Tiere

Fledermäuse ziehen bald in Kriegsbunker

Für die Umsiedlung der Eggesiner Fledermäuse ist fast alles fertig. Nun müssen die Ersatzquartiere nur noch von den Tieren angenommen werden.
Katja Richter Katja Richter
Eine Fledermaus im Flug. In Eggesin wird ein neues Fledermaus-Quartier eingerichtet (Symbolbild).
Eine Fledermaus im Flug. In Eggesin wird ein neues Fledermaus-Quartier eingerichtet (Symbolbild).
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Eggesin.

Seit einigen Jahren bereiten kleine Fledermäuse den Verantwortlichen im Eggesiner Rathaus große Sorgen: Die Stadt möchte ihr einstiges Verwaltungsgebäude in der Hans-Fischer-Straße abreißen lassen. Das Vorhaben sollte schon im Jahre 2015 in Angriff genommen werden. Auch ein Neubaublock in der Zlotower Straße soll dem Boden gleich gemacht werden.

Allerdings hatten sich in beiden Blöcken sofort nach dem Leerstand Fledermäuse eingenistet, was den Abriss bis jetzt unmöglich macht. Denn die Tiere stehen unter Naturschutz. „Für einen Bauherrn ist das wenig erfreulich. Aber Gesetze sind nun mal dazu da, um eingehalten zu werden“, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim damals dem Nordkurier. Die Folge war ein Baustopp, der bis heute anhält – doch so wie es aussieht, nicht mehr lange. Denn eine Lösung ist nicht nur in Sicht, sondern an ihr wird seit Tagen bereits fleißig gearbeitet: Im Auftrag der Stadt Eggesin räumt und sichert die Firma Thesdorf, Garten- und Landschaftsbau GmbH, einen ehemaligen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, in der Karl-Marx-Straße und baut ihn zum Fledermausquartier um.

Sammelquartiere in den Bunkernischen

Mittlerweile ist der Bunker von Schutt und Unrat befreit und die Umbauarbeiten zum Fledermausparadies sind in vollem Gange. In den Bunkernischen werden Sammelquartiere gemauert und überall an den Wänden Fledermauskästen angebracht.

Aber damit nicht genug. An einem Neubaublock in der Lindenstraße /Ecke Heidestraße sind sie bereits montiert: Fledermauskästen, Fledermausbretter und Mauerseglerkästen hängen in luftiger Höhe und warten auf ihren Erstbezug.

Von den Verantwortlichen im Rathaus war zu hören, dass sich die gesamten Kosten für die Feldermausumsiedlung auf circa 20.000 Euro belaufen. „Wenn alle Umsiedlungsmaßnahmen greifen, kann der Abriss frühestens im dritten Quartal 2020 erfolgen“, sagt die stellvertretende Bauamtsleiterin im Amt „Am Stettiner Haff“, Kathleen Fleck.