TRÖDELMARKT

▶ Ein Flohmark im Geiste der kleinen Greta (mit Video)

Mehr als 60 Händler bauten ihre Flohmarktstände im Lokschuppen Pasewalk auf. Sowohl Händler als auch Schnäppchenjäger hatten ihren Spaß. Warum üben diese Märkte immer wieder einen besonderen Reiz auf uns aus?
Sigrid Waschlewski (links) und Marlies Werfinger aus Polzow nutzten den Trödelmarkt im Lokschuppen, um sich von privaten
Sigrid Waschlewski (links) und Marlies Werfinger aus Polzow nutzten den Trödelmarkt im Lokschuppen, um sich von privaten Gegenständen zu trennen, die sie nicht mehr benötigen. Rainer Marten
Händler wie Kunden lieben die Atmosphäre des Lokschuppens gleichermaßen: Die Stände werden unterm Dach au
Händler wie Kunden lieben die Atmosphäre des Lokschuppens gleichermaßen: Die Stände werden unterm Dach aufgebaut. Man kann bei jedem Wetter stöbern. Rainer Marten
Pasewalk.

Im Pasewalker Lokschuppen ist es kalt, aber es ist trocken. Marlies Werfinger und Sigrid Waschlewski haben sich auf diese Situation eingestellt. Die beiden Polzowerinnen sind dick angezogen. „Wir sind das erste Mal hier“, berichten die Frauen. Sie hätten zu Hause „durchgeräumt“, erzählen sie. Was sie in den Schränken und Schubladen entdeckt hätten, sei zu schade für den Müll. Und vielleicht können es andere verwerten. „Zwischen den Schallplatten haben die Besucher immer wieder einmal geblättert“, erzählt Sigrid Waschlewski. „Schallplatten sind offenbar gefragt. Aber ich hab vermutlich nicht die richtigen Titel“, bedauert sie. Marlies Werfinger staunte nicht schlecht, dass ihr Modeschmuck Interessenten fand. Damit habe sie nicht gerechnet. So klapperten in den Kassen der Frauen an diesem Tag auch einige Euro.

Bücher vor dem Sperrmüll gerettet

Rainer Moll ist aus Friedland nach Pasewalk gekommen. „Das Gute ist, dass wir hier im Trockenen sitzen, einen Imbiss einnehmen können und Toiletten haben“, sagt er. Zu seinem Angebot gehören Koch- und Märchenbücher aus DDR-Zeiten. Woher kommt das alles? „Ich habe sieben Jahre in der Möbelbörse in Schwichtenberg gearbeitet. Wenn Sie es nicht nehmen, dann wandert es in den Sperrmüll, haben die Leute gesagt, wenn sie etwas loswerden wollten. Also habe ich es genommen“, erzählt er. Die Trödelmärkte besucht er bereits seit rund zehn Jahren. Aber zu Reichtum komme man hier nicht, fügt er hinzu.

 

Die Zeit der Schätzchen ist vorbei

Der Flohmarkt verspricht ein spannendes Vergnügen, meint Elfriede Günter aus einem Dorf bei Neubrandenburg. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten besucht sie den Markt. Die Zeiten, dass man dort echte Schätze entdeckt, seien vorbei. Dafür könne man nette Leute kennenlernen und Kuriositäten bestaunen. „Manchmal begegnet man hier auch der eigenen Kindheit“, fügt sie hinzu und deutet auf einen Kartoffelkratzer. „Damit haben meine Eltern noch gebuddelt.“

Händlerin Marietta Tölk bringt einen ganz anderen Aspekt ins Gespräch: „Der Verkauf von Gebrauchtem macht nicht nur Spaß, damit schonen wir auch die Umwelt und liegen so ganz auf der Linie von Greta: Wir sparen Energie und Ressourcen, wenn wir all diese Dinge nicht entsorgen, sondern weiterverwerten“, sagt sie.

Fast jeder zweite Deutsche geht einmal jährlich auf den Flohmarkt

Insgesamt, so teilte der Lokschuppenverein mit, bauten 61 Händler ihre Stände auf. Besonders gefragt waren dieses Mal Kinderkleidung, Geräte, aber auch Weihnachtsdeko und Geschirr. Übrigens haben Trendforscher herausgefunden, dass 44 Prozent der Bundesbürger wenigstens einmal pro Jahr auf einen Flohmarkt gehen, acht Prozent sogar mindestens einmal im Monat.

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