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Die Wohnung ist weg, einfach versteigert

VonVeronika MüllerundRainer MartenWas darf es denn sein?Ein Häuschen im Grünen, ein Café mitten in der Stadt,ein unbebautes Grundstück auf dem Lande oder ...

VonVeronika Müller
undRainer Marten

Was darf es denn sein?
Ein Häuschen im Grünen, ein Café mitten in der Stadt,
ein unbebautes Grundstück auf dem Lande oder eine alte Brennerei – und all das zum kleinen Preis? Eine besondere Schnäppchenjagd macht es möglich.

Jatznick/Pasewalk.Erika und Horst Lubitz sind nun doch schockiert. Das Haus in der Jatznicker Straße der Einheit 69 ist weg. Es wurde gerade bei der Norddeutschen Grundstücksauktion in Rostock versteigert. „Gemeldet hat sich aber bei uns noch niemand. Wir wissen jetzt nicht, wie es weitergeht“, sagt Erika Lubitz verunsichert. Innerhalb Jatznicks sind Lubitz’ vor rund 20 Jahren umgezogen. Ihr damaliges Wohnhaus stand ebenfalls zum Verkauf. „Das war uns aber zu groß“, ergänzt Horst Lubitz. Beide mieteten sich in der Straße der Einheit ein, richteten sich nach dem Umzug der neuen Wohnung Hof und Garten her – immer in der Hoffnung, dort den Lebensabend verbringen zu können. Doch nun ist alles offen.
Als Familie Lubitz vor Wochen über den Hausverwalter von der Versteigerung erfuhr, bemühte sie sich bei der Gemeindeum einen Kauf. Aber da war das Objekt zu teuer. 49000 Euro – wer soll das schaffen? Bürgermeister Peter Fischer antwortet: „Die Gemeinde muss kommunalen Besitz immer zum Schätzpreis anbieten. Und der bewegte sich für dieses Haus im Bereich von über
40 000 Euro. Bei einer Versteigerung indes beginnt alles mit einem Mindestgebot. In diesem Fall waren es 7000 Euro. Das habe ich der Familie erklärt.“ Versteigert wurde alles für 8000 Euro. Das ebenfalls angebotene Gebäude, Straße der Einheit 57 bis 57 B, blieb im Gemeindebesitz. Insgesamt, so Fischer, bringt die Gemeinde derzeit rund 20 Immobilien auf den Markt. Der Grund: Jatznick steckt in der Haushaltskonsolidierung und muss für Einnahmen sorgen.
In Pasewalk wird derzeit für „Café Herta“ ein neuer Besitzer gesucht. Das Mindestgebot für das 1035 Quadratmeter große Grundstück inklusive Wohnung und Restaurant mitten in der Stadt steht bei 120 000 Euro. Im Gegensatz zu anderen Immobilien ist es nicht unter den Hammer gekommen. Vier andere Grundstücke und Gebäude von insgesamt sieben aus der Region Pasewalk haben neue Eigentümer gefunden. So ein Grundstück mit Garagen und Kleingärten im Steinbrinker Weg in Pasewalk, das statt der geforderten 2000 Euro sogar für 7000 über den Ladentisch ging. Auch in Züsedom fand ein unbebautes Grundstück seinen Liebhaber. Die Auktionatoren werden immer wieder überrascht. So brachte ein Lagergebäude im Grambow flotte 15000 Euro. Der Einstieg lag bei 1500 Euro. Interessenten haben zwei Monate Zeit, Unverkauftes genauer in Augenschein zu nehmen und in den „Nachverkauf“ einzusteigen.Infos: www.ndga.de