Die Grundschule in Strasburg, auch Rote Schule genannt, feierte im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Viele Stra
Die Grundschule in Strasburg, auch Rote Schule genannt, feierte im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Viele Strasburger verbinden mit ihr Erinnerungen. Fred Lucius
Von außen ist die Regionale Schule „Am Wasserturm“ schön anzusehen. Doch auch hier gibt es – wie
Von außen ist die Regionale Schule „Am Wasserturm“ schön anzusehen. Doch auch hier gibt es – wie an der Grundschule – einen großen Sanierungsbedarf. Fred Lucius
Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese.
Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese. NK-Archiv
Schulen

Digitalpakt offenbart ein großes Problem

Man kennt das aus dem privaten Bereich: Aus einem kleinen wird schnell ein großes Bauprojekt. So geht es derzeit der Stadt Strasburg mit ihren Schulen.
Strasburg

Der Elektrofachplaner hatte an den beiden Strasburger Schulen eine klare Aufgabe: Er sollte ermitteln, was an der Regionalen und an der Grundschule zu tun ist, um digitalen Unterricht im Rahmen des Digital-Paktes zu ermöglichen, und welche Kosten dafür entstehen. Doch das Ergebnis war ernüchternd.

Mängel nicht mit kleinen Reparaturen zu beheben

„Der Fachplaner hat sich nicht nur gefragt, wo er etwas anklemmen kann. Er hat gravierende Mängel an den Elektroanlagen beider Schulen festgestellt“, sagt Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU). So habe der Fachmann von alten Alu-Leitungen, Schraubsicherungen, fehlenden Fehlerstrom-Schutzschaltern (FI-Schaltern) und Verstößen gegen verschiedene Richtlinien berichtet. Mit einer kleinen Reparatur sei das nicht zu beheben, es komme nur eine komplette Sanierung infrage, gibt die Bürgermeisterin die Einschätzung des Planers wieder.

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Für den Digital-Pakt ein elektrisches „Parallel-Universum“ zu errichten, löse das Problem nicht. Hinzu komme eine anschließende Renovierung der Schulen. Man habe nach der Besichtigung des Elektro-Fachmanns Sofortmaßnahmen eingeleitet, beispielsweise Sicherungskästen verschlossen und Sicherungen für Steckdosen angeschafft. „Die Elektro-Anlagen wurden in den vergangenen Jahren auch geprüft. Aber teilweise gibt es dazu keine Dokumente mehr, oder es existieren Bescheinigungen ohne Mängelangabe und mit dem Hinweis, dass nach derzeitigem Stand der Technik alles in Ordnung sei“, sagt Heike Hammermeister-Friese. Sie habe die Ausschuss-Vorsitzenden der Stadtvertretung und die Schulleitungen informiert. Auch habe sie die Bauaufsicht des Landkreises um Unterstützung für kurzfristige Maßnahmen gebeten.

Großer Sanierungsbedarf in beiden Schulen

„Neben den Elektroanlagen gibt es in beiden Schulen einen großen Sanierungsbedarf. Das betrifft zum Beispiel Heizung und Heizkörper und die Brandschutzanlagen“, erklärt Strasburgs Bürgermeisterin. Daher solle ein Planungsbüro ermitteln, was in beiden Schulen saniert werden muss und was es kosten würde. Ende März 2022 erwarte man dazu Ergebnisse vom Planungsbüro. Liegen diese Zahlen auf dem Tisch, gehöre zur Frage der Sanierung von zwei Schulen gleichwohl die Frage zur Zukunft der Einrichtungen und eines möglichen Neubaus. Bei dem absehbaren Sanierungsbedarf sei eine Grundsatzentscheidung notwendig. „Es gibt ja verschiedene Förderprogramme. Wichtig wird in diesem Zusammenhang sein, was in Strasburg gefördert werden könnte“, sagt Heike Hammermeister-Friese, die von einer vertrackten Situation spricht. Dennoch wolle man alle Fakten zusammentragen und ergebnisoffen eine Diskussion zur Zukunft der Schulen anstoßen. An dem Digitalpakt halte man weiterhin fest. Geklärt werden müsse, wie er nun umgesetzt werden kann.

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