ENTSCHEIDUNG BIS JAHRESENDE

Gnadenfrist für Pasewalker Fleischer

Dem Fleischer in der Pasewalker Ueckerstraße droht die Schließung. Einwohner befürchten eine weitere Verschlechterung der Einkaufsmöglichkeiten.
Jörg Foetzke Jörg Foetzke
Hält die Fleischerei an der Pasewalker Ueckerstraße länger durch als nur noch bis zum Jahresende? Nun soll das
Hält die Fleischerei an der Pasewalker Ueckerstraße länger durch als nur noch bis zum Jahresende? Nun soll das Geschäft zu einem reinen Mittagsimbiss umgewandelt werden. Jörg Foetzke
Pasewalk.

Ein Zettel an der Ladentür in der Ueckerstraße rüttelte die Pasewalker auf. Demnach soll das Fleischereigeschäft in der Pasewalker Ueckerstraße zum reinen Mittagsimbiss umfunktioniert werden. „Zuerst haben sie den Einkaufsmarkt im alten Kino zugemacht und nun das! Bald können ältere Leute gar keine Lebensmittel mehr selbstständig in der Innenstadt einkaufen“, macht eine Nordkurier-Leserin ihrem Unmut Luft.

Doch offenbar kommt es doch nicht ganz so schlimm, wie sie befürchtet: „Wir werden das Geschäft jetzt doch weiterführen, allerdings mit verringerten Öffnungszeiten“, erklärt René Hassenstein, Geschäftsführer von „Der Pommeraner“ Loitz GmbH, die das Geschäft führt. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass dies nur eine Lösung auf Zeit ist. Denn das Pasewalker Fleischereigeschäft laufe längst nicht so gut, wie es sich der Geschäftsführer erhofft hatte. „Seit der Eröffnung des Ladens liegt der Umsatz hinter den Erwartungen zurück“, erklärt René Hassenstein.

Schwierige Nachbarschaft und hohe Miete

Zudem werde den Mitarbeitern des Geschäftes der Job nicht immer leicht gemacht. Vor allem von einer Nachbarin. „Sie fühlt sich angeblich durch den Geruch belästigt und hat die Ämter eingeschaltet“, berichtet Hassenstein. Die Mitarbeiter des Ordnungs- und auch des Veterinäramtes hätten dann auch kontrolliert, aber nichts Anstößiges finden können, sagt der Geschäftsführer, der nun noch eine Ablufthaube im Laden an der Ueckerstraße einbauen lässt, um selbst mögliche Belästigungen weitgehend auszuschließen.

Aber die Beschwerdeführerin gebe trotzdem nicht auf. Man habe ihr bereits eine andere Wohnung angeboten, aber dieses Angebot habe sie ausgeschlagen. „Offenbar fühlt sie sich wohl, nur unser Laden muss aus ihrer Sicht weg“, vermutet Geschäftsführer Hassenstein.

Der Geschäftsführer fügt hinzu, dass die recht hohe Miete ein weiteres Problem sei. Doch da liegt die Kompetenz nicht bei der Stadt: Das Wohn- und Geschäftshaus in der Ueckerstraße gehört einem Greifswalder Immobilienmakler. Für eine Stellungnahme war er jedoch telefonisch nicht zu erreichen.

So sieht auch Bürgermeisterin Sandra Nachtweih keine Möglichkeit zur Unterstützung. Anders wäre es, wäre das Geschäft in einer kommunalen Immobilie angesiedelt. Dann könne man durchaus über eine Mietminderung reden, um das Geschäft zu halten. Ansonsten sieht Sandra Nachtweih die Versorgungsklage weniger dramatisch. Da sei immer noch die Nahkauf-Filiale in der Innenstadt, die auch von älteren Menschen gut zu erreichen sei.

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