NETZ-AUSBAU AUF DEM LAND

Dörfer können bei der Telekom um Funkmasten buhlen

Mit der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ will die Telekom beim Netz-Ausbau neue Wege gehen. Die Aktion richtet sich deutschlandweit an Kommunen, die bisher beim Mobilfunk-Ausbau zu kurz gekommen sind. Allein in Vorpommern gibt es davon jede Menge.
Rainer Marten Rainer Marten
Mit ihrer Aktion will die Telekom bundesweit Funklöcher stopfen und neue Antennen aufstellen. Davon könnte die Uecke
Mit ihrer Aktion will die Telekom bundesweit Funklöcher stopfen und neue Antennen aufstellen. Davon könnte die Uecker-Randow-Region profitieren. Auch wenn es um einen technischen Standard geht, der beinahe jetzt schon wieder überholt ist. Stefan Sauer
Pasewalk.

Seit Mitte 2016 ist in Blankensee, Boock und Rothenklempenow die Zeit der Funkstille vorbei: Damals ging der neue Funkmast ans Netz, seitdem funktionieren die Handys. In Kürze soll das auch in der nördlichen Uecker-Randow-Region, in Meiersberg und Vogelsang-Warsin, so sein. Meiersberg erhält laut Bürgermeister Gerhard Seike noch in diesem Jahr einen Sendemast, Vogelsang-Warsin im nächsten Jahr, so der dortige Bürgermeister Ingo Grönow.

Gerade jetzt sollten sich andere Gemeinden intensiv mit dem Thema beschäftigen: Denn Kommunen mit schlechter Mobilfunkversorgung können sich seit wenigen Tagen bei der Deutschen Telekom um neue LTE-Funkstationen bewerben. LTE steht für den englischen Begriff „Long Term Evolution“ (langfristige Entwicklung) und ist die vierte Handynetz-Generation. Bei gutem Handyempfang reicht LTE, um zu surfen, Musik online zu hören oder sogar Filme im Internet zu gucken. Außerdem verbessert LTE die Sprachqualität beim Telefonieren.

Vorbereitungen auf 5G-Ausbau

Christian Pegel (SPD), als Minister u.a. für Infrastruktur zuständig, hatte jüngst auf diese Aktion hingewiesen. Normalerweise würden die Mobilfunkanbieter auf Basis marktwirtschaftlicher Erwägungen entscheiden, wo sie neue Funkstationen aufstellen. Doch dabei fielen eben immer wieder Kommunen durchs Raster, so Pegel. Mit der neuen Aktion steuere die Telekom nun gegen.

Während die Aktion allerdings auf die LTE-Technik setzt, laufen derzeit auch Vorbereitungen auf den Ausbau der nächsten Netz-Generation „5G“ in Deutschland. Im Zuge dessen gab es vermehrt Forderungen in und aus der Politik, die Mobilfunkkonzerne zu einem flächendeckenden Ausbau zu bewegen.

50 Millionen Euro für Funkmasten-Programm der Landesregierung

Über die Internetseite der Telekom können sich Kommunen, die in einem LTE-Loch liegen, um eine Funkstation bewerben. Voraussetzungen seien ein entsprechender Beschluss des Gemeinderats sowie ein Standort für eine Antenne auf einem Dach oder eine freie Fläche für einen Mast. Bewerbungsende ist der 30. November 2019. Das Unternehmen wählt 50 Gemeinden aus, in denen bis Ende 2020 neue Stationen in Betrieb gehen sollen.

Die Landesregierung arbeitet derweil an einem eigenen Funkmasten-Programm und hat dafür ein Budget von 50 Millionen Euro bereitgestellt. Dieses wird aber wohl „frühestens 2020 greifen können“, so der Minister. Deshalb rufe er alle Kommunen, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, dazu auf, sich um eine der 50 Antennen zu bewerben.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

zur Homepage