Lehrstellen gesucht

Fast 100 Bewerber noch ohne Ausbildungsplatz

In vielen Branchen begann Anfang September das Ausbildungsjahr. Doch etliche Lehrstellen-Bewerber sind in der Uecker-Randow-Region noch unversorgt. Im Handwerk gibt es zwar noch freie Stellen, doch gefragt sind diese nicht.

Für Jutta Kasel sind die Zahlen kein Grund, unruhig zu werden. Zwar begann Anfang September in zahlreichen Berufen die Ausbildung. Doch viele Bewerber in der Region sind nach wie vor ohne Ausbildungsplatz. „Je nach Beruf startet das Ausbildungsjahr jeweils Anfang August, im September oder Anfang Oktober“, sagt die Teamleiterin in der Arbeitsagentur Pasewalk. Bis Ende September könne sich demnach auf dem Lehrstellenmarkt noch einiges bewegen.

Zu dieser Zeit endet auch das statistische Berichtsjahr der Arbeitsagentur, das am 1. Oktober 2017 begann. Jutta Kasel zufolge haben in diesem Zeitraum Ausbildungsbetriebe und Einrichtungen zwischen Penkun und dem Haff der Agentur insgesamt 347 Stellen für Auszubildende gemeldet. Das sind elf weniger als im Vorjahr. Auf der anderen Seite gibt es nach Angaben der Teamleiterin mehr Bewerber für die Lehrstellen. 421 wurden bis Ende August registriert, 51 mehr als ein Jahr zuvor. Mit 48 kommen die meisten zusätzlichen Bewerber aus dem Raum Pasewalk/Strasburg.

Firmen senken ihre Auswahlkriterien

„Von den 347 gemeldeten Stellen sind zurzeit noch 98 unbesetzt. Auf der anderen Seite haben wir noch 109 unversorgte Lehrstellen-Bewerber. Im vergangenen Jahr waren es genauso viele unversorgte Bewerber“, listet Jutta Kasel auf.

Im Monat September würden die Berater der Arbeitsagentur ihre sogenannte Nachvermittlungsaktion starten, mit der man hoffe, weitere Stellen mit unversorgten Bewerbern zu besetzen. Dass das nicht vollständig gelingen wird, macht die Teamleiterin allerdings auch deutlich. Wünsche der Bewerber würden häufig nicht mit den Anforderungen der Unternehmen zusammenpassen. Allerdings seien Firmen und andere Ausbilder seit geraumer Zeit zunehmend bereit, wegen fehlender Azubis Zugeständnisse zu machen und die Auswahlkriterien zu senken.

Viele Jugendliche ziehen Büroarbeit vor

Die meisten der angebotenen Lehrstellen in der Region kommen nach den Worten von Jutta Kasel aus der Metall- und der Lebensmittelbranche, aus dem Einzelhandel, dem Baugewerbe und dem Hotel- und Gastronomiebereich. Unter den zehn beliebtesten Berufen seien Handwerksberufe nicht vertreten. „Körperlich arbeiten zu müssen, ist nicht jedermanns Sache. Viele ziehen die Büroarbeit vor“, macht die Teamleiterin deutlich.

Bei der Berufswahl werde von den Jugendlichen vor allem auch bewertet, wie sich die Bedingungen in der Ausbildung insgesamt gestalten. Bewerber würden die Ausbildungsvergütungen ebenso bewerten wie die Arbeitszeiten, mögliche Überstunden und freie Wochenenden.

Fred Lucius

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