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Gemalte Illusionen, verzauberte Stoffe, märchenhafte Keramiken

Ein Unikat und ein Schmuckstück, diese einzige runde Tischdecke hat viele Bewunderer gefunden. Die Decke wurde von diesen Gästen genau unter die Lupe genommen. [KT_CREDIT] FOTO: CH. Gombert

Von Chris Gombert und Rainer Marten Der eine öffnet seine Werkstatt, der andere Wohnhaus und Garten. Bei Kunst:Offen ist vieles möglich. Gespräche und ...

Von Chris Gombert und Rainer Marten

Der eine öffnet seine Werkstatt, der andere Wohnhaus und Garten. Bei Kunst:Offen ist vieles möglich. Gespräche und Überraschungen sind eingeschlossen.

Uecker-Randow. Der Mäuserich sitzt inBlumenhagens Thälmannstraße 2 ganz brav auf dem Stuhl und stiert den Himmel an. Oder den Besucher? Kleine Keramiken weisen den Weg. Schließlich das Schild: Werkstatt. Aber auch dort ist Christel Hernich nicht anzutreffen. Meter weiter, in der Sitzecke des weitläufigen Gartens, plaudert die Blumenhagnerin mit ihren Gästen. So soll es sein bei Kunst:Offen. Seit etwa zwei Jahren töpfert Christel Hernich. Erstmals nun gestattet sie einem interessierten Publikum einen Einblick in die Werkstatt. Was dort in den Regalen steht, lässt den Betrachter staunen.

Vasen, Schalen, Kleinplastiken, Mäuse als Windlichter, Keramikhähne, die die zum Sprung ansetzen, dicke Kugelfische, Häuser, ein Segelschiff. Arbeiten eines Amateurs sind das lange nicht mehr. Christel Hernich hat rund zwei Jahre lang die Jugendkunstschule Eggesin besucht, dort ihr Handwerk erlernt. Noch sei alles ein Hobby, das sie allerdings sehr konsequent betreibe, sagt sie. Kunst:Offen, die gute Resonanz, habe Mut gemacht zu mehr. Warten wir es ab.

„Gefallen Ihnen diese Blumen?“ mit diesen Worten begrüßt Endres die Neuankömmlinge zu Oma Bärbels Ausstellung. Die Oma, das ist Bärbel Mandel inMewegen. Für die Ausstellung ist der Junge zuständig. Er versucht den einen oder anderen Topf mit einer Steingartenpflanze unter die Leute zu bringen.

Während die ersten Gäste gemütlich zum zweiten Mal die Gartenrunde drehen, finden sich immer wieder neue Besucher auf dem Grundstück in Mewegen ein. Bärbel Mandel hat auf ihrer maigrünen Wiese Patchworkarbeiten für alle Gelegenheiten und Anlässe ausgestellt. Viele Wochen Vorbereitung sind notwendig gewesen. „Ich will auch etwas zum Präsentieren haben, denn mit Einzelstücken brauche ich diese Ausstellung nicht planen“, sagt die Schneiderin und freut sich über das große Interesse. In einem Carport hat sie alles zum Thema Decken hingehängt oder auch gelegt. Babydecken, Tischdecken und -läufer, Wandbehänge, daneben liegen robuste Jeanstaschen und auf dem Tisch liegen in freundlichen Stoffen gehüllt Adressbüchlein. Jedes Stück Stoff wird bis zum letzten kleinen Zipfel verwendet. Und wenn es Lavendelsäckchen werden, sie haben ihren Nutzen. Die Schaukel von ihrem Enkel William hat sie umfunktioniert in eine Monster-WG. In den Büschen und sogar in der Schaukel tummeln sich diese als Sitzkissen dienenden kleinen Ungeheuer. „Wandeln, wie in einem Lustgarten – das sollen meine Besucher. Überall ist ein Plätzchen, wo man sich niederlassen kann“, schwärmt Bärbel Mandel, während ihr Mann Dirk die Gäste einlädt, sich es auf einer Biergartensitzgruppe gemütlich zu machen und eine Tasse heißen Kaffee zu trinken. Bärbel Mandel freut sich, dass sich das Wetter gehalten hat, „denn beim gestrigen Regenschauer haben wir zu tun gehabt, alles ins Trockene zu kriegen.“

Jutta Wendland,Pasewalk, hatte sich dieses Jahr das kleine Café in der Pommernscheune ausgesucht, um ihre Bilder in Szene zu setzen. Auf einer weißen Tafel positionierte sie acht kleine quadratische Gemälde, die zusammen ein hübsches Kunstwerk ergeben. Das Bild „Die Erdlinge“ erinnert den Betrachter an Märchenzeiten mit Gnomen und Elfen. Die Augen, die da aus der Erde gucken wirken gespenstisch oder auch etwas unheimlich...

Kunst:Offen auch inGrünz. Sabine Kalicki lebt dort seit 1997. Das Thema, das sie derzeit bearbeitet, reifte in diesem langen Winter: Sie nennt es Partituren zwischen Himmel und Erde. Musik klinge da mit. Und die Musik wiederum werde in Schrift umgewandelt; die Schrift abstrakt zur Schriftgrafik. Kunst:Offen 2013 überraschte. Man muss einfach hingehen: Pfingsten 2014!