Eugal-Gastrasse

:

Gas-Pipeline erntet Ärger der Landwirte

Mit schwerem Gerät wird entlang der künftigen Trasse der Mutterboden abgetragen.
Mit schwerem Gerät wird entlang der künftigen Trasse der Mutterboden abgetragen.
Karsten Riemer

Hunderte Rohre wurden bei Damerow und Pasewalk bereits gelagert. Nun beginnen wie bei Papendorf die Arbeiten für den Neubau der Eugal-Trasse. Die betroffenen Landwirte sind sauer.

Die geplante Eugal-Gastrasse nimmt auch in der Uecker-Randow-Region allmählich Konturen an. „Dass die Bauarbeiten starten, war ja angekündigt. Das beklagen wir auch nicht. Was wir kritisieren, ist der hohe zusätzliche Zeitaufwand, den betroffene Betriebsleiter damit haben. Der wird ihnen nicht vergütet“, sagt Sven Saeger, Geschäftsführer des Bauernverbandes Uecker-Randow.

Saeger bemängelt zudem, dass die Betreiberfirma Gascade kein Konzept für Folgeschäden in der Zukunft hat. Ertragsausfälle auf genutzten Flächen würden zwar ausgeglichen, der frühere Bau der Opal-Leitung, die parallel zur Eugal-Trasse verläuft, habe aber gezeigt, dass es zu Langzeit-Folgeschäden kommt. Dies seien zum Beispiel Vernässungen in Trassenabschnitten.

Landwirte fordern einen Ausgleich für Folgeschäden

Folgeschäden dürften nicht nur einmal ausgeglichen werden, sondern müssten auch noch nach 25 Jahren erstattet werden. Daher fordere man von Gascade ein anderes Modell, macht Saeger klar. Nach Angaben des Verbandsgeschäftsführers spricht sich der Berufsstand außerdem dafür aus, dass Ausgleichsmaßnahmen für den Trassenbau auch in der Umwandlung von Siedlungsbrachen in Ackerland erfolgen sollen.

„Doch dafür gibt es bislang in Mecklenburg-Vorpommern keine Öko-Punkte. Man würde damit den Status von Ackerland aufwerten“, meint Saeger. Von der Beseitigung dieser Siedlungsbrachen, die oftmals Schandflecke seien, würden die Kommunen ebenso profitieren wie die Eigentümer der Flächen.

Ackerstruktur wird sich grundlegend verändern

Dass der Trassenbau mit Problemen verbunden ist, bestätigt Landwirt Manfred Pfalzgraf, Geschäftsführer der Pasewalker Marktfrüchte GmbH. „Damit ist ein ganzer Komplex an Fragen verbunden. Zum Beispiel müssen Anträge für die Agrarförderung geändert werden“, sagt er. Zudem bekomme man die Ackerstruktur nach dem Einbau der Trasse nicht wieder so hin, wie sie einst war.

Das sei auch nicht zu erwarten, wenn wie bei Papendorf Teerstraßen errichtet werden, für die zuvor der Ackerboden großflächig abgetragen wurde. „Im Frühjahr säuft man auf den Abschnitten ab, im Sommer hat man dort mit Trockenschäden zu tun“, erklärt Pfalzgraf.

Zusätzlicher Aufwand muss eingefordert werden

Folgeschäden durch derartige Baumaßnahmen erwartet auch Jürgen Ohls, Geschäftsführer der MVB Fahrenwalde. „Das ist so. Wie hoch diese ausfallen, hängt von der Frage ab, in welchem Bodenzustand die Trasse gebaut wird. Ob es zu dem Zeitpunkt zum Beispiel nass war“, sagt Ohls. Denkbar sei zudem, dass nicht bekannte Drainagen gekappt werden und es so zu Vernässungsschäden kommt.

Durch den Trassenbau müsse man zudem Ackerschläge teilen, was mit einem erheblichen zusätzlichen Aufwand bei Bestellung, Pflege, Ernte sowie bei der Antragstellung verbunden sei. Diesen Aufwand müsse man als Landwirt dann einfordern, betont der Fahrenwalder.