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Gründen die Grenzdörfer bald eine Bürgerwehr?

Ein früherer Weg, der über die Grenze führte, wurde bereits im Dezember 2012 verrammelt. Patrouilliert hier auch bald eine Bürgerwehr?
Ein früherer Weg, der über die Grenze führte, wurde bereits im Dezember 2012 verrammelt. Patrouilliert hier auch bald eine Bürgerwehr?
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Erstmals diskutiert ein Amtsausschuss der Region darüber, die Sicherheit in den Dörfern und entlang der Grenze über eine Bürgerwehr zu organisieren.

Polzow: 20 000 Euro, Schwennenz: 20 000 Euro, Blankensee: 75 000 Euro Schaden – wenn Diebe in der Region zuschlagen, dann hinterlassen sie schockierte Landwirte und fassungslose Hausbesitzer. Wieder und immer wieder. Die Diebstähle der vergangenen Tage und Aussagen der Bundespolizei-Pressestelle in einem Nordkurier-Interview der vergangenen Woche, in der Region ausreichend präsent zu sein, führten im jüngsten Amtsausschuss Löcknitz-Penkun zu einer hitzigen Debatte – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mehrere Amtsausschussmitglieder bestätigten das dem Nordkurier am Wochenende. Weil sie befürchten, finanzielle Sonderbedarfe für die Gemeinden nicht mehr zu erhalten, wollten sie aber unbenannt bleiben. Dieses Geld wird über das Innenministerium ausgereicht.

Man erfahre „nur noch die Spitze des Eisberges“

In der Tagung hat es verschiedene Kritikpunkte gegeben, hieß es: Seit einer geraumen Zeit besteht der Eindruck, dass Informationen über Einbrüche und Diebstähle entlang der Grenze nicht weitergereicht werden. Man erfahre „nur noch die Spitze des Eisberges“. Vor diesem Hintergrund wurde über ein eigenes Informationssystem nachgedacht, um unabhängig von Behörden belastbares Zahlenmaterial über die Kriminalität im grenznahen Raum zu erhalten. „Wenn die Bundespolizei über keine Statistik zur Grenzkriminalität verfügt, dann muss eine geschaffen werden“, sagte einer der Amtsausschussmitglieder.

Im Verlauf der Diskussion haben nach unseren Informationen die Amtsausschussmitglieder intensiv diskutiert, wie in Eigeninitiative für Sicherheit entlang der Grenze gesorgt werden kann. Dabei wurde eine Art Bürgerwehr ins Gespräch gebracht, die sensible Bereiche im Blick hat. Ob Bürger nachts auf Lauer liegen oder Streife laufen – das blieb offen.

Grenzweg mit Feldsteinen verrammelt

Wenn es um Eigeninitiativen geht, um die Sicherheit an der Grenze zu verbessern, dann hat eine Aktion bereits ein nachhaltiges Signal gesetzt: Ein Landwirt aus Blankensee fackelte vor einem Jahr nicht lange: Er verrammelte einen Grenzweg mit Feldsteinen, sodass dort keine schwere landwirtschaftliche Technik in Richtung Osten abtransportiert werden kann. Monate später stockte er diesen Wall sogar noch auf. Im Januar wird der Innenminister im Amtsbereich zu einem Arbeitsbesuch erwartet. Dort will der Amtsausschuss das Thema Sicherheit erneut ansprechen.

Dem Amtsausschuss des Amtes Löcknitz-Penkun gehören die Bürgermeister beziehungsweise Vertreter der Gemeinden Bergholz, Blankensee, Boock, Glasow, Grambow, Krackow, Löcknitz, Nadrensee, Penkun, Plöwen, Ramin, Rossow und Rothenklempenow an. Im Amtsbereich leben in 13 Gemeinden rund 10 700 Einwohner, viele davon direkt in einem Grenzdorf.

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