GYMNASIUM PASEWALK

Eine Klasse darf nach Italien, die andere muss büffeln

Studienfahrten in Corona-Zeiten für Zwölftklässler ins Ausland? Am Pasewalker Oskar-Picht-Gymnasium gibt es darauf unterschiedliche Antworten. Einige Schüler fahren, andere nicht. Ist das gerecht?
In der kommenden Woche gehen Schüler einer 12. Klasse auf Studienfahrt nach Italien. Für andere wurden die Reisen na
In der kommenden Woche gehen Schüler einer 12. Klasse auf Studienfahrt nach Italien. Für andere wurden die Reisen nach Dublin und Prag abgesagt. Ungerecht findet dies ein Nordkurier-Leser. Marlis Tautz
Pasewalk.

Alle oder keiner? Diese Frage stellt ein Nordkurier-Leser und bezieht sich auf die unterschiedliche Handhabung von Studienreisen für Schüler am Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk. Während für einen Teil der Zwölftklässler Schulfahrten nach Dublin und Prag vom Reiseveranstalter oder von Lehrern abgesagt wurden, sei nicht zu verstehen, dass für andere an einer Studienfahrt nach Italien festgehalten werde, moniert der Leser. Ausgerechnet in ein Reiseland, was seit Kurzem wegen der gestiegenen Corona-Neuinfektionen in die Schlagzeilen geraten sei.

Die anderen Schüler müssen Sprachtests absolvieren

Die Schüler begeben sich in der kommenden Woche für fünf Tage auf eine Reise in das Land am Mittelmeer, bestätigt Schulleiterin Cornelia Kühne-Hellmessen. Es stelle sich die Frage, warum das Risiko der Ansteckung für die gesamte Schule in Kauf genommen werde, heißt es in dem Schreiben an den Nordkurier. Die coronabedingten Schulschließungen für die ehemaligen Elftklässler würden lange nachwirken. Jetzt besteht aus Sicht des Lesers zudem die Gefahr, dass sie weiter ins Hintertreffen geraten. Schließlich würden die nicht auf Reisen gehenden Schüler verschiedene Sprachtests absolvieren, die unter prüfungsähnlichen Bedingungen stattfinden und als Klausurnote in die Abiturvornote einfließen. „Sie werden Mathematikunterricht haben, während ihre Kommilitonen ihnen Pool-Fotos schicken“, wird moniert. Es stelle sich die Frage, wann die Reisenden besagte Tests nachholen können. Es müsse außerdem die Frage erlaubt sein, wie man so die Daheimgebliebenen motiviert. Alle oder keiner, jede andere Entscheidung sei Missmanagement – findet der Leser.

Schulfahren dürfen laut Ministerium stattfinden

Nach Angaben von Schulleiterin Cornelia Kühne-Hellmessen sind die Italien-Fahrt und das Programm mit Schülern und Eltern abgestimmt und abgesprochen worden. Schulische Nachteile seien nicht zu erwarten. Cornelia Kühne-Hellmessen verweist zudem auf einen Hinweis des Bildungsministeriums M-V zu Schulfahrten im Schuljahr 2020/2021. Darin heißt es: „Alle für die Monate August bis Dezember 2020 bereits geplanten ein- und mehrtägigen Schulfahrten können unter Einhaltung des Hygieneplanes für SARS-CoV-2 und unter Berücksichtigung der Regelungen des Auswärtigen Amtes und des Robert-Koch-Institutes (RKI) durchgeführt werden.“ Grundsätzlich sei es aber auch möglich, dass nach vorheriger Abstimmung mit allen Erziehungsberechtigten und Teilnehmern eine Schulfahrt abgesagt wird.

Die Schulleiterin ist der Auffassung, dass eine öffentliche Kritik unter Nennung des Namens erfolgen sollte. Der Nordkurier wurde jedoch gebeten, den Leser anonym zu behandeln.

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Kommentare (1)

...solche Fahrten überhaupt ins Ausland gehen? Die meisten Schüler kennen ihr eigenes Bundesland nicht richtig. Ganz davon ab, dass viele Eltern finanzielle Probleme bei solch unsinnigen Fahrten erleben.