AUFKLÄRUNG FÜR SENIOREN

Dieses Trio sagt Trickbetrügern den Kampf an

Das passiert mir nicht! – So reagieren viele Menschen, wenn sie von einem geglückten Betrugsfall hören. Weil Trickbetrüger dennoch immer wieder Erfolg haben, vor allem bei Älteren, ist der Pasewalker Senioren- und Behindertenbeirat aktiv geworden.
Renate Kroll (von links), Marianne Giese und Doris Krüger vom Pasewalker Senioren- und Behindertenbeirat bereiten die Inf
Renate Kroll (von links), Marianne Giese und Doris Krüger vom Pasewalker Senioren- und Behindertenbeirat bereiten die Informationsveranstaltung zum Thema Trickbetrug im Kulturforum vor. Die Flyer sind gedruckt. Fred Lucius
Pasewalk.

Meldungen wie diese gibt die Polizei nahezu jede Woche heraus: Betrüger haben sich in Mecklenburg als falsche Polizisten ausgegeben und so knapp 90.000 Euro bei Senioren ergaunert. Die Betrugsfälle ereigneten sich in den vergangenen Tagen in den Landkreisen Rostock und Ludwigslust-Parchim. Opfer waren unter anderem eine 81-jährige Frau aus Sternberg und ein 79-Jähriger aus Güstrow. Die Seniorin wurde dabei gleich zweimal innerhalb weniger Tage um größere Geldsummen betrogen.

„Wie kann man nur so blauäugig sein?”

„Die Leute werden nicht schlau. Wie kann man nur so blauäugig sein?“, sagt Marianne Giese, schränkt dann aber doch ein: „Aber ich weiß nicht, ob mir das nicht vielleicht auch irgendwie passieren könnte.“ Ihre Mitstreiterinnen Renate Kroll und Doris Krüger vom Pasewalker Senioren- und Behindertenbeirat nicken. Noch immer können es die Frauen nicht fassen, dass ein Mann vor Kurzem Fremden insgesamt 140.000 Euro überwies. Die Pasewalkerinnen haben aber auch eine Vermutung, warum vor allem ältere Bürger immer wieder auf Betrüger hereinfallen: Sie sind vermutlich oft einsam und nirgendwo integriert. Dann lassen sie sich einlullen und haben das Gefühl, es kümmere sich jemand um sie. Hinzu komme: Die Betrüger seien geschult, sie würden sehr geschickt vorgehen und sich auch immer wieder neue Maschen ausdenken, um an das Geld der Opfer zu kommen. Neben den falschen Polizisten und falschen Enkeln gibt es weitere Betrugsformen, etwa das angebliche Geldwechseln, Gewinnversprechen oder Wunderheiler, wissen die Frauen. „Man merkt ja auch beim Spaßmacher Leif Tennemann im Radio, dass da viele reinfallen“, sagt Doris Krüger.

Experten geben Rat

Dabei könne man sich vor Betrügern durchaus schützen, fügt Marianne Giese hinzu. Im Internet gebe es beispielsweise eine Check-Liste, wie man bei Anrufen von Fremden vorgehen sollte. Und weil man aus Sicht der Frauen nicht genug warnen kann, plant der Pasewalker Senioren- und Behindertenbeirat eine Informationsveranstaltung unter dem Motto „Trickbetrug verhindern! Aber wie?“ „In kleinerer Form hatten wir so etwas schon in unserem Krimi-Café. Weil das Thema so prekär ist, soll es diesmal eine größere Veranstaltung im Pasewalker Kulturforum werden“, erklärt Renate Krull. Eingeladen zu der für die Gäste kostenlosen Veranstaltung am 21. Oktober von 14 bis 16 Uhr seien Polizei-Präventionsberaterin Andrea Semmler sowie Senioren-Sicherheitsberater Harald Brose.

Bis zu dem Termin wollen die Frauen noch Flyer verteilen und Plakate anbringen. Sie hoffen, dass das Thema insbesondere in Seniorenheimen, in Einrichtungen der Tagespflege und des Betreuten Wohnens sowie in Vereinen auf Interesse stößt. Eingeladen seien aber auch alle anderen Interessenten. „Wir wünschen uns natürlich, dass viele Leute kommen, sich informieren und ihr Wissen auffrischen“, sagt Marianne Giese. Als Gremium der Stadt könne der Beirat das Kulturforum kostenfrei nutzen. Um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen, wird an diesem Tag ein kostenpflichtiger Fahrdienst von vier Haltepunkten in der Stadt zum Kulturforum eingerichtet.

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