ÜBER 50 SCHAFE WEG

Hat der Wolf eine ganze Schafherde gerissen?

Plötzlich waren die Mutterschafe und ihre Lämmer verschwunden, die auf dem Gelände am Burgwall bei Strasburg weideten. Nur ein Schaf lief dort zeitweise blökend umher. Nach und nach kommt heraus, dass dort etwas Schreckliches passiert ist.
Auf dieser Koppel am Burgwall bei Strasburg hat sich das Drama abgespielt. Hier starben zig Mutterschafe und ihre Lämmer.
Auf dieser Koppel am Burgwall bei Strasburg hat sich das Drama abgespielt. Hier starben zig Mutterschafe und ihre Lämmer. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Wolfsrisse. Rainer Marten
Noch ist es nicht bestätigt, doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Wolf eine ganze Schafherde innerhalb einer Na
Noch ist es nicht bestätigt, doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Wolf eine ganze Schafherde innerhalb einer Nacht ausgelöscht hat. Jens Büttner
Strasburg.

Andreas Siep würde am liebsten an der Koppel unweit des Strasburger Burgwalls ein großes Schild mit einer Frage aufstellen: Wo sind die Schafe geblieben? Eine Antwort, so ist sich der Mann aus Nordrhein-Westfalen und Besitzer eines Hausgrundstücks in der Region sicher, würde er nicht bekommen. „Wenn es um die Herde geht, dann wird gedeckelt und geschwiegen“, sagt er. Der Mann nennt auch den Grund dafür. „In nur einer einzigen Nacht hat einer oder haben mehrere Wölfe fast eine komplette Herde Mutterschafe mit ihren Lämmern ausgerottet.“ Der Mann spricht von mindestens 30 Lämmern und 20 Altschafen, die auf der Burgwall-Koppel getötet worden seien. Weitere hätten dort schwer verletzt gelegen, als die Koppel geräumt wurde. „Ein einzelnes Schaf lief dann noch über Tage blökend umher“, berichtet er.

„Der Vorfall wird unter den Teppich gekehrt”

„Damit Sie mich richtig verstehen: Ich habe nichts gegen den Wolf. Aber ich habe etwas dagegen, dass seinetwegen andere Tiere so maßlos leiden müssen.“ Und kein Verständnis habe er dafür, dass der Vorfall unter den Teppich gekehrt werde. „Nach meinen Kenntnissen passierte das in den vergangenen zwei Wochen. Alle schweigen. Wie sollen Verantwortliche entscheiden können, wenn über solche Vorfälle nicht offen gesprochen wird?“, fragt er.

Die toten Schafe am Burgwall sind sowohl in Neuensund als auch in Strasburg und Klein Luckow Thema. In den Orten wird von mehr als 50 toten Tieren in nur einer Nacht gesprochen. Vor Ort seien Rissgutachter gewesen. „Wir haben uns ohnehin schon lange gewundert, dass dort nichts passiert ist. Der Wald rund um den Burgwall ist Wolfsgebiet. Das weiß jeder“, sagt ein Strasburger.

Der Besitzer will keine großen Worte machen

Über den Fall wirklich nicht reden will der Eigentümer der Tiere, Peter Markgraf, mit Firmensitz bei Waldeshöhe. Markgraf gilt als „grüner Landwirt“, mit der Herde betreibt er am Burgwall Landschaftspflege. Der Betriebsinhaber bestätigt auf Nordkurier-Nachfrage lediglich, dass es dort tote Schafe gegeben hat. Zahlen nennt er nicht. Eine offizielle Bestätigung, dass es sich um Wolfsrisse handelt, habe er nicht vorliegen. Er befürchte, dass der Vorfall aufgebauscht werde, weil möglicherweise der Wolf im Spiel ist. „Über die jährlich rund 80.000 Risse durch Hunde spricht niemand. Aber beim Wolf …“, versucht er den Fall in eine andere Richtung zu lenken. „Wenn sich das bestätigt und es eine Entschädigung gibt, dann ist das so auch okay“, sagt er. „Ärgerliche Ereignisse gibt es immer!“

Eine Bestätigung steht noch aus

Die Meldung über den mutmaßlichen Wolfsriss ist beim kreislichen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt angezeigt und registriert worden. „Die Bestätigung anhand der DNA-Tests, ob es sich um Wölfe gehandelt hat, steht meines Wissens noch aus“, sagt Kreissprecher Achim Froitzheim auf Nordkurier-Nachfrage.

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Kommentare (9)

Ohne ausreichend Herdenschutz und Hütehund wohl er ein schlechter Witz der Vernachläsigung der Aufsichtspflicht gewesen. Aber am Ende war es noch nicht mal der böse Wolf aus dem dunklen Walde, sondern ein paar Kampfhunde aus dem Nachbarort, die wiedermal un-angeleint frei herum laufen durften. Vielleicht war es auch nur die Döner-Mafia, die ihr Fleisch schon direkt von der Weide abholt.

Wir werden mit ihm leben lernen müssen und unsere Tiere viel besser schützen. Das kostet viel Geld. Aber der Wolf steht bei uns unter besonders strengem Schutz. Beinahe so, wie die heiligen Kühe in Indien.

Es gibt keine bösen Tiere, aber böse Menschen..
Wer Hunger hat holt sich das was er braucht..
Wenn die Kaufhallen geschlossen sind, will ich nicht sehen was die Menschen machen wenn sie hungern...

Die greifen sich zuerst Toilettenpapier :-) :-) :-)!!!!!

Die greifen. Sich zuerst Toilettenpapier :-)!!!!
Stellt auf den Weiden überall Pappattrappen vom Till hin, da bekommt der Wolf Angst und wird vergrämt.

Aber mit der wachsenden Anzahl wird er es. Zum Glück gibt es viele Gutmenschen, die sich dann zur Verfügung stellen werden.

vor Herrn Markgraf!
Als Besitzer der Schafe, so besonnen und reflektiert zu sein.
Ich denke, daß es einen guten Mittelweg geben kann und Viehhalter und Wolf sehr gut miteinander auskommen können.
Herdenbesitzer sollten entschädigt werden und bei Maßnahmen unterstützt werden.
Meiner Meinung nach, sind Herdenschutzhunde die stärkste "Waffe" gegen den Wolf. Und das ganze sollte über den Fleischpreis finanziert werden.
Und in Falle von Landschaft Schutz über die öffentliche Hand.
Auf der anderen Seite, muss der Wolf die Angst vor dem Menschen beibehalten. Und gezielte Entnahmen, also Abschuss, darf auch ein Mittel sein. Und zwar dann, wenn das Problem des zu großen Populationsdrucks dazu führt, das alte Alphamännchen aus dem Rudel gedrängt werden und auf vermeintlich leichte Beute, wie unbewachtes, eingezäuntes Vieh gehen.
Aber mit Augenmaß und nicht Verdacht

Da wären wir mal einer Meinung... 👍

Wer ist Andreas Siep, wer ist im Zusammenhang Peter Markgraf ? Andreas Siep wäre Max Mustermann, Peter Markgraf der Besitzer, der Herde?
Verstehe ich das richtig? Wenn der "grüne Landwirt" mit alledem kein Problem hat; keine Meldung wert. Andreas Siep interessiert hier nicht, da nicht direkt betroffen. So what? Der eine ist nicht betroffen, der andere hat kein Problem damit. Alles gut.