GESUNDHEIT

Hier wird der Wald zum Arzthelfer

„Dr. Wald“ ergänzt künftig den Arzt: Im Märchenwald bei Rothemühl eröffneten Ärzte der Region gemeinsam mit den Förstern eine BeWegDich-Route. Am ersten Tag waren rund 270 Wanderer unterwegs, darunter viele Herzpatienten.
In dieser Woche wurde die BeWegDich-Route im Märchenwald bei Rothemühl eröffnet. Wanderer finden dort ausgewies
In dieser Woche wurde die BeWegDich-Route im Märchenwald bei Rothemühl eröffnet. Wanderer finden dort ausgewiesene Wege über verschiedene Distanzen. Der Wald wird als Teil der Heilung verstanden. Rainer Marten
Eröffnung der BeWegDich-Route. Von links: Forstdirektor Peter Neumann, Kardiologin Dr. med. Christine Bahn, Kreistagspr&a
Eröffnung der BeWegDich-Route. Von links: Forstdirektor Peter Neumann, Kardiologin Dr. med. Christine Bahn, Kreistagspräsidentin Sandra Nachtweih und Schirmherr Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg. Rainer Marten
Rothemühl.

„Sitzen ist wie rauchen: Wer acht Stunden am Tag sitzt, der erhöht sein Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung. Mit fünf Stunden Sport wöchentlich kann jeder Krankheiten vorbeugen.“ Dr. med. Christine Bahr, Kardiologin in Pasewalk, weiß, über was sie spricht. Zusammen mit dem Förderverein für Ärztliche Fortbildung & Kommunikation NordOst Pasewalk und den Förstern des Forstamtes Rothemühl setzte sie sich für eine regionale BeWegDich-Route ein. Hinter dem Begriff verbergen sich ausgewiesene Wanderstrecken.

Die erste regionale BeWegDich-Route eröffneten rund 270 Wanderer, darunter viele Herzpatienten der Kardiologin und Patienten regionaler Ärzte, jetzt im Märchenwald bei Rothemühl. Je nach Gesundheitszustand können dort Wanderer sechs oder drei Kilometer oder auch nur 500 Meter zurücklegen. Die Bewegung in freier Natur soll der Prävention dienen, sagte Dr. Bahr. Der Wald werde als Teil auf dem Weg zur Heilung betrachtet. Bewegung sei unerlässlich, um den Blutdruck zu senken, die Blutfettwerte zu verbessern, das Körpergewicht nachhaltig zu reduzieren und um Krebserkrankungen vorzubeugen.

Die Ärztin verordnet „grüne Rezepte”

Forstdirektor Peter Neumann, Leiter des Forstamtes Rothemühl, begeisterte seine neun Mitarbeiter dafür, dass sie die Wanderwege anlegten und ausgestalteten. An der Strecke stellte das Forstamt 15 neue Bänke aus Eichenholz auf. Eine App soll helfen, im Notfall den Ort für die Rettungskräfte schnell aufzufinden. Schirmherr Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg, war begeistert von der Idee seiner Berufskollegen und der Partner.

Begleitend zur BeWegDich-Route entwickelte der Förderverein für Ärztliche Fortbildung & Kommunikation NordOst Pasewalk (FoKo e.V.) weitere Ideen. Seit wenigen Tagen verordnet beispielsweise Dr. Christine Bahr „grüne Rezepte“ als Empfehlungen für „Dr. Wald“. Die Rezepte sind in der Apotheke nicht einlösbar, sie sind als Erinnerung gedacht, mehrfach in der Woche die Schuhe anzuziehen und in den Wald zu gehen. Auf den Rezepten sind der Bewegungsplan und die anzustrebenden Puls-Werte vermerkt.

Das war erst der Anfang

Von den regionalen Medizinern unterstützt unter anderem Dr. med. Birgit Mönke, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie, die Aktion. Die Lungenfachärztin ergänzt den Bewegungspass I der Kardiologie mit dem Bewegungspass II, Pneumologie/Chronische Lungenkrankheiten. Der Pass enthält sportliche Wochenprogramme, Atemübungen und Tipps zum Thema Körperhaltung. Ziel der Ärzte ist es, vergleichbare Projekte ohne einen wirtschaftlichen Hintergrund bis tief in den ländlichen Raum hinein zu etablieren.

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