FEUERWEHR

Feuerwehr zieht Bilanz

Wiederholen sich die Einsatzjahre 2018 und 2019 bei der Feuerwehr? Die Kameraden wünschen sich das nicht, denn die extreme Trockenheit führte in beiden Jahren zu vielen Bränden und zu einer außerordentlichen Belastung.
Rainer Marten Rainer Marten
2019 rückte Pasewalks Feuerwehr zu 23 Bränden aus, dazu gehörten Flächenbrände bei Bröllin und P
2019 rückte Pasewalks Feuerwehr zu 23 Bränden aus, dazu gehörten Flächenbrände bei Bröllin und Polzow. ZVG
Flächenbrand
Flächenbrand ZVG
2019 rückte Pasewalks Feuerwehr zu 23 Bränden aus.
2019 rückte Pasewalks Feuerwehr zu 23 Bränden aus. ZVG
Gefahrguteinsatz am Gymnasium in Pasewalk. Dort wurden im März Ampullen mit der Aufschrift Sarin entdeckt.
Gefahrguteinsatz am Gymnasium in Pasewalk. Dort wurden im März Ampullen mit der Aufschrift Sarin entdeckt. Christopher Niemann
Pasewalk.

Vor der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Pasewalk im Februar stellt Wehrführer Marco Freuer in diesen Tagen die Statistik 2019 zusammen. In einem Punkt ergab sie keine Überraschung. „Wir rückten rund dreißig Mal öfter aus als im Vorjahr. Es gab genau 162 Einsätze“, sagt er. Kein Wunder, es war erneut ein trockenes Jahr mit Feld- und Böschungsbränden und mit einem Brand im Wald.

„Nicht erklären kann ich mir dagegen die Konzentration der Einsätze 2019 auf die Wochenenden. Von den 162 Einsätzen fuhren wir 88 ab Freitag bis Sonntag hinaus.“ Nur ein Zufall? 23 Mal mussten die Kameraden wirklich ein Feuer löschen. „Es handelte sich um fünf Fahrzeugbrände, vier Gebäudebrände, einen Waldbrand und 13 sogenannte sonstige Brände. Dazu gehören die Flächen- oder Containerbrände“, so Marco Freuer. Bei 60 Einsätzen leisteten die Kameraden technische Hilfe, in 55 Fällen wurde die Feuerwehr alarmiert, kam vor Ort aber nicht mehr zum Einsatz.

Dreijähriger verfing sich im Regeneinlauf

„Einige der Großeinsätze konzentrierten sich direkt auf die heiße Jahreszeit. Am 16. Juli stand ein Carport am Futtermittelmarkt in Pasewalk in Flammen, am 27. Juli brannte bei Polzow eine Strohpresse und am 30. Juli bei Bröllin rund 30 Hektar Getreidefläche ab. Das Korn war teilweise abgeerntet, teilweise nicht. Dort gelang es uns, drei Landmaschinen zu retten.“

Zu den bemerkenswerten technischen Hilfeleistungen gehörte der Einsatz am 1. August. Auf einem Tankstellengelände hatte sich der Fuß eines Dreijährigen im Regeneinlauf verfangen. „Es ging nicht anders: Mit einer Säbelsäge mussten wir einen Gussstreifen heraussägen und dann noch den Spreizer einsetzen, um den Jungen zu befreien“, erinnert sich der Wehrführer.

Für 10 bis 12 Kameraden ist die Belastung sehr hoch

Nicht unerwähnt lässt Marco Freuer den „Sarin-Fund“ am 16. März am Pasewalker Gymnasium: Auf dieses starke Nervengift wiesen Aufschriften auf Ampullen hin, die dort im Chemielabor entdeckt wurden. Der Einsatz lief unter Vollschutz ab; echtes Sarin wurde aber nicht geborgen. Im konkreten Fall mussten die Kameraden also über ihrer herkömmlichen Ausrüstung wie Helm und Einsatzkleidung auch einen speziellen Anzug tragen, der sie vor den Chemikalien schützte.

Gefeiert wurde auch

Einsatzjahre wie 2019 kann die Feuerwehr nicht wirklich gebrauchen. „58 Kameraden sind mit der digitalen Meldetechnik ausgestattet und stehen rein theoretisch für die Einsätze zur Verfügung. In der Tagesbereitschaft sind es aber nur immer zehn bis zwölf Wehrmitglieder, die es immer wieder trifft. Ihre Belastung ist schon sehr hoch“, so Freuer. Hoch waren die Anforderungen auch vor einem anderen Hintergrund: Pasewalks Feuerwehr feierte ihr 140. Gründungsjubiläum und richtete innerhalb des Jubiläumsjahres das Neujahrsfeuer, das Osterfeuer, das Seifenkistenrennen und die Jubiläumsfeier gemeinsam mit dem Polizeihauptrevier aus.

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Kommentare (1)

Es könnten weniger Brände bekämpft werden wenn es nicht so viele Pyromanen bei der Feuerwehr geben würde. Die "Bilanz" würde quasi glänzen.