Im April 2012 wurde der Hort der Volkssolidarität in der Strasburger Schulstraße eröffnet. Ein zehnjährig
Im April 2012 wurde der Hort der Volkssolidarität in der Strasburger Schulstraße eröffnet. Ein zehnjähriges Jubiläum wird es nicht geben. Fred Lucius
VS-Geschäftsführerin Heike Nitzke
VS-Geschäftsführerin Heike Nitzke Lutz Storbeck
Bereits vor der Versammlung brachten Eltern ihren Unmut über die Schließung des Horts zum Ausdruck.
Bereits vor der Versammlung brachten Eltern ihren Unmut über die Schließung des Horts zum Ausdruck. Fred Lucius
Kinderbetreuung

Hort macht dicht – Emotionen kochen hoch

Im Strasburger Hort „Paul und Paula“ wird in diesem Jahr kein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Die Einrichtung der Volkssolidarität Uecker-Randow schließt Ende Januar. Die Eltern sind ratlos - und sauer.
Strasburg

Noch im vergangenen Jahr wurden neue Spielgeräte angeschafft. Eltern halfen bei der Renovierung von Räumen im Hort „Paul und Paula“ der Volkssolidarität (VS) Uecker-Randow. Doch nun ist nach zehn Jahren Schluss: Der VS-Hort schließt zum 31. Januar seine Pforten. Die Eltern wurden per Schreiben bereits informiert, Mitte der Woche fand in der VS-Begegnungsstätte in der Schulstraße, in die der Hort integriert ist, eine Elternversammlung statt. Vor und während dieser kochten die Emotionen hoch. „Wir fühlen uns von der Volkssolidarität hintergangen. Warum schließt man den Hort jetzt und nicht zum Schuljahresende? Wir haben noch nicht einmal eine Kündigung, nur eine Kopie von einem Info-Brief“, ließ Claudia Becker ihrem Unmut Luft. Ihr Sohn besucht den Hort seit eineinhalb Jahren. Bei einer Kapazität von 31 Plätzen werden hier zurzeit 18 Kinder betreut.

Es gibt mehrere Gründe für die Schließung

Laut VS-Geschäftsführerin Heike Nitzke führten mehrere Gründe zu der Schließungsentscheidung, die kurzfristig zwischen den Feiertagen gefallen sei. Das I-Tüpfelchen sei die überraschende Information der Hort-Leiterin gewesen, dass sie die Einrichtung zum 1. Februar verlassen wird. „Damit stehen wir ohne Leiterin da. Laut Gesetz können wir einen Hort aber nicht ohne Leiterin betreiben. Personell haben wir keinen Spielraum, das aufzufangen. Die Entscheidung fällt uns wirklich nicht leicht“, betonte Heike Nitzke. Wenn auch gewollt, habe man bis zum Schuljahresende mit der Schließung nicht warten können.

Stadt will nicht in das Gebäude investieren

Zudem habe das Jugendamt des Kreises Vorpommern-Greifswald seit Längerem bauliche Maßnahmen in dem Objekt gefordert. Die Stadt Strasburg als Eigentümer habe jedoch erst kürzlich bekräftigt, dass sie nicht in das Gebäude investiere. Darüber hinaus sei bei einer dauerhaften Nicht-Auslastung der Hort nicht wirtschaftlich zu betreiben. „Das Gesetz sieht im Hort eine Erzieherin für 22 Kinder vor. Wir haben hier aber nur 18. Und dafür eine Vollzeitstelle und eine Teilzeitkraft“, erklärte die Geschäftsführerin, die sich von Eltern wiederum den Vorwurf gefallen lassen musste, dass die Volkssolidarität sich nicht um eine ausreichende Kinderzahl bemüht habe. „Nun sind die ehemalige Leiterin und fehlende Kinder schuld, nur nicht die VS“, meinte Claudia Becker.

Awo-Kita ist für Einige keine Option

Heike Nitzke zufolge hat sich die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Uecker-Randow, die in Strasburg einen Hort mit rund 100 Plätzen in der Regionalen Schule und in ihrer Kita betreibt, nach Anfrage bereit erklärt, Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Awo und Eltern wolle man jetzt eine für die Kinder gute Lösung finden. Laut Ulrike Dietrich, Abteilungsleiterin Kita bei der Awo, habe man ausreichend Plätze frei, um die Kinder aufzunehmen. Notfalls melde man beim Landkreis Vorpommern-Greifswald einen Mehrbedarf an. Während einige Eltern für Donnerstag einen ersten Termin bei der Awo vereinbarten, kommt für Cornelia Becker und andere Eltern eine Betreuung bei der Awo nicht infrage. „Wir haben da keine guten Erfahrungen gemacht. Auch organisatorisch passt es für mich nicht“, sagte die Strasburgerin.

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