Feuerwehrleute aus Löcknitz sperrten eine Straße, um den Gesuchten an der Flucht zu hindern. Am Ende fand ihn ein S
Feuerwehrleute aus Löcknitz sperrten eine Straße, um den Gesuchten an der Flucht zu hindern. Am Ende fand ihn ein Spürhund. Feuerwehr Löcknitz
Mehrere Stunden dauerte der Einsatz, der schließlich erfolgreich endete.
Mehrere Stunden dauerte der Einsatz, der schließlich erfolgreich endete. Feuerwehr Löcknitz
Mit einer Wärmebildkamera suchten Löcknitzer Feuerwehrleute den außer Rand und Band geratenen Polen.
Mit einer Wärmebildkamera suchten Löcknitzer Feuerwehrleute den außer Rand und Band geratenen Polen. Feuerwehr Löcknitz
Ausgetickt

Dieb unter Drogen demoliert 13 Autos und bedroht seinen Ex-Chef mit Messer

Ein 38-Jähriger aus Polen ist in Krackow und bei Löcknitz ausgerastet. Am Ende kam er in eine Psychiatrie. Die Polizei gab am Mittwochnachmittag Details bekannt.
Krackow

Zum Fall des 38-Jährigen, der am Dienstag in Krackow und bei Löcknitz ausgerastet ist, hat die Polizei am Mittwochnachmittag neue Details bekannt gegeben. Demnach war der Pole bei der Polizei kein Unbekannter, sondern war zuvor schon mehrfach wegen anderer Delikte aufgefallen.

Nach Krackow war er mit einem Mercedes gefahren, den er wohl zuvor in Polen gestohlen hatte. In dem Dorf nahe der Grenze knöpfte er sich dann auf dem Gelände eines Agrar-Unternehmens elf Pkw vor. Die gehörten polnischen Mitarbeitern einer Greifswalder Spedition, für die der Tatverdächtige selbst mal gearbeitet hatte. Er trat Spiegel ab, zerstach Reifen und stahl Kennzeichen, sagte Polizeisprecherin Claudia Tupeit.

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Fluchtauto war gestohlen

Nach vollbrachter Tat fuhr er mit dem gestohlenen Mercedes Richtung Löcknitz, wo ihn der Greifswalder Spediteur und dessen Sohn am Nachmittag am Straßenrand antrafen. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade dabei, weiteres Diebesgut aus dem Pkw zu befördern. Er hatte wohl Wind davon bekommen, dass nach ihm gefahndet wird. Seine ehemaligen Chefs nahmen ihm den Autoschlüssel ab. Daraufhin bedrohte der Mann beide mit einem Messer, bis sie in ihr Auto flüchteten, ein Stück weiter weg fuhren und die Polizei informierten.

Als die Beamten eintrafen, war der Gesuchte schon über eine Mauer auf ein Firmengelände geklettert. Mit einer Leiter eilten 20 Feuerwehrleute aus Löcknitz gegen 18.30 Uhr herbei. Vor ihrer Ankunft war der Dieb jedoch schon in ein Waldstück geflüchtet – nicht ohne zuvor zwei weitere Autos beschädigt zu haben. Er sprang vor den Autos auf die Straße, brachte die Fahrer zum Anhalten und „wollte sie davon überzeugen, ihm die Autos zu überlassen”, so Claudia Tupeit. Als die sich weigerten, schlug und trat er auf die Autos ein.

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Mit Wärmebildkamera, Drohne und Hund

Polizisten und Feuerwehrleute, mittlerweile waren auch welche aus Lübs eingetroffen, suchten mit Wärmebildkamera und Drohne den Wald ab. Auch ein Fährtenhund der Bundespolizei kam dazu. Im Laufe des Abends „entwickelte sich der Einsatz weiter Richtung Boock, Plöwen und Blankensee”, sagte Löcknitz' Wehrführer Enrico Harms. Nach rund vier Stunden fand der Hund den Mann. Der befand sich laut Polizei in einem psychischen Ausnahmezustand, hatte allem Anschein nach Drogen genommen und wurde in eine Psychiatrie gebracht, in der er sich auch am Mittwochnachmittag noch befand.

Bis auf den Polen, der sich selbst leicht im Gesicht verletzte, kam bei den Geschehnissen niemand zu schaden, „jedenfalls nicht körperlich”, so Claudia Tupeit. Psychisch würden allerdings zumindest ein paar der Beteiligten wohl noch eine Weile brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten.

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Bisher gute Erfahrungen mit Polen

Enrico Harms beschrieb diesen Einsatz der besonderen Art als „unübersichtlich”. Fritz Bohl von der Krabo Handels GmbH in Krackow, bei der das Geschehen am Morgen seinen Anfang genommen hatte, war zum Tatzeitpunkt nicht zugegen. Erst im Nachhinein erfuhr er von dem Vorfall und zeigte sich am Mittwoch erstaunt. Bislang habe er mit polnischen Arbeitern nur gute Erfahrungen gemacht, Ähnliches nie zuvor erlebt, sagte er. Die Greifswalder Spediteure wollten sich nicht öffentlich über den Ausraster ihres Ex-Mitarbeiters äußern.

Polnische und Deutsche Polizisten arbeiten bei den weiteren Ermittlungen zusammen. Die Höhe des Sachschadens war am Mittwoch noch unklar. Laut Polizei dürften es mehrere tausend Euro sein.

 

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