch bei den Kandidaten der SPD finden sich vertraute Gesichter. Und es gibt ebenfalls eine Überraschung: Marlies Kull und ihr Sohn Sascha, die ihr kommunalpolitisches Wirken einst bei den Linken begannen, treten jetzt für die Sozialdemokraten an. Wurde in der Wählerinitiative „Wir in Pasewalk“ (WIP) nach dem Tod des ehemaligen Bürgermeisters Rainer Dambach darüber diskutiert, ob die von ihm gegründete Initiative überhaupt weitermacht, so hat sich die Mehrheit der einstigen Mitstreiter offenbar entschieden, sich erneut zu engagieren.

FDP fehlt diesmal

Die FDP ist nicht mehr dabei, aber eine neue Wählergemeinschaft: Das kürzlich gegründete Wählerbündnis „Mitstreiter für Pasewalk“ (MfP) schickt neben Günter Buse und Günter Uecker (traten bei der vergangenen Kommunalwahl noch für die Linken an) viele Leute ins Rennen, die öffentlich bekannt sind, sich aber bisher nicht in der Kommunalpolitik engagierten. Darunter Jörg Pommerening (Direktor der „Villa Knobelsdorff“) und Kita-Chefin Silke Wald. Die NPD stellt drei Kandidaten. Darunter ist Kristian Belz, der am kommenden Sonntag auch für das Bürgermeisteramt kandidiert.

Auf jeden Fall wird es spannend. Denn für die 67 Kandidaten stehen in der Stadtvertretung nur 25 Plätze bereit.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

zur Homepage