Der vorläufige Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, dass es mit dem Unternehmen weitergeht. Foto: Fred Lucius
Der vorläufige Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, dass es mit dem Unternehmen weitergeht. Foto: Fred Lucius
Die TrendFood Fish Company verarbeitet Rohware wie Zander, Barsch, Hecht und Seelachs und veredelt die Filets zu Knusperlis. 2
Die TrendFood Fish Company verarbeitet Rohware wie Zander, Barsch, Hecht und Seelachs und veredelt die Filets zu Knusperlis. 2017 hatte Oleg Kiesner die Firma Trend Food gekauft und das Fischverarbeitungsunternehmen gegründet. Foto: Fred Lucius/Archiv
Pleite

Fischverarbeiter in Vorpommern stellt Insolvenz-Antrag

Die Strasburger TrendFood Fish Company zählt zu den größten Betrieben in der Ernährungsmittelbranche der Region. Nun gibt es eine überraschende Nachricht.
Strasburg

Für die TrendFood Fish Company Strasburg ist ein Insolvenzantrag beim Amtsgericht Neubrandenburg gestellt worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Neubrandenburger Rechtsanwalt Michael Busching bestellt. Bei dem Antrag vom 24. März handelt es sich nach seinen Angaben um einen Eigenantrag aus dem Unternehmen. Die TrendFood Fish Company verarbeitet Rohware wie Zander, Barsch, Hecht und Seelachs aus verschiedenen Ländern und veredelt die Filets mit Bierteig, Backteig und Knusperpanade zu sogenannten Fisch-Knusperli und verkauft diese im In- und Ausland. Beliefert mit dem veredelten Fisch werden Groß- und Einzelhändler, Hotels und Restaurants.

Energiepreise und Corona sind schuld

Michael Busching zufolge haben unterbrochene Lieferketten, Währungsschwankungen, Preissteigerungen bei Energie und beim Einkauf der Rohware sowie auch die Folgen der Corona-Pandemie zu den Schwierigkeiten in der Firma geführt. „Umsätze, die weggebrochen sind, kommen nicht wieder. Es geht jetzt darum, erst einmal den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren“, erklärt der Rechtsanwalt.

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Für die knapp 20 Mitarbeiter sei Insolvenzgeld beantragt worden, womit die Arbeitsagentur Löhne zahlen wird. Gemeinsam mit TrendFood-Geschäftsführer Oleg Kiesner sei er optimistisch, dass sich eine Lösung für das Unternehmen finden wird. Der Strasburger Fischverarbeiter habe gute Produkte, gute Lieferanten und gute Kunden. Allerdings müsse man sehen, wie lange das Geschäft mit russischen Lieferanten noch laufen wird. Rohware kommt neben Russland auch aus der Ukraine.

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Erst 2018 rund 800.000 Euro investiert

Nach Angaben von Oleg Kiesner läuft die Produktion unverändert weiter, auch Aufträge seien vorhanden. Einschränkungen gebe es bei einigen Dienstleistungen, die TrendFood Fish Company anbiete. Im Unternehmen wolle man die eigenen Mitarbeiter halten, auch seien nach wie vor Leiharbeiter hier beschäftigt. Als vernünftiger Kaufmann habe er den Schritt des Insolvenzantrages aber gehen müssen. Der Geschäftsführer nennt ebenso wie der Insolvenzverwalter die Pandemie-Folgen, den Krieg in der Ukraine und Preiserhöhung als Ursache.

Im Oktober 2018 hatte das Unternehmen eine größere Investition in die Produktionsstätte im Strasburger Gewerbegebiet angekündigt. Für rund 800.000 wurde unter anderem eine neue Fertigungslinie angeschafft, die Ende 2019 in Betrieb ging. Die Investition wurde mit rund 320.000 Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

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