POLIZEIEINSATZ IN LÖCKNITZ

Erst bei der NPD, dann Reichsbürger, jetzt Terrorverdächtiger

Zwei Männer stehen im Verdacht, einen Terrorakt geplant zu haben. Nach der Durchsuchung ihrer Räume in Löcknitz kamen weitere Details über die beiden Männer heraus.
Rund 160 Polizisten waren bei den Durchsuchungen in Löcknitz im Einsatz.
Rund 160 Polizisten waren bei den Durchsuchungen in Löcknitz im Einsatz. Christopher Niemann
Dieser Garagenkomplex in Löcknitz gilt bei der Polizei als bekannter Treffpunkt von Rechtsradikalen.
Dieser Garagenkomplex in Löcknitz gilt bei der Polizei als bekannter Treffpunkt von Rechtsradikalen. Christopher Niemann
Löcknitz.

Die Polizei kam im Morgengrauen: Rund 160 Beamte rückten gegen 7  Uhr zu einer Razzia in das vorpommersche Dorf Löcknitz an und zogen erst gegen 16 Uhr wieder ab. Wegen des „Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ wurden mehrere Objekte, darunter Garagen und Wohnungen durchsucht. Der Verdacht richtet sich nach Angaben der für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock gegen zwei Männer im Alter von 52 und 44 Jahren.

Gegenstände, die Waffen sein könnten

Zuerst waren die Polizisten in der Chausseestraße gesichtet worden, wo Verwandte des 52-Jährigen wohnen. Dieser war früher Mitglied der rechtsradikalen NPD, inzwischen wird er der Reichsbürger-Szene zugerechnet. Wo er sich aufhält, ist unbekannt. In Löcknitz ist er nicht mehr gemeldet, der Name verschwand vom Postkasten.

Wie Oberstaatsanwalt Harald Nowack sagte, hatten Vorermittlungen zu dem Verdacht geführt, dass die Beschuldigten den Staatsapparat erschüttern wollten und auch Anschläge auf Polizisten nicht auszuschließen seien. Anhaltspunkte für eine unmittelbare Gefahr der Zivilbevölkerung hätten nicht bestanden. Festnahmen gab es nicht. Nach Angaben des Landeskriminalamtes wurden Speichermedien sichergestellt und „Gegenstände“, die nun darauf hin untersucht würden, ob sie unter das Waffengesetz fallen.

Garage als rechter Treffpunkt bekannt

Löcknitz und speziell der nun durchsuchte Garagenkomplex gelten seit vielen Jahren als Treffpunkt der rechten Szene. Anfang des Jahres war es zu einem Großeinsatz der Polizei und körperlichen Auseinandersetzungen mit Rechtsextremen gekommen. Über Monate hatte die Polizei seitdem verstärkt Präsenz gezeigt und Kontrollen durchgeführt. Bei der Razzia am Donnerstag räumten die Beamten unter anderem ein Aggregat, Tische, Stühle und einen Transportbehälter heraus. Gesucht wurde laut Staatsanwaltschaft nach illegalen Waffen, Munition, Unterlagen und Datenträgern.

Mehr lesen: Landkreis verbietet Nazi-Garage in Löcknitz

Nach den Worten von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sind die Durchsuchungen Belege für die Wehrhaftigkeit des Staates. „Die Behörden sind wachsam und jederzeit handlungsfähig im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus. Wir halten den Druck und werden nicht nachlassen“, betonte der Minister. Bereits vor gut zwei Wochen waren wegen Extremismusverdachts Wohn- und Geschäftsräume eines Bundeswehrsoldaten in Sponholz bei Neubrandenburg durchsucht und Speichermedien beschlagnahmt worden.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Löcknitz

Kommende Events in Löcknitz (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (5)

Bei Verwandten eines Verdächtigen suchen, der schon das Weite gesucht hat und Müll aus Garagen rausschmeißen. Ich bin von der Wehrhaftigkeit des Staates überzeugt!

[...Wegen des „Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ wurden mehrere Objekte, darunter Garagen und Wohnungen durchsucht. Der Verdacht richtet sich nach Angaben der für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung...]

Das sollte man auch mal bei Frau Merkel und ihren Kabinett machen. Wegen offener Grenzen für Terroristen, Corona-Terror-Maßnahmen und Wirecard-Betrug ...die Liste ist sehr, sehr lang...

Gut, daß Sie es erwähnen. Das SEK ist unterwegs

oder war der Einsatz so interessant wie der Wasserstandsbericht von gestern?
Was sind Gegenstände, die Waffen sein könnten?
Jeder Gegenstand kann eine potentielle Waffe sein.
Und wenn es nur der zusammengerollte NK ist, zum Fliegen tothauen.
Soviel Einsatzfreude bei Liebig34, Amri und den ganzen anderen Terroristen das wäre mal was (gewesen).

Reicht ja dem ein oder anderen Rechtsterroristen schon .