STERBEBEGLEITUNG

Hospizdienst sucht dringend neue Mitstreiter

Die ambulante Hospizarbeit in der Uecker-Randow-Region hat ein großes Problem: Zum einen gibt es immer mehr Anfragen für eine Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebenszeit. Auf der anderen Seite fehlen geeignete Betreuer für die Sterbebegleitung. Ein Lehrgang soll Abhilfe schaffen.
Jörg Foetzke Jörg Foetzke
Betrice Duhse (links) und Susanne Bitzker, Kordinatorinnen des Hospizdienstes Uecker-Randow, bereiten einen weiteren Betreuerl
Betrice Duhse (links) und Susanne Bitzker, Kordinatorinnen des Hospizdienstes Uecker-Randow, bereiten einen weiteren Betreuerlehrgang vor. Rita Nitsch
Pasewalk.

Seit fast 20 Jahren kümmert sich der Hospizdienst Uecker-Randow darum, dass Menschen die letzte Phase ihres Lebens in Würde verbringen können. Gerade unter dem Aspekt, dass der Tod in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist, hat der Hospizdienst Uecker-Randow in den vergangenen Jahren stabile Strukturen aufbauen können, was die Sterbebegleitung betrifft. Doch nun gibt es Engpässe, wie die Vereinskoordinatorinnen Beatrice Duhse und Susanne Bitzker berichten.

Sieben Leute weniger als im vorigen Jahr

Noch im vergangenen Jahr hätten 22 Leute dem Sterbebegleiter-Team angehört. Aktuell seinen es nur noch 15 Frauen und Männer, die sich dieser ehrenamtlichen Arbeit stellten. Die Koordinatorinnen nennen mehrere Gründe: „Manche brauchen für sich selbst eine Auszeit oder müssen die eigenen Eltern pflegen“, weiß Susanne Bitzker. Zudem sei das Gros der Betreuer älter als 50, da sei es legitim, wenn sie einen Gang herunterschalteten. So werde es langsam, aber sicher eng, vor allem, wenn die Betreuungsanfragen sich häuften, wie kürzlich aus Strasburg. Noch habe der Hospizdienst keine Bitte ablehnen müssen. „Bisher haben wir alles bewältigen können“, erklärt Beatrice Duhse. Doch das Team sei an der Grenze dessen angelangt, was leistbar ist.

In Strasburg und Ferdinandshof ist die Not am größten

Zudem gebe es auch regionale Engpässe. So fehlen Sterbebegleiter gerade in den Bereichen Strasburg und Ferdinandshof. „Auch in den Dörfern entlang der polnischen Grenze haben wir keine Leute“, erklärt Beatrice Duhse. Was also tun, wenn die vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft sind? Beim Hospizdienst hat man eine Antwort gefunden, die zumindest langfristig zu einer Entlastung führen soll: So beginnt am 12. Dezember in Pasewalk ein weiterer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter. In rund 80 Stunden befassen sich die Teilnehmer mit Themenfeldern wie Hintergründe der Hospizarbeit, Kommunikation mit Sterbenden, Schmerztherapie, Patientenverfügung sowie Aspekte der Trauer- und Bestattungskultur. Der Unterricht findet jeweils einmal monatlich freitags oder samstags statt. Im Anschluss an die Theorie ist ein 20 Stunden währendes Praktikum geplant. Der Kurs endet im August kommenden Jahres, und dann sollen möglichst viele Absolventen ihren ehrenamtlichen Dienst im Hospizverein Uecker-Randow antreten. Darauf wurden auch die Anforderungen zugeschnitten.

Wer kann mitmachen?

„An dem Kurs sollten Leute teilnehmen, die psychisch stabil sind. Wünschenswert sind persönliche Erfahrungen mit dem Thema. Zudem sollen sich die Teilnehmer im Klaren darüber sein, dass sie einen Teil ihrer Freizeit investieren müssen“, erklärt Susanne Bitzker. Der Hospizverein hat sich dazu entschlossen, nur Teilnehmer zuzulassen, die Mitglied des Vereins werden. Die Kursgebühr in Höhe von 60 Euro werde den Teilnehmern erstattet, wenn sie dem Hospizdienst 13 Monate nach der Ausbildung treu bleiben.

Wer Näheres über die Ausbildung erfahren will, kann sich während der Leistungsschau am Wochenende in Pasewalk informieren. Dort ist der Hospizdienst mit einem eigenen Stand vertreten. Zudem bietet der Hospizdienst jeden ersten und dritten Dienstag ein Trauercafé im Haus an der Schleuse in Torgelow an. Anmeldungen dazu und weitere Information: Telefon 03973 228777

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