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Die Traumfrauen sind unter der Haube

Und das ist die Schöpferin: Die Holzbildhauerin Christina Rode aus Wietzow hat die Figuren geschaffen.
Und das ist die Schöpferin: Die Holzbildhauerin Christina Rode aus Wietzow hat die Figuren geschaffen.
Nitsch

Sie sehen bildschön aus, haben genau die richtigen Maße und sind in Pasewalk heiß begehrt: Die wunderschönen Damen der Holzbildhauerin Christina Rode haben schnell ihre Liebhaber gefunden. Und die geben alles, um mit den Schönheiten gesehen zu werden.

Dicke Regentropfen fallen vom Himmel. Menschen eilen durch Pasewalk. Regenschirme und Kapuzen verdecken die Gesichter. Kaum jemand hat sie deshalb entdeckt, die sieben Schönheiten, die in Pasewalk bewundert werden möchten. Gemeint sind sieben menschengroße Holzskulpturen, die von der Holzbildhauerin Christina Rode stammen.

Der Einzug der „Wartenden“ in die Stadt jedenfalls ist gelungen. Für einen Tag fanden sich Mädchen und Jungen aus dem Pasewalker Oskar-Picht-Gymnasium, um sie zu betreuen. Ob im Kunstunterricht oder in der Mathematikstunde – überall gab es Berührungspunkte der besonderen Art. „Die Schüler haben gemerkt, dass es der Künstlerin gelungen ist, den Figuren auf ihre Art Leben einzuhauchen. Sie hatten einfach Lust darauf, die Figuren in Aktion zu setzen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen“, erzählt Schulleiter Rüdiger Hundt.

Jetzt die Übergabe an Paten. Es sind Pasewalker Geschäftsleute und die Leiterin des Museums, die sich nun um die Holzfiguren kümmern. Viele kennen sich von gemeinsamen Aktionen. So waren sie sich auch dieses Mal einig: Das ist einmal etwas Besonderes für die Stadt! Schon vorher hatten sie sich abgesprochen, was sie nun mit den hölzernen Damen so anstellen könnten, und haben sich außerdem zu einem gemeinsamen Kaffeeklatsch mit den Figuren verabredet.

Teilweise als Kolonne bugsierten die Paten die Figuren zu ihren Bestimmungsorten. Die Skulpturen standen vor und in den Geschäften, um beim strömenden Regen wenigstens etwas Aufmerksamkeit zu erregen. Heute werden „Die Wartenden“ etwas Außergewöhnliches erleben: Sie nehmen an der Lesung mit Wladimir Kaminer im Historischen U teil. Das ist Anlass für Christiane Schröder, die gemeinsam mit ihrem Mann Roland ein Uhren- und Schmuckgeschäft betreibt, ihre Patenfigur mit dem Namen „Für die Ängstlichen“ etwas Schönes mit auf den Weg zu geben. Eine Kette mit Engelsflügeln soll sie an diesem Abend schmücken.

Apotheker Lutz Splettstößer ist ganz entzückt von seiner Muse. „Wenn am Mittwoch in die Pasewalker Innenstadt zum Halloween-Einkaufsbummel eingeladen wird, dann werde ich meine Patenfigur mit an die alkoholfreie Cocktailbar unserer Apotheke nehmen“, sagt er. Die hölzerne Lady trägt ein Musikinstrument bei sich. Und deshalb wünscht sich der Apotheker, dass die Pasewalker um 18 Uhr gemeinsam das Lied „Bunt sind schon die Wälder“ singen.

Am Mittwoch um 20 Uhr findet dann das große Treffen der Skulpturen auf dem Pasewalker Markt am Springbrunnen statt. „Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen noch viele Begegnungen gibt“, sagt die Pasewalker Museumsleiterin Anke Holstein. Mit dem Treffen am Mittwoch ist die Reise der Kunstwerke aber noch nicht zu Ende. Bis Ende Dezember sind die Skulpturen im Museum zu sehen.

Was halten Sie von den „Wartenden“? Rufen Sie uns an: Telefon 03973 206715.