VERSTEIGERUNG IN BERLIN

Ex-Kita und Bahngebäude in Pasewalk haben neue Besitzer

Beide Immobilien sind sanierungsbedürftig, beide gehörten der Deutschen Bahn. Diese hat die Gebäude nun in Berlin versteigern lassen. Zwei Pasewalker Bieter gingen bei der Auktion leer aus.
Ingmar Höfgen Ingmar Höfgen
Die ehemalige Kita in der Speicherstraße fand einen Interessenten.
Die ehemalige Kita in der Speicherstraße fand einen Interessenten. Rainer Marten
Auch das ehemalige Bahn-Verwaltungsgebäude wurde im Abba-Hotel versteigert.
Auch das ehemalige Bahn-Verwaltungsgebäude wurde im Abba-Hotel versteigert. Rainer Marten
Pasewalk.

Am Ende kamen beide Gebäude unter den Hammer: 31 500 Euro für den früheren Kindergarten an der Speicherstraße und sogar 40 000 Euro für das ehemalige Verwaltungsgebäude am Bahnhof – zwei markante Immobilien in der Nähe der Bahnstrecke sind am Freitag im Berliner Abba-Hotel versteigert worden. Ob der Verfall der beiden Gebäude demnächst gestoppt werden soll, blieb vorerst offen. Die beiden künftigen Eigentümer haben jedenfalls schon eine größere Summe in die Hand genommen: Zu den Höchstgeboten kommen noch jeweils knapp zehn Prozent Courtage für das Auktionshaus, fünf Prozent Grunderwerbssteuer sowie die Notarkosten hinzu.

Der Zustand der Gebäude, wie er bei der Auktion dargestellt wurde, spricht jedenfalls für weiteren Investitionsbedarf. Bei der Kita, die um 1959 gebaut und nach der Wende saniert worden war, ist nicht nur das Dach teilweise undicht. Das Turngebäude wurde wegen einiger Setzungsrisse über viele Jahre nicht genutzt, das Heizgebäude wurde als abrissreif bezeichnet. Das Mindestgebot lag entsprechend niedrig bei 6000 Euro.

Der Höchstbietende eilte gleich zum Notar

Die Interessenten schien dies nicht abzuschrecken. In 500-Euro-Schritten trieben mehrere Kaufwillige an Telefonen und auch im Saal den Preis schnell nach oben. Am Ende blieben noch zwei Bieter übrig. Das Rennen machte mit 31 500 Euro schließlich ein Mann, der anschließend zum Notartermin eilte und für den Nordkurier deshalb nicht greifbar war. Ihm gehören bald 2200 Quadratmeter Grundstücksfläche und eine Ex-Kita.

Offen bleibt zunächst auch, was mit dem früheren Verwaltungsgebäude geschieht, das ebenso wie der in der Nähe liegende Bahnhof unter Denkmalschutz steht. Hier erhielt für 40 000 Euro ein Telefonbieter, über dessen Identität zunächst nichts bekannt wurde, den Zuschlag. Auch hier klang der zuvor geschilderte Zustand besorgniserregend. Neben einer schadhaften Dacheindeckung hatte das Auktionshaus Deutsche Grundstücksauktionen AG auch starke Rissbildung und aufsteigende Mauernässe festgestellt.

Die Versteigerung dauerte - wegen der langen Mängelliste

„Umfassend sanierungsbedürftig beziehungsweise abrissreif“ lautete die Schlussbemerkung – ehe zahlreiche Interessenten auch hier den Preis von 1500 Euro Mindestgebot in die Höhe schraubten. Insgesamt dauerte die Versteigerung der beiden Grundstücke, die der Deutschen Bahn gehörten, rund 20 Minuten – auch wegen der langen Mängelliste, die den Käufern mitgeteilt werden mussten.

Nicht zum Zuge kamen bei beiden Gebäuden Yvonne und Rainer Bubacz. Den beiden Kölnern gehört der Alte Speicher in Pasewalk, für den sie mehrere Ideen für eine touristische Nutzung entwickelt hatten. Nach Berlin waren sie gekommen, weil sie auf die Entwicklung ihrer Nachbarschaft Einfluss nehmen wollten – beide Grundstücke zählen dazu.

Auch die Speicher-Besitzer steigerten lange mit

Yvonne Bubacz steigerte für beide Objekte lange mit – bei 31 000 Euro für die Kita und etwa 20 000 Euro für das Bahn-Verwaltungsgebäude war allerdings Schluss. Seit drei Jahren sei er wegen der Kita mit der Deutschen Bahn im Gespräch gewesen, sagte Rainer Bubacz später dem Nordkurier. Diese habe die Auktion immer wieder in Aussicht gestellt und dann doch immer wieder verschoben.

Welches Konzept sie letztlich für den Alten Speicher verfolgen, wollten sie erst noch entscheiden. Auf jeden Fall werde sich in absehbarer Zeit etwas tun, sagte Rainer Bubacz weiter – nun aber vielleicht etwas zurückhaltender. Einen Bedarf für ein erweitertes Angebot für Touristen sehen beide. Der Alte Speicher liege direkt am Radwanderweg, und öfter erleben sie Radfahrer „mit hängenden Köpfen“, so Rainer Bubacz, weil sich gastronomisch nicht so viel finden lasse. Was die künftigen Eigentümer sich nun für die beiden Gebäude überlegen, müssen sie nun ebenso abwarten wie die Pasewalker.

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