AUSGEZEICHNET

Feiertag für Helden im Ehrenamt

Sie verzichten auf Geld, aber auch auf viel Zeit mit der Familie. Für unsere Ehrenamtler gab es dafür jetzt eine Auszeichnung vom Landkreis.
Mehr als 50 Ehrenamtler wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Darunter auch Bürger aus der Haff-Region. Foto: D.
Mehr als 50 Ehrenamtler wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Dennis Bacher
Vorpommern.

Konfrontiert man Jens Rüberg mit der Frage, welchen Stellenwert das Ehrenamt in seinem Leben einnimmt, schaut der kahlköpfige Mann zunächst einmal verlegen zu seiner Ehefrau. Einem kurzen, skeptischen Blick lässt diese schnell ein Lächeln folgen. Dann traut sich auch Jens Rüberg zu strahlen. „Einen sehr, sehr hohen“, sagt er – und wirkt dabei gleichermaßen stolz als auch gerührt.

Das macht Sinn, schließlich hat der Mann aus Vorpommern-Greifswald gerade eine Auszeichnung für sein Engagement erhalten. Er gehörte zu den mehr als 50 Bürgern aus dem Landkreis, die in dieser Woche in der Anklamer Sparkasse für ihre Verdienste im Ehrenamt geehrt wurden.

Würdigung wichtiger als Wellness

Für sie alle gab es einen Überraschungs-Gutschein. „Kann man mal machen“, sagt Jens Rüberg, während er seinen betrachtet. „Wellnesstag für zwei Personen“ steht auf dem Hochglanz-Bogen geschrieben, der dem 54-Jährigen gerade von Landrat Michael Sack und Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih übergeben wurde. Schulterzuckend packt Rüberg den Preis wieder weg. Viel mehr als der Gutschein bedeutet ihm die Würdigung seiner Arbeit an sich, wie er sagt.

Lange ist es her, da gründete der junge Jens Rüberg gemeinsam mit neun Freunden in Anklam den „Trabbi Buggy Club 93“. Heute, gut 26 Jahre später, steht das internationale Trabant-Treffen auf dem Anklamer Flugplatz für das weltweit größte Event dieser Art. Weil sich der Quilower neben seiner Arbeit für die Trabbi-Truppe auch noch seit 22 Jahren als Rettungssanitäter im Sanitätszug Vorpommern-Greifswald engagiert, darüber hinaus seit 14 Jahren Vereinsvorsitzender der IFA-Sammlung in Quilow ist und zudem als Mitglied der Gemeindevertretung in Groß Polzin agiert, gab es für die Preisverleiher vom Landkreis keine zwei Meinungen: Jens Rüberg hat eine Ehrung für seine vielen Ehrenämter verdient.

Familien leiden am meisten unter Ehrenamt

Diese Auszeichnung, das war Rüberg allerdings wichtig, wie er sagte, wolle er stellvertretend für all diejenigen annehmen, mit denen er tagtäglich zusammenarbeitet. Rüberg versteht sich als eine Art Puppenspieler: „Ich halte zwar die Fäden in der Hand zusammen, aber meine Arbeit wäre nicht möglich ohne die richtigen Leute am anderen Ende.“

Viele Fäden in den eigenen Händen sorgen aber auch dafür, dass Rüberg mitunter keine Hand mehr frei hat. „Es bleibt schon einiges auf der Strecke“, sagt der Quilower. „Die Familie muss besonders darunter leiden.“ Wie lange er noch im Ehrenamt tätig bleiben will, kann der Mann aus Quilow nicht sagen. Muss er auch nicht. Jens Rüberg hat es sich schließlich verdient, diesen Moment zu genießen. „Die Ehrung ist eine schöne Sache“, sagt er. Und seine Ehefrau stimmt ihm nickend zu.

 

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