STONIES IN VORPOMMERN

Domis steiniger Weg zum Glück

Dass Wünsche wahr werden und Wunder geschehen, daran glaubt Dominique aus Pasewalk von ganzem Herzen. Ein von ihr bemalter Stein bewies es ihr jetzt wieder.
Domi (33) beim Bemalen eines Glückssteins.
Domi (33) beim Bemalen eines Glückssteins. Simone Schamann
Domis „Seelenkatze” Maja starb schon vor einiger Zeit. Ein liebevoll bemalter Stein erinnert an sie.
Domis „Seelenkatze” Maja starb schon vor einiger Zeit. Ein liebevoll bemalter Stein erinnert an sie. Simone Schamann
Von „Game of Thrones” bis Schwanger-Schäfchen – nur ein winziger Teil von Domis Sammlung.
Von „Game of Thrones” bis Schwanger-Schäfchen – nur ein winziger Teil von Domis Sammlung. Simone Schamann
Wie süß: „Der kleine Maulwurf” erinnert an Domis Kindheit.
Wie süß: „Der kleine Maulwurf” erinnert an Domis Kindheit. Simone Schamann
Dieser Stein führte den Nordkurier und Domi zusammen.
Dieser Stein führte den Nordkurier und Domi zusammen. Simone Schamann
Pasewalk.

Erwachsene Menschen, die Steine mit kleinen Kunstwerken verzieren und dann in freier Wildbahn verstecken – der Trend ist nicht neu, aber immer wieder schön und erstaunlich. „Es geht darum, Glück zu verbreiten”, erklärt Domi (33) aus Pasewalk die Botschaft der inzwischen Tausenden „Stonies” in Deutschland. „Jeder Stein, der gefunden wird, wurde mit Liebe bemalt. Das macht selbst eine kleine Stadt wie Pasewalk ein bisschen freundlicher und fröhlicher.”

Kleine Schätze, die Glück versprühen

Vor knapp anderthalb Jahren gründete die Mutter eines Dreijährigen die Facebook-Gruppe „UER_STONES” – nachdem sie selbst Exemplare der größeren „ElbStones”-Gruppe aus dem Hamburger Raum in Pasewalk gefunden hatte. „Das war so schön, plötzlich diese kleinen Schätze zu entdecken. Da hab ich auch angefangen, Steine zu bemalen und zu verstecken”, erinnert sie sich. „Und weil wir hier nicht an der Elbe wohnen, hab ich etwas später die UER-Gruppe auf Facebook gegründet.”

UER-Stein in Gütersloh

Das Prinzip funktioniert wie in allen anderen Stonie-Gruppen auch: Wer einen Stein findet, wird gebeten, ihn in der winzig auf jeden Stein gepinselten Gruppe mit Nennung des Fundortes zu posten. Danach kann man ihn entweder wieder „aussetzen” oder als Talisman behalten. Oder, im Idealfall: anfangen, eigene Exemplare zu bemalen und irgendwo im Umfeld auszulegen. Steine der UER-STONES werden übrigens mitnichten nur in und um Pasewalk gefunden! In der Gruppe wurden schon Bilder von UER-Fundstücken auf Rügen, im Ikea Rostock – und sogar aus dem Botanischen Garten in Gütersloh gepostet.

Domi hatte es nicht immer leicht

Wie viele andere, die sich für die Glück versprühenden Steine begeistern, hatte auch Domi es nicht immer leicht im Leben. Vertrauen zu haben, fällt ihr schwer, sie ist wegen einer Angststörung in Behandlung. „Es gab Zeiten, da traute ich mich nicht mal bis zum Briefkasten”, erzählt sie. Doch Domi kämpfte sich immer wieder nach oben, verlor auch in labilen Phasen nie den Mut:" Ich habe ein wunderbares Kind und einen wunderbaren Mann, die mich begleiten”, sagt Domi. „Allein dafür bin ich dem Leben unendlich dankbar.” Das Gute passiert, ist sie sich sicher. „Man muss nur fest dran glauben.”

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„Das Gute passiert.”

Ein kleines Wunder, erzählt sie, sei ihr jetzt erst wieder begegnet. Denn einen von vielen Steinen, die sie irgendwann im Juli bemalt hatte, fand die Autorin dieses Artikels kürzlich in der Mittagspause in der Nähe des Pasewalker Amtsgerichts. „Ich hatte mir wirklich schon ganz oft gewünscht, dass endlich mal jemand über uns berichtet”, erzählt Domi. Schließlich habe die FB-Gruppe „UER_STONES” schon knapp 300 Mitglieder. „Ich hätte nie mit diesem Zulauf gerechnet, fast jeden Tag werden neue Steine und Fundorte gepostet”, sagt sie und lächelt lieb. „Das muss doch endlich mal gewürdigt werden.” Ganz wichtig ist Domi aber auch, dass sie zwar Administratorin, aber nicht Chefin oder Ähnliches der Gruppe ist. „Alle Mitglieder sind wichtig”, betont sie. „Ich bin nur eine von vielen anderen Stein-Verrückten.”

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