Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Krugsdorf hatten einige Einwohnerinnen Plakate mitgebracht, um ihre Sorge u
Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Krugsdorf hatten einige Einwohnerinnen Plakate mitgebracht, um ihre Sorge um die Zukunft des Kiessees darzustellen. Etwa 15 Bürger hatten sich zu der Sitzung an der alten Schule eingefunden. Fred Lucius
Die Firma East Energy plant im nördlichen Bereich des Kiessees in Krusgdorf einen schwimmenden Solarpark.
Die Firma East Energy plant im nördlichen Bereich des Kiessees in Krusgdorf einen schwimmenden Solarpark. Fred Lucius
Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Krugsdorf hatten einige Einwohnerinnen Plakate mitgebracht, um ihre Sorge u
Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Krugsdorf hatten einige Einwohnerinnen Plakate mitgebracht, um ihre Sorge um die Zukunft des Kiessees darzustellen. Etwa 15 Bürger hatten sich zu der Sitzung an der alten Schule eingefunden. Fred Lucius
Schwimmende Photovoltaik-Anlage

Das sagt die Gemeinde Krugsdorf zum geplanten Solarpark auf ihrem See

Die Pläne, auf dem Kiessee in Krugsdorf einen schwimmenden Solarpark zu errichten, sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Jetzt hat sich die Gemeinde positioniert.
Krugsdorf

Dass am Rande einer Gemeindevertretersitzung Sektkorken knallen, kommt nicht so häufig vor. Einige Krugsdorfer hatten am Donnerstagabend aber Anlass, anzustoßen. Der Grund: Die Gemeinde spricht sich einstimmig gegen eine schwimmende Photovoltaikanlage (Floating) des Rostocker Unternehmens East Energy auf dem Kiessee aus und wird kein Verfahren zur Erlangung von Baurecht für eine solche Anlage einleiten.

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Passt nicht zu Camping und Naherholung

Bürgermeister Kevin Rudel hatte wegen der etwa 15 Gäste und der begrenzten Platzzahl in der alten Schule unkonventionell den betreffenden Tagesordnungspunkt vorgezogen und nach draußen verlegt. Hier verlas er die Stellungnahme der Gemeindevertreter. Diese stünden demnach erneuerbaren Energien grundsätzlich positiv gegenüber, was am Beispiel der Solaranlage auf dem ehemaligen Kieswerksgelände zu sehen sei. „Die hier geplante Floating Photovoltaikanlage passt nicht in das Gesamtkonzept Naherholung und Campingplatz und greift zudem in ein bestehendes Ökosystem ein“, sagte Rudel. Die gestartete Online-Petition und eine Unterschriftensammlung würden deutlich die fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung für ein solches Projekt unterstreichen. Die untere Bauaufsichtsbehörde habe zudem kundgetan, dass eine solche Anlage auf dem See baurechtlich nicht privilegiert ist und daher ein Bebauungsplan notwendig sei. Ein Planverfahren werde die Gemeinde aber nicht einleiten. „Wir wollen alles dafür tun, dass unser schöner See so bleibt, wie er ist“, meinte der Krugsdorfer Bürgermeister.

2700 Unterstützer bei Petition

Erleichterung über die Entscheidung herrschte unter anderem bei Campingplatz-Betreiberin Mandy Müller. „Wir waren alle erschüttert, als wir von den Plänen erfuhren. Viele unserer Gäste haben auf der Unterschriftenliste unterschrieben“, sagte sie. Dass die Petition einen solchen Zuspruch erhalten würde, damit hatte Initiator Stephan Krause nicht gerechnet. Von den rund 2700 Unterstützern kamen aus dem Landkreis rund 1900. „Das hat sich schnell in den Sozialen Medien verbreitet“, erklärte Krause.

Investor hält an Projekt fest

Nach Angaben von Projektleiter Michael Dahlmann will East Energy das See-Projekt noch nicht versenken. Man werde eine wasserrechtliche Genehmigung beim Kreis beantragen, die die Bauleitplanung ersetze. „Solange das nicht entschieden ist, nehmen wir von dem Projekt keinen Abstand“, sagte er. Nur weil eine Seite berechtigte Interessen habe, heiße das nicht, dass andere keine berechtigten Interessen haben dürfen. Der Projektleiter bedauerte, dass es zu keinem weiteren Austausch etwa mit der Gemeinde oder den Campingplatzbetreibern gekommen ist. „Wir wollten, dass man miteinander redet. Aber das findet nicht statt“, sagte er. Auch an dem geplanten Bio-Methanolwerk in Pasewalk halte man fest. Damit könnte man günstige Fernwärmepreise für die Verbraucher ermöglichen, so Michael Dahlmann.

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