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Ein Haus zum Fürchten

1977 wurde die Betriebsberufsschule in Strasburg gebaut, 2004 geschlossen. Das Haus gammelt heute nun vor sich hin.
             
1977 wurde die Betriebsberufsschule in Strasburg gebaut, 2004 geschlossen. Das Haus gammelt heute nun vor sich hin.  
Rainer Marten

2004 war alles vorbei: Strasburg verlor seine letzte Berufsschule. Das Gebäude in der Feldstraße gammelt seit diesem Zeitpunkt vor sich hin. Der Eigentümer unternimmt nichts Spürbares, um das Gebäude zu vermarkten. Und Bürgermeister Raulin sagt: Wir können da nichts machen – Privateigentum.

Vor dem Haupteingang türmt sich der Bauschutt. Fenster und Türen fehlen oder sind eingeschlagen. Und durch die Räume pfeift der Wind. Dieses Bild bietet sich jedem, der die Strasburger Betriebsberufsschule in der Feldstraße besucht.

Zu DDR-Zeiten wurden dort aus dem Bezirk Neubrandenburg stammend, hunderte angehende Landwirte "durchgeschleust". Arbeit fanden sie anschließend in den Genossenschaften oder volkseigenen Gütern. Die Zahl der Auszubildenden ging nach der Wende ab 1990 rapide zurück, 2004 kam das Aus der Bildungsstätte – weil sich die Politiker für andere Orte als Berufsschulstandorte aussprachen. Das Internat wurde abgerissen, aber das Schulgebäude blieb stehen – und wurde ein Haus zum Fürchten. 

An Spekulationen über die Zukunft der Ruine in der Feldstraße will sich Strasburgs Bürgermeister Norbert Raulin nicht beteiligen. Vielleicht hält da jemand Bauland vor? Vielleicht wird der Komplex ein Gesundheitszentrum? Undenkbar wäre das nicht. Der Geschäftsführer der DL-Immobilienverwaltung GmbH & Co soll auch ein Klinik-Gründer sein. Aber leider: Für eine Nachfrage war das Unternehmen noch nicht erreichbar.